Es wird eng an Lustenaus Volksschulen

Steigende Schülerzahlen, besonders im Rheindorf und Rotkreuz, bringen die Volksschulen an ihre Kapazitätsgrenzen.
Darum geht’s:
- Volksschulen in Lustenau haben Platzprobleme aufgrund steigender Schülerzahlen.
- Kinder könnten in eine andere Volksschule außerhalb ihres Sprengels zugewiesen werden.
- Endgültiger Bedarf für das kommende Schuljahr steht am 10. Dezember fest.
Lustenau Jedes Jahr führt die Gemeinde eine Bedarfserhebung der zukünftigen Erstklässler durch. So wird ermittelt, wie viele Kinder in die Schule kommen und wer sich für das zusätzliche Angebot des Reformzweiges an der Volksschule Kirchdorf interessiert. Denn die Plätze dafür sind begrenzt. Nun sorgt allerdings ein Zusatzpunkt im Brief zu Verunsicherung und Unmut bei vielen Eltern. Denn auch in den Sprengelschulen kann es zu Platzproblemen kommen. Laut Bedarfserhebungsbrief, den die Eltern der zukünftigen Erstklässler bekommen und welcher der VN-Heimat vorliegt, erfolgt die Zuteilung zu den Volksschulen nach den vorhandenen Kapazitäten. Das heißt, dass die heutigen Kindergärtler vielleicht nicht in ihrem Sprengel eingeschult werden können, sondern eben der Volksschule zugeteilt werden, in der noch Platz ist. Viele Eltern sind nun alarmiert.

Großer Zuwachs im Rotkreuz
Besonders im Norden Lustenaus sind viele Kinder durch die zusätzlichen Wohnbauprojekte dazugekommen, die im Sprengel Rheindorf und Rotkreuz angesiedelt sind. „Wir haben jedes Jahr einen kontinuierlichen Zuwachs an Schülern, was sehr erfreulich ist“, erklärt Volksschuldirektor Robin Würtinger. Für das kommende Jahr wird er voraussichtlich mehr Anmeldungen als Platz in der Schule haben. „Das Problem ist, dass die Ausweichschule am Schlatt mit den bisherigen Kindern voll ist. Nun kommen mehr hinzu als jene Viertklässler, die die Schule verlassen“, erklärt er. So kann es sein, dass voraussichtlich nicht alle Neuanmeldungen einen Platz haben und auf andere Sprengelschulen verteilt werden.

Bürgermeister Kurt Fischer beratschlagte sich diese Woche mit den Volksschuldirektoren. Er arbeitet intensiv daran, neuen Schulraum für die Kinder zu schaffen. „Wir wollen die Leute nicht nervös machen. Die tatsächlichen Zahlen erfahren wir am 10. Dezember. Bis dahin können die Eltern ihr Kind an der Wunschschule anmelden“, so Fischer. „Doch mit dem Platz an der Ausweichschule wird es eng“, sagt er. Für den Herbst 2024 wird er mit seinem Team an Übergangslösungen arbeiten. Die Ausweichschule ist eine räumliche Herausforderung für die wachsende Schülerzahl. „Doch wenn der Campus fertiggestellt sein wird, fällt die größte Belastung weg. Dann sollten alle Schüler darin Platz finden“, beruhigt er. Die Ausweichschule wird sehr wahrscheinlich auch nach den zwei Jahren weiterbestehen, bis die fünfte Volksschule am Mühlefeld gebaut wird.

„Ich bin sehr verunsichert und es tut sich großer Unmut in mir auf“, erklärt eine betroffene Mutter, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie hat die Information über diesen Brief erhalten und fragt sich, weshalb man erst jetzt die Schülerzahlen genau anschaut. „Die Zahlen sind doch bekannt. Ich finde es nicht gut, dass wir mit einem Brief statt durch ein persönliches Gespräch über diese doch sehr einschneidende Tatsachen informiert werden“, so die Mutter. Sie möchte, dass ihr Kind mit ihren Freunden in die Sprengelschule geht, zu Fuß dort hingehen kann und nicht mit dem Auto hin und her gefahren werden muss. „Das wäre logistisch ein Wahnsinn, wenn ich mein Kind statt in die Volksschule Rotkreuz mit dem Auto in die Volksschule Hasenfeld fahren müsste.“ Am 10. Dezember sind die endgültigen Zahlen für die einzelnen Schulen bekannt, dann erfolgt die tatsächliche Zuteilung. BVS
