Engagiertes Projekt zur Brustkrebsvorsorge

Schüler der HAK Bregenz organisierten umfangreiche Informationsveranstaltung.
Bregenz „Wir haben dieses Thema ausgesucht, weil es sehr wichtig ist und ganz allgemein mehr darüber aufgeklärt werden sollte.“ Alissa Thalmann braucht nicht viele Worte, um zu erklären, warum sie und ihre Mitschülerinnen Ronja Hölbling und Livia Lechleitner sowie ihr Mitschüler Julian Gamon die Brustkrebsvorsorge für ihre Diplomarbeit ausgewählt haben. Die Maturanten der HAK Bregenz inszenierten dafür auch eine umfangreiche Informationsveranstaltung, die rund 70 interessierte Besucher in die Schule brachte. Ein weiterer positiver Nebeneffekt war, dass die engagierten Jugendlichen durch Kuchen- und Getränkeverkauf 230 Euro auf dem Einnahmenkonto verbuchen konnten. Das Geld geht an die „Pink Ribbon“-Kampagne der Österreichischen Krebshilfe. In deren Mittelpunkt stehen die Erinnerung an die Bedeutung der Brustkrebsvorsorge, der Aufruf zur Solidarität mit Patientinnen und Enttabuisierung der Erkrankung sowie die direkte und rasche Hilfe für an Brustkrebs erkrankte Frauen. Der Präsident der Vorarlberger Krebshilfe, Bernd Hartmann, war voll des Lobes für die Initiative der Maturanten: „Eine tolle Sache“, befand er.

Das Pink Ribbon, also die rosa Schleife, ist seit 1992 das Markenzeichen der Brustkrebsvorsorge und der Oktober der „Brustkrebsmonat“. Dieser Tradition folgend verlegten die Schüler die öffentliche Präsentation ihrer Diplomarbeit in den Oktober. Der Veranstaltungsraum wurde mit zahlreichen Plakaten zu verschiedensten Brustkrebsthemen ausgestaltet, auch ein Tastmodell, an dem das richtige Abtasten der Brust geübt werden konnte, stand zur Verfügung. Bei einem weiteren Modell galt es, eingearbeitete Knoten zu ertasten. Die Besucher erfuhren aber auch hautnah, was die Diagnose Brustkrebs bedeutet. Birgit Cunningham erzählte ihre Geschichte und den Umgang mit der Erkrankung persönlich. Ronja Hölbling oblag es, das Schicksal einer Betroffenen, die anonym bleiben wollte, zu schildern. Die Tragik an dieser Geschichte: Die Frau war noch jung, kein Alter, das ein Risiko für Brustkrebs darstellte. Deshalb sei sie nicht ernstgenommen und erst nach drei Fehldiagnosen richtig diagnostiziert worden. Zu Wort kamen außerdem Monika Jäger von der Frauenselbsthilfe und Judith Mathis. Die Ärztin referierte über die Möglichkeiten der Brustkrebsfrüherkennung und ging ebenso auf die HPV-Impfung ein, die gegen zahlreiche Krebsarten schützt, insbesondere vor Gebärmutterhalskrebs.

Gute Heilungschancen
Eine am Schluss mittels QR-Code durchgeführte Umfrage bescherte den jungen Leuten sowohl von den Besuchern als auch den Betreuungslehrern viele positive Rückmeldungen. Das Quartett selbst zeigte sich mit dem Ablauf und dem Interesse ebenfalls zufrieden: „Es machte uns großen Spaß, diese Veranstaltung zu planen.“ Österreich übernahm die „Pink Ribbon“-Aktion im Jahr 2002. In Vorarlberg erkranken jährlich etwa 200 Frauen an Brustkrebs. Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen dank innovativer Therapien inzwischen sehr hoch.