Mehr Coronaviren als in der Pandemie

Vorarlberg / 29.10.2023 • 16:45 Uhr
Für Laien ist eine Infektion nicht zwingend von einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Typische Symptome sind ähnlich. <span class="marker"><span class="copyright">Foto: APA</span></span>
Für Laien ist eine Infektion nicht zwingend von einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Typische Symptome sind ähnlich. Foto: APA

Die Bevölkerung ist heute so gut geschützt, dass es weniger schwere Erkrankungen gibt.

SCHWARZACH. Die Coronapandemie ist vorbei, das Virus jedoch nach wie vor präsent. Das zeigt ein Blick auf die Virenkonzentration, die im Abwasser festgestellt wurde. Derzeit ist sie sogar höher als vor einem Jahr, als offiziell noch von einer Pandemie die Rede war. Infektionen bleiben oft aber unbemerkt, alles in allem kommt es zu weniger schweren Erkrankungsverläufen. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Bevölkerung mittlerweile gut geschützt ist, wie Gesundheitsexperte Armin Fidler bestätigt.

Vor einem Jahr gab es noch Infektionswellen. Eine solche baute sich bis Mitte Oktober auf und zog sich dann wieder zurück. Heuer steigen die Virenlasten, die in den Kläranlagen festgestellt werden, seit dem Sommer mehr oder weniger kontinuierlich: „Die Werte deuten auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlagen hin“, so Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts des Landes. Eine Trendumkehr sei momentan nicht ableitbar.

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Österreichweit ist die Virenkonzentration bereits höher als vor einem Jahr. In Vorarlberg ist sie ebenfalls dabei, diese zu übertreffen. Bestimmend ist noch immer Omikron, lediglich die Subvarianten ändern sich. „Pirola“ ist laut Scheffknecht nicht feststellbar, „Eris“ sehr verbreitet. Typische Symptome: laufende Nase, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Für Laien ist es damit nicht unbedingt einfach, eine Infektion von einem grippalen Infekt zu unterscheiden.

„Die Werte deuten auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlagen hin“, berichtet Christoph Scheffknecht. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
„Die Werte deuten auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlagen hin“, berichtet Christoph Scheffknecht. VN/Paulitsch

Wie viele Infizierte es gibt, lässt sich nicht mehr feststellen. Dass die Zahl wächst, erkennt man aber daran, dass Testergebnisse bei Spitalspatienten zunehmend positiv ausfallen. Zuletzt gab es 23 Patienten mit Corona im Land. Auffallend: 90 Prozent sind über 80 Jahre alt. Aus welchem Grund sie aufgenommen wurden, wird nicht ausgewiesen. „Tendenziell ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen“, berichtet die Sprecherin der Krankenhausbetriebsgesellschaft, Andrea Marosi-Kuster. Im Oktober 2022 hatte es sich zu Spitzenzeiten um vier und gegen Monatsende um zwei Mal mehr Patienten gehandelt.

Zuletzt gab es 23 Spitalspatienten mit Corona in Vorarlberg. Auffallend: 90 Prozent waren über 80 Jahre alt. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Zuletzt gab es 23 Spitalspatienten mit Corona in Vorarlberg. Auffallend: 90 Prozent waren über 80 Jahre alt. Foto: APA

Dass es insgesamt zu verhältnismäßig weniger schweren Erkrankungen kommt, hängt laut dem Gesundheitsexperten Armin Fidler damit zusammen, dass die Bevölkerung „praktisch durchseucht“ sei: Mehr als 90 Prozent hätten Bekanntschaft mit dem Virus gemacht. Durch eine Impfung oder zumindest eine Infektion, oft durch beides. Damit sei eine Immunität aufgebaut worden.

Zu Beginn der Pandemie habe es Hoffnungen gegeben, dass eine sterile Immunität entwickelt werde, erklärt Fidler. Das würde bedeuten, dass nach einer Erkrankung keine weitere mehr möglich ist. Dazu gekommen ist es jedoch nicht.