Deshalb ist die Stabilisierung der Rheinvorstreckung so wichtig

Weitere Etappe bei den langwierigen Bauarbeiten steht an. Es geht um sichere Überflutung von Dämmen.
Darum geht’s:
- Der Bau einer Überströmstrecke in der Rheinvorstreckung ist wichtig für den Hochwasserschutz.
- Der Damm wird teilweise tief gehalten, um kontrolliertes Überströmen des Wassers zu ermöglichen.
- Die Gesamtkosten für den Bau belaufen sich auf sechs Millionen Euro.
Fußach Es hört sich sperrig und wenig aufregend an: Errichtung einer sicheren Überströmstrecke im Bereich der Rheinvorstreckung. Und doch steckt hinter dieser Baubeschreibung eine elementar wichtige Vorgabe. “Es geht um Hochwasserschutz”, sagt Rheinbauleiter Mathias Speckle, bevor er zu einer genaueren Erklärung ansetzt. “Wir müssen den Damm auf die richtige Höhe bringen, um im Hochwasserfall ein kontrolliertes Überströmen des Wassers in den See zu gewährleisten. Der Damm muss entsprechend eingepackt werden.” Dieser dürfe nicht zu hoch sein, um das Überströmen zu ermöglichen und einen Rückstau zu verhindern.

Dämme tief gehalten
Auf Basis einer hydraulischen Detailuntersuchung hat die Internationale Rheinregulierung daher entschieden, den Damm in diesem Bereich teilweise tief zu halten. So wird erreicht, dass der Wasserspiegel rheinaufwärts auch bei Hochwasser stabil bleibt und die Vorstreckungsdämme vor unkontrollierten Überströmungen, welche zu Dammbrüchen führen können, gesichert sind.
Um diese Ziele zu erreichen, wird der rechte Vorstreckungsdamm im Bereich Hard-Schleienlöcher auf einer Länge von ca. 800 Metern um maximal einen Meter erhöht. Auf den anschließenden 800 Metern wird der Damm tief gehalten und überströmsicher ausgebaut.

Sechs Millionen Euro Kosten
Die Schiffsanlegestelle für die MS Österreich und das DS Hohentwiel wurde den neuen Gelegenheiten angepasst. Zum Abschluss steht die Umsetzung ökologischer Gestaltungsmaßnahmen auf dem Bauprogramm. Diese dienen dazu naturnahe und strukturreiche Lebensräume zu schaffen bzw. zu erhalten. Die Rheinvorstreckung wird laut Mathias Speckle aber grundsätzlich nicht mehr weiter ausgedehnt.
Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt des seit den 1970er-Jahren betriebenen Langzeitprojekts belaufen sich auf sechs Millionen.
Zu beachten für die Spaziergänger in diesem Gebiet: Die Fusswege im Bereich der Baustelle sind seit Donnerstag, dem Beginn der Bauarbeiten, gesperrt.