So viel kostet die Achtalweg-Sanierung: Baustart 2024 geplant

Nächstes Jahr sollen 2,5 Millionen Euro verbaut werden. Gesamtkosten liegen bei 15 bis 25 Millionen Euro.
Bregenz, Kennelbach, Doren Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Bruttogesamtkosten für die Anschlussstücke in Kennelbach und Doren, die als Instandhaltungswege benötigt werden, belaufen sich inklusive der Brückenbauwerke auf 9,7 Millionen Euro, jene für den Mittelabschnitt, der als „Rot-Weiß-Roter“-Wanderweg ausgewiesen werden soll, auf sechs bis 16,1 Millionen Euro – je nach Sicherheitsniveau und Ausbauzustand. Summa summarum müssen für die Begehbarmachung des Achtalwegs zwischen Kennelbach und Doren somit zwischen 15,7 und 25,8 Millionen Euro locker gemacht werden. Das geht aus der Studie „Sicheres Gehen im Achtal“ hervor, die das Land in dieser Woche in der neuen Transparenzdatenbank veröffentlicht hat. Mit den Bauarbeiten soll nächstes Jahr begonnen werden. „Im Budgetentwurf für 2024 sind insgesamt 2,5 Millionen Euro vorgesehen“, erläutert ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück gegenüber den VN. Geplant sei, dass mit dem Geld die Planungsarbeiten finalisiert sowie die beiden Brücken und der erste Teil des bestehenden Wanderpfades – entweder von Doren oder Kennelbach aus – erneuert werden.

Nach der Einstellung der Bregenzerwaldbahn wurde die Trasse (mit Ausnahme des Abschnitts auf Bregenzer Gemeindegebiet) an das Land übertragen. Kann die Trasse nicht „sicher“ erhalten werden, muss laut Studie ein Rückbau der Bauwerke geprüft werden, der zwischen vier bis sechs Millionen kosten würde. Derzeit ist das keine Option. Anfang 2022 fiel im Landtag der einstimmige Beschluss, dass der Achtalweg zwischen Kennelbach und Doren jedenfalls gut und sicher begehbar gemacht werden soll. Die beiden einsturzgefährdeten Tunnel, der Rickenbach- und der Rotachtunnel, wurden bereits 2021 saniert.
Desolate Brücken
Der Streckenabschnitt Kennelbach-Doren ist knapp acht Kilometer lang. Ab dem kommendem Jahr sollen die Rickenbachbrücke (bei Kilometer 3,8) und die Rotachbrücke (bei Kilometer 7) saniert werden. Die Rickenbachbrücke ist derzeit nur über aufgelegte Bohlen begehbar. Die Rotachbrücke weist starke Schäden am Tragwerk, an beiden Widerlagern und den Böschungssicherungen auf. Die Kosten für die Sanierung der beiden Bauwerke, die sich laut Frühstück außerhalb des Natura2000-Gebiets befinden, werden in der Studie mit 2,9 Millionen Euro angegeben. Im Budget 2024 sind insgesamt 2,5 Millionen Euro vorgesehen.

Bei den Angaben in der Studie handle es sich lediglich um Schätzungen, erläutert Roland Frühstück, der die Initiative Achtalweg losgetreten hat. Im Zuge der Ausschreibung werde man sehen, was die geplanten Maßnahmen tatsächlich kosten. „Unter Umständen kommen wir mit dem Geld zugange. Vielleicht macht man nächstes Jahr nur eine Brücke fertig“, führt der ÖVP-Klubobmann aus. In einem nächsten Schritt soll von der Abteilung Straßenbau des Landes geprüft werden, wo mit den Bauarbeiten problemlos gestartet werden kann. Anschließend stehen die Einreichplanungen und die Genehmigungsverfahren an. „Ich schätze, dass es Spätfrühling bis Mitte Jahr wird, bis man anfangen kann“, ergänzt Frühstück.

In den kommenden Jahre sind weitere Etappen geplant, mit dem Ziel, den Wanderweg durchgängig begehbar zu machen. Roland Frühstück: „Wenn alles nach Plan verläuft, sollten die Arbeiten in drei Jahren abschlossen sein. Damit wäre im Jahr 2026 mit der Eröffnung des neuen Achtalwegs zu rechnen.“ Die Begehbarmachung erfolge unabhängig von allfälligen Plänen für einen Radweg. „Hier prüfen die Experten gerade, welche Trasse am meisten Sinn macht. Sowohl der Wanderweg als auch ein künftiger Radweg sind definitiv wichtig für die Region.”

Zahlen und Fakten
Kosten Abschnitt 1a – Kennelbach bis inkl. Rickenbachbrücke, Länge 3800 Meter: 6,9 Mill. Euro (davon 900.000 Euro für Rickenbachbrücke)
Kosten Abschnitt 1b – von der Rotachbrücke bis Campingplatz Bozenau/Doren, Länge 1200 Meter: 2,9 Mill. Euro (davon 2 Mill. Euro für Rotachbrücke)
Kosten Abschnitt 2 Rickenbachbrücke bis Rotachbrücke/-tunnel, Länge 3100 Meter: zwischen 6 Mill. Euro (Untergrenze) und 16,1 Mill. Euro (Obergrenze)
Die Kostengrundlagen wurden aus der Machbarkeitsstudie 2021 übernommenen und mit dem Baukostenindex 2021-2023 um 16,7% korrigiert. Auf die Baukosten wurden 8-12% Gemeinkosten (Baustelleneinrichtung), 8-15% Nebenkosten (Planung, Gutachten, Vermessungsarbeiten) sowie 10% für Reserven aufgeschlagen und die Netto-Gesamtkosten mit 20% Mehrwertsteuer erhöht.
„Rot-Weiß-Roter“-Wanderweg Restrisiko im Hinblick auf alpine Gefahren besteht für den Nutzer, die Benutzung erfolgt eigenverantwortlich, Anforderungen an Ausrüstung, körperliche Verfassung und Urteilsfähigkeit der Nutzer bestehen.
Geh- und Radweg solange keine Sperrung vorliegt, sind die Anlagen von jedem Benutzer ohne Risikobetrachtung und ohne Sicherheitseinschränkung nutzbar.