Das Metro-Kino in Bregenz steht vor dem Aus

Vorarlberg / 22.11.2023 • 11:20 Uhr
Prokurist Peter Pienz bedauert, dass das Kino geschlossen werden könnte. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Prokurist Peter Pienz bedauert, dass das Kino geschlossen werden könnte. VN/Hartinger

Pachtvertrag gekündigt. Eine Einigung für die Weiterführung des Traditionskinos konnte nicht erzielt werden.

Bregenz Es ist eine schwierige Zeit für die Betreiber der Vorarlberger Kleinkinos. Nachdem das Cinema Dornbirn mit dem Abriss des Gebäudes vor einer ungewissen Zukunft steht, könnte mit dem Metro-Kino bald ein weiteres Traditionskino seine Pforten schließen.

Wie Prokurist Peter Pienz (77) gegenüber den VN mitteilt, konnte trotz intensiver Verhandlungen zwischen dem Betriebseigentümer Lukas Pasi und den Kinobetreibern keine Einigung für die Weiterführung des Kinos erzielt werden.

Das Metrokino in Bregenz besteht seit 1952.
Das Metrokino in Bregenz besteht seit 1952.

Kinobetreiber Sakir „Jack“ Sahin habe sich daher dazu entschlossen, den Pachtvertrag zum 31. Dezember 2023 zu beenden. “Die gestellten Bedingungen seitens des Betriebseigentümers hatten das Pachtverhältnis erheblich erschwert und die Fortführung des Kinobetriebs so stark belastet, dass eine Weiterführung nicht möglich ist”, teilt Pienz mit.

Sakir Sahin hat seinen Pachtvertrag per 31. Dezember 2023 gekündigt. <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Sakir Sahin hat seinen Pachtvertrag per 31. Dezember 2023 gekündigt. VN/Paulitsch

Die Kündigung des Pachtvertrages erfolge vor dem Hintergrund einer zunehmend schwierigen Zusammenarbeit mit dem Eigentümer. “Trotz im Pachtvertrag festgelegter notwendiger Investitionen wurden diese bis heute nicht umgesetzt. Wiederholte Versuche, Informationen über geplante Maßnahmen zur Sicherung des Kinobetriebs zu erhalten, blieben unbeantwortet”, sagt Pienz. Die mangelnde Transparenz und Kooperation sowie der scheinbar zögerliche Umgang mit
notwendigen Schritten zur Sicherung des Metro-Kinos hätten zu dem Entschluss geführt, dass eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehung nicht länger tragbar ist.

Auch Bürgermeister Michael Ritsch besucht regelmäßig Vorstellungen im Metro-Kino und setzt sich für den Erhalt ein.
Auch Bürgermeister Michael Ritsch besucht regelmäßig Vorstellungen im Metro-Kino und setzt sich für den Erhalt ein.

Ohne Bemühungen und ohne entsprechende Unterstützung wollten Sahin und Pienz das Kult-Kino in Bregenz allerdings nicht aufgeben. Auch die Landeshauptstadt Bregenz hat sich intensiv für den Erhalt des Kinos eingesetzt und mehrere Vermittlungsversuche in Gesprächsrunden mit allen Beteiligten unternommen. „Wir waren eigentlich guter Dinge. Wir haben auch angeboten, die Hälfte der Miete für die nächsten zwei Jahre zu übernehmen und in dieser Zeit gemeinsam an einem Sanierungskonzept zu arbeiten, damit wir in Zukunft ein Programmkino am Standort in Bregenz entwickeln können“, sagt Bürgermeister Michael Ritsch zu den VN. „Wir bedauern, dass keine Einigung erzielt werden konnte, da ein Programmkino für Bregenz als Kulturhauptstadt sehr spannend wäre.“

Pienz schätzt das Engagement der Stadt und des Bürgermeisters für den Kulturstandort und versucht trotz aller Hürden optimistisch in die Zukunft zu blicken. „Wir hoffen, dass eine effektivere und partnerschaftliche Zusammenarbeit doch noch möglich sein wird.” Lukas Pasi war am Mittwoch für die VN nicht erreichbar.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.