Erdbebenopfer brauchen dringend Hilfe

Die Vorarlbergerin Sabine Klotz koordiniert in Nepal Hilfslieferungen fürs Katastrophengebiet.
KATHMANDU Die Folgen des schweren Erdbebens, das sich in der Nacht vom Freitag, den 3. auf Samstag, den 4. November in Nepal ereignet hat, sind verheerend. In den betroffenen Bezirken Jarjakot und Rukum, rund 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Katmandu, kamen nach Angeben der nepalesischen Behörden 157 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt und Tausende Häuser zerstört. Die tatsächliche Anzahl der Todesopfer und Verletzten ist indes nicht bekannt, weil die Such- und Rettungseinsätze bereits 36 Stunden nach dem Beben eingestellt wurden.

Sabine Klotz hingegen organisiert vom Tag des Bebens an, von Katmandu aus, die Versorgung der Erdbebenopfer mit lebensnotwendigen Hilfsgütern. Die 32-jährige Bizauerin ist Obfrau der Hilfsorganisation Chay-Ya Austria, die in entlegenen Bergdörfern im Himalaya in der Armutsbekämpfung tätig ist und bereits bei der Erdbebenkatastrophe im Frühjahr 2015 Hilfsaktionen durchgeführt hat.

Extrem abgelegen
„Wie immer in Katastrophenfällen versuchen wir, die Menschen vor Ort so schnell wie möglich mit dem Notwendigsten zu versorgen“, sagt Klotz, die gemeinsam mit Kamal Thapa von Chay-Ya Nepal, die Hilfslieferungen koordiniert. Einige der betroffenen Gebiete sind extrem abgelegen. Zudem hat das Beben viele Erdrutsche verursacht und dadurch die Verkehrswege blockiert.

Am Montagabend (6. November) wurden, Sabine Klotz zufolge, die Straßen freigelegt. „Am Dienstag waren wir bereits auf dem Weg ins Katastrophengebiet.“ Der erste Lastwagen mit Lebensmitteln, Decken, Zeltplanen und anderen lebensnotwendigen Gütern rollte über holprige Schlammpisten Richtung Epizentrum. „Am Tag darauf wurden die Hilfsgüter an die Bedürftigsten verteilt“, berichtet Klotz, die in Katmandu beinahe rund um die Uhr mit Organisieren und Einkaufen beschäftigt ist. Denn Dank der Spendenaktionen von Chay-Ya in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind am Anfang der Woche nach dem Beben bereits 18.000 Euro zusammengekommen. Damit hat Klotz sofort 700 Schlafsäcke, 1700 Jacken und 700 Mützen besorgt.

Die Sachen sind mit dem ersten Hilfstransport ins Katastrophengebiet gebracht worden. Dort macht das Chay-Ya-Team nun Bestandsaufnahmen, um zu klären, wo die Not am Größten ist und was am Dringendsten benötigt wird. „Das liefern wir dann möglichst rasch, damit die Menschen die eisigen Nächte überleben“, sagt Klotz besorgt. Der Winter steht nämlich vor der Tür, und der wird den Nepalesen Kälte und Schnee bescheren. „Wir müssen sehr schnell reagieren. Darum bitten wir euch um Hilfe!“ Wir – das sind Chay-Ya Austria mit Sabine Klotz, die Naturfreunde Niederösterreich mit Ernst Dullnigg und die Salzburger Organisation Friends for Nepal mit Tom Stuppner. „Wir sind alle vor Ort und ziehen alle an einem Strang“, stellt Klotz klar.
Danach Wiederaufbau
Jeder gespendete Euro geht direkt nach Nepal und wird für die Erdbebenopfer verwendet, versichert die Obfrau von Chay-Ya Austria: „Zum Beispiel können wir mit 50 Euro vier Personen einen Monat lang ernähren und einen Schlafsack kaufen, in dem locker zwei Kinder liegen können.“

Sobald dann die Versorgung mit lebensnotwendigen Hilfsgütern abgeschlossen ist, nehmen Sabine Klotz und die anderen HelferInnen den Wiederaufbau von Infrastruktur, Schulen und Gesundheitsposten in Angriff.
Spendenkonto “Chay Ya Austria”, Raiffeisenbank am Bodensee
IBAN: AT50 3743 1000 0032 2974
BIC: RVVGAT2B431
Betreff: Erdbeben