Forscherin mit Weitblick für digitale Innovationen

Vorarlberg / 30.10.2023 • 10:45 Uhr
Ann-Kristin Cordes wird mit ihrem Team an drängenden Fragen der digitalen Transformation forschen.<span class="copyright"> FHV/Preißinger</span>
Ann-Kristin Cordes wird mit ihrem Team an drängenden Fragen der digitalen Transformation forschen. FHV/Preißinger

Ann-Kristin Cordes unterstützt als Stiftungsprofessorin für Digital Business Transformation an der FH Vorarlberg Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung.

Dornbirn “Es geht um Veränderung, etwas Neues kreieren, neu denken, kreativ sein, alte Wege verlassen, Neues entdecken. Alles Leidenschaften von mir, ob privat oder beruflich. Ich habe somit meine Hobbys zu meinem Beruf gemacht”, erklärt Ann-Kristin Cordes. Sie ist seit Anfang September die neue Stiftungsprofessorin für Digital Business Transformation an der Fachhochschule (FH) Vorarlberg.

Ann-Kristin Cordes ist leidenschaftliche Seglerin. <span class="copyright">Ann-Kristin Cordes</span>
Ann-Kristin Cordes ist leidenschaftliche Seglerin. Ann-Kristin Cordes

Die promovierte Wirtschaftsinformatikerin begleitet mit ihrem Team Projekte und Veranstaltungen, die sich mit dem Einsatz neuer Technologien in den Unternehmen, der Digitalisierung von Geschäftsmodellen und den notwendigen Kompetenzen von Mitarbeitenden in einem digitalen Unternehmen beschäftigen. „Es stehen auch Fragestellungen im Mittelpunkt, wie adäquate KI (Künstliche Intelligenz)-Lösungen für das jeweilige Unternehmen identifiziert werden können“, gibt die Expertin einen Einblick. Der Fokus der neuen Forschungsgruppe an der FHV liegt auf der Entwicklung von datengetriebenen Geschäftsmodellen und digitalen Innovationen für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Studierenden der FHV profitieren vom Wissen der Expertin. <span class="copyright">Ann-Kristin Cordes</span>
Die Studierenden der FHV profitieren vom Wissen der Expertin. Ann-Kristin Cordes

Eine der Fragen, die sich bei dem Thema KI stellt, ist die nach der Auswirkung. “Ich finde spannend, was macht KI und im Übrigen nicht nur KI, sondern alle neuen Technologien mit uns, mit den Unternehmen und mit den Mitarbeitenden in den Unternehmen. Wie verändert sich dadurch beispielsweise die Führung und das Arbeiten in der Zukunft? Arbeiten wir in Zukunft überhaupt noch so, wie wir es heute tun”, sind einige der Fragen, die die Wahl-Dornbirnerin aufzählt.

Ann-Kristin Cordes als Moderatorin der Ideation Session auf dem WI-Nachwuchswissenschaftler-Treffen in Münster im September 2022. <span class="copyright">Ann-Kristin Cordes </span>
Ann-Kristin Cordes als Moderatorin der Ideation Session auf dem WI-Nachwuchswissenschaftler-Treffen in Münster im September 2022. Ann-Kristin Cordes

Zusätzlich befürwortet sie eine neue Art der Führung, in der alle Generationen auf gleicher Ebene kommunizieren. „Gerade bei den Digital Natives schlummert unbewusstes Wissen über neue Technologien, weil sie diese privat anwenden. Es benötigt den Weitblick, das zu erkennen und zu nutzen. Hierarchische Strukturen müssen dafür entsprechend angepasst werden“, betont die Stiftungsprofessorin, die neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit auch praktische Erfahrung als selbstständige IT-Beraterin und Projektleiterin hat.

Ann-Kristin Cordes möchte die Unternehmen im Land vernetzen, sodass digitale Plattformen entstehen. <span class="copyright">FHV/Preißinger</span>
Ann-Kristin Cordes möchte die Unternehmen im Land vernetzen, sodass digitale Plattformen entstehen. FHV/Preißinger

Dass die Bereiche “Wirtschaftsinformatik (WI)” und “Digital Business Transformation” Männerdomänen sind, hat die 39-Jährige nicht davon abgehalten, sich weiterhin damit zu beschäftigen. “Uns Frauen treffen daher viele Aufgaben, wo Parität in den Gremien verlangt wird, viel häufiger”, ist sich die gebürtige Herforderin bewusst. Eine wichtige Fähigkeit sei „Nein“ sagen zu können und seine eigenen Grenzen zu kennen. “Anderseits haben wir die WI-Frauen ins Leben gerufen, um unsere Sichtbarkeit in der Wirtschaftsinformatik langfristig zu erhöhen. Wir wollen auch aufzeigen, was Wege für Frauen in der akademischen Laufbahn der Wirtschaftsinformatik sind und deren Attraktivität aufzeigen. Ziel ist es, mehr Frauen in die Wissenschaft zu bekommen”, erklärt die Sprecherin der WI-Frauen.

Ann-Kristin Cordes studierte an der Universität Bielefeld und promovierte an der Universität Münster am European Research Center for Information Systems mit der besten Abschlussnote summa cum laude. Sie vertrat außerdem die Professur für Wirtschaftsinformatik und Process Analytics an der Universität zu Kiel und verbrachte ihre PostDoc-Phase am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement an der Universität Münster.

Ann-Kristin Cordes, FHV-Stiftungsprofessorin: "Ich finde spannend, was  KI und alle neuen Technologien mit uns machen." <span class="copyright">FHV/Preißinger</span>
Ann-Kristin Cordes, FHV-Stiftungsprofessorin: "Ich finde spannend, was KI und alle neuen Technologien mit uns machen." FHV/Preißinger

Die Universität Münster brachte die Wirtschaftsinformatikerin nach Vorarlberg. Von der Uni aus wird jedes Jahr ein Skiseminar mit Studierenden im Kleinwalsertal organisiert. “Ich fahre seit 13 Jahren regelmäßig Ski in Vorarlberg. Aber auch privat war ich in Vorarlberg schon an verschiedenen Destinationen Ski fahren”, verrät sie, die im Sommer gerne segeln geht. Auf die Frage, ob sie sich an den Dialekt und die Mentalität der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gewöhnt hat, antwortet Ann-Kristin Cordes mit: “Ich lerne und wachse, wie immer im Leben. Deswegen bin ich Forscherin.”

Zur Person: Dr. Ann-Kristin Cordes

Geboren: in Herford, Deutschland

Ausbildung:

– BWL-Studium an der Universität Bielefeld

– Promotion im Fach Wirtschaftsinformatik an der Universität Münster

Tätigkeit:

– Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Logistik an der Universität Münster

–  PostDoc am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement an der Universität Münster

– Vertretung der Professur Wirtschaftsinformatik und Process Analytics an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

–  Aktuell: Blum Stiftungsprofessorin für Digital Business Transformation und Leiterin der Forschungsgruppe Digital Business Transformation an der FH Vorarlberg

–  Sprecherin der WI-Frauen, eine Sub-Community des Vereins „Die WI e.V“

Wohnort: Dornbirn
Familie: ledig

Hobbys: Segeln, Skifahren, Yoga, Wandern, Reisen und Malen

Lebensmotto: Ich gehe meinen ganz persönlichen Weg.