Defekte Heizung sorgt für Feuerwehreinsatz in Götzis

Ehepaar litt unter Vergiftungserscheinungen, schuld dürfte ein undichter Kamin sein.
Götzis Am Freitagmorgen, den 10. November 2023, kam es gegen 06:45 Uhr in einem Mehrparteienwohnhaus in Götzis zu einem Gasaustritt. Dieser ist vermutlich auf einen Defekt in der Ölheizungsanlage zurückzuführen. Ein im Erdgeschoss lebendes Paar klagte nach dem Aufwachen über Schwindel, Übelkeit und erlebte kurzzeitige Bewusstlosigkeit. Die ersten Untersuchungen vor Ort ergaben, dass Abgase durch den Abgaskamin in die Wohnung im Erdgeschoss gelangt waren.

Die beiden Bewohner des Erdgeschosses sowie eine Bewohnerin aus dem ersten Obergeschoss wurden, wie die Polizei berichtet, mit Kohlenmonoxid-Vergiftungserscheinungen in das Landeskrankenhaus (LKH) Hohenems eingeliefert. Ein weiterer Bewohner des ersten Obergeschosses war von dem Vorfall nicht beeinträchtigt.
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Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde das Wohnhaus belüftet. Dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehren Götzis und Feldkirch-Tosters sowie der Polizei und des Roten Kreuzes Hohenems konnte die Lage rasch unter Kontrolle gebracht werden. Um 08:10 Uhr war das Gebäude wieder sicher begehbar.

Vergiftungserscheinungen nicht selten
Kohlendioxid (CO₂) und das weitaus gefährlichere Kohlendioxid (CO) sind Produkte von Verbrennungsprozessen. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas und ist damit für den Menschen nicht bemerkbar. Es kann bei der Verbrennung von Öl, Gas und Holz entstehen, entfaltet aber nur in geschlossenen Räumen seine Gefährlichkeit. Da es sich besser mit dem Hämoglobin im Blut bindet als Sauerstoff, droht ein Erstickungstod. Zwischenfälle sind nicht zu selten: Durchschnittlich alle zwei Monate werden laut Sicheres Vorarlberg Einsatzkräfte zu einem neuen Fall gerufen. Und das Gas könne auch Wände und Decken ungehindert durchdringen.
Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung
– Schwindel, Kopfschmerzen
– Übelkeit, Erbrechen
– Sehstörungen, Ohrensausen
– Kurzatmigkeit, Druck auf der Brust
Zusätzlich können sich bei schweren Vergiftungen folgende Symptome äußern:
– Kreislaufkollaps
– Bewusstlosigkeit
– Krampfanfälle
Dementsprechend warnt Sicheres Vorarlberg, dass die Installation und Wartung von Heizungsanlagen durch Experten durchgeführt werden sollten und gerade ältere Thermen regelmäßig gewartet werden sollten. Gute Ansprechpersonen sind hier etwa die Rauchfangkehrer. Auch gibt es die Möglichkeit, Kohlenmonoxidmelder in der Nähe von Kaminen oder Öfen im Wohnbereich zu installieren. Vorsicht: Ein Kohlendioxidmelder kann vor Kohlenmonoxid nicht warnen. Falls mit Pellets geheizt wird, sollten diese trocken eingelagert werden, der Raum ansonsten gut gelüftet werden. Schlussendlich sind bei allen Anlagen die Herstellervorgaben zu befolgen, eventuell bietet sich auch der Umstieg auf eine Infrarotheizung oder einen E-Boiler an.