Darum ist Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg-Sarre für eine Gemeinsame Schule

Die Neos-Mitbegründerin spricht von einer Schule mit Chancengerechtigkeit für alle Kinder.
Darum geht’s:
- Künsberg-Sarre fordert mehr Autonomie für Schulen und individuelle Entscheidungsmöglichkeiten
- Sie betont die Bedeutung einer aktiven Mitgestaltung von Lehrpersonen
- Sie unterstützt das Modell einer Gemeinsamen Schule mit differenzierter Förderung
Schwarzach Auf Bildungstour in Österreich befindet sich derzeit die Bildungssprecherin der Neos im Nationalrat, Martina Künsberg-Sarre (47). “Ich gehe in Schulen und Bildungseinrichtungen, treffe mich mit Vertretern des Systems und mache vor allem eines: zuhören.”
Freilich hat die geborene Grazerin und jetzt im niederösterreichischen Perchtoldsdorf wohnhafte Politikerin auch selbst etwas über den Zustand der Bildungslandschaft zu sagen. Ihr Fazit: “Unser Bildungssystem kostet viel Geld, doch es kommt dabei zu wenig heraus.”

Zu mächtige Institutionen
Ihr Idealbild von Schule: “Eine Einrichtung, die am Standort möglichst autonom agieren kann, Kinder und Jugendlich dort auch wirken lässt. Das System setzt zu sehr auf Institutionen wie Ministerium und Bildungsdirektionen und viel zu wenig auf die einzelnen Standorte, die im Rahmen ihrer Rahmenbedingungen zu 90 Prozent selber entscheiden sollten, was für sie gut ist.”
Überhaupt ist für Kürnsberg-Sarre wichtig, dass die Hauptbetroffen von Schulen bestimmen können. “Das betrifft auch die Lehrpersonen. Schule ist dann für sie attraktiv, wenn sie aktiv mitgestalten können”, ist die Mutter dreier Kinder überzeugt.
Plädoyer für Quereinsteiger
Dass vor allem brandaktuelle Probleme, die keine Vision, sondern praktikable schnelle Lösungen verlangen, das System belasten, ist Künsberg-Sarre bewusst. Stichwort Lehrer(innen)mangel. Sie verlangt dabei eine gewisse Flexibilität bei Anstellungen und eine klare Prioritätensetzung. “Wir müssen die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber ganz in den Mittelpunkt stellen und uns dann auch in puncto Entlohnung etwas überlegen.” Die Neos-Politikerin sieht bei der Einstellung von Quereinsteigern nicht nur schnelle Lösungen, die ein Personalproblem lösen, sondern einen erfrischenden Input für das Schulsystem.

Pro Gemeinsame Schule
Ganz klar pro positioniert sich die Nationalratsabgeordnete in Sachen Gemeinsame Schule. “Ich unterstütze dieses Modell. Aber es muss durchdacht sein und eine Differenzierung aufweisen, die gute Schüler fördert und schwächere Schüler unterstützt.” Auch bei einem zweiten Vorarlberger Thema, dem Kampf für die Möglichkeit einer alternativen Beurteilung in Volksschulen bis zur vierten Klasse, zeigt Künsberg-Sarre klare Kante. “Ich verstehe nicht, warum die früher existierende Wahlmöglichkeit vom ÖVP-Bildungsminister zurückgenommen wurde. In Österreich regiert die Politik bei der Bildung grundsätzlich viel zu viel hinein.”