Am Wochenende wird der Mond angeknabbert

Ein Blick in den Himmel lohnt sich am Samstagabend ganz besonders.
Bludenz Alle Augen auf den Mond: Am Samstagabend (28. Oktober) gibt es in ganz Mitteleuropa und somit auch in Vorarlberg eine partielle Mondfinsternis zu beobachten. Das Spektakel dauert knapp eineinhalb Stunden. „Finsternisse sind seltene Ereignisse, die man sich nicht entgehen lassen sollte“, unterstreicht der Bludenzer Astronom Robert Seeberger.

Erdschatten
Das Besondere daran? Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. “Weil die Bahn des Mondes gegen die Ekliptik um zirka fünf Grad geneigt ist, geht der Erdschatten die meiste Zeit am Mond vorbei. Nur wenn der Mond die Erdbahnebene kreuzt, man nennt diese Position Knotenpunkte, fällt der Erdschatten auf den Mond. Vor zwei Wochen hat die Geometrie perfekt gepasst, in Teilen Amerikas war am 14. Oktober eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen”, erläutert Seeberger.
Diesmal muss man allerdings ganz genau hinschauen, um die partielle Mondfinsternis zu erkennen, da nur ein kleines Stück des Mondes in den Kernschatten der Erde eintauchen wird. “Es werden zirka 13 Prozent verfinstert”, berichtet der Vorarlberger Experte. Los geht es um 21.35 Uhr. Um 22.15 Uhr ist das Maximum erreicht. Eine knappe halbe Stunde später, um 22.53 Uhr, wenn das letzte Stückchen der Mondscheine aus dem Kernschatten tritt, endet das kosmische Schattenspiel.
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Keine Hilfsmittel
Zur Beobachtung der MoFi, wie die Mondfinsternis vor allem in Deutschland auch gerne genannt wird, braucht es keine besonderen Vorkehrungen. Einzige Voraussetzung ist gutes Wetter. Robert Seeberger ergänzt: “Während der Finsternis steht der Mond zwischen 35 und 47 Grad hoch in südöstlicher Himmelsrichtung. Zur Beobachtung benötigt man keine Hilfsmittel. Falls ein Fernglas oder ein Teleskop zur Verfügung steht, kann man es klarerweise einsetzen.”

2028 und 2081
Weit beeindruckender als eine partielle Finsternis ist laut dem Experten eine totale Finsternis. Die nächste totale Mondfinsternis ist von Österreich aus allerdings erst wieder am 31. Dezember 2028 zu sehen. Auf die nächste totale Sonnenfinsternis muss man hierzulande sogar bis zum Jahre 2081 warten.
Wie gut man die aktuelle partielle Mondfinsternis sehen wird? Laut den Meteorologen von GeoSphere Austria (ehemals ZAMG) ist der Samstag in Vorarlberg bei nur hoch liegenden Wolkenfeldern zumindest zeitweise sonnig. Erst später am Tag sollen die Schleierwolken oft etwas dichter werden. Am besten stehen die Beobachtungschancen demnach im Süden des Landes.