Tödlicher Unfall auf Zebrastreifen in Dornbirn: Problemzone Haselstauden

Vorarlberg / 22.10.2023 • 11:20 Uhr
Tödlicher Unfall auf Zebrastreifen in Dornbirn: Problemzone Haselstauden
Die Haselstauderstraße beschäftigt Stadt und Anrainer schon seit Jahren. Nun gab es hier einen tödlichen Unfall. VOL, VN

Die 76-Jährige wollte den Schutzweg vor einer Schule überqueren, als sie von einem Pkw erfasst wurde.

Darum geht’s:

  • Eine 76-jährige Fußgängerin stirbt bei einem Verkehrsunfall in Dornbirn.
  • Der Pkw-Fahrer übersieht die Frau auf einem Zebrastreifen.
  • Die Haselstauderstraße beschäftigt Stadt und Anrainer schon seit Jahren.

Dornbirn Am Freitagabend, dem 20. Oktober 2023, ereignete sich gegen 19:10 Uhr ein tragischer Verkehrsunfall auf der Haselstauderstraße (L3) in Richtung Schwarzach, bei dem eine 76-jährige Fußgängerin ihr Leben verlor.

Freiwillig Tempo 30

Bei der Volksschule gilt derzeit freiwillig Tempo 30. Verordnen kann die Stadt dieses Tempolimit nicht, da die Haselstauderstraße eine Landesstraße ist. In Dornbirn wartet man derweil auf eine in Aussicht gestellte Novelle der Straßenverkehrsordnung, die eine Temporeduktion ermöglicht. Dann könnten Gemeinden auch auf Landesstraßen vor Kindergärten oder Schulen die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 reduzieren.

Diese Schilder weisen auf das freiwillige Tempolimit hin. <span class="copyright">VOL</span>
Diese Schilder weisen auf das freiwillige Tempolimit hin. VOL

Hier im Zentrum von Haselstauden befindet sich hier neben der Volksschule auch ein großer Kindergarten, die Kirche, ein Arzt und eine Apotheke. Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative um die Temporeduktion. Sie fand auch breite Unterstützung in der Stadtpolitik, welche bislang in das freiwillige Tempolimit mündeten.

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Die Vorschläge der Anrainer

“Ein Radargerät könnte man auf jeden Fall aufstellen, allein wegen der abschreckenden Wirkung”, erklärt Brigitta Hämmerle. Ihre neunjährige Tochter Lisa geht hier zur Schule, ist selbst Schülerlotsin. “Meistens klappt alles”, fasst diese ihre Dienste am Zebrastreifen zusammen. Die 50-jährige Mutter sieht aber durchaus die Risiken: Die Baustelle macht die Straße unübersichtlicher, am Zebrastreifen bei der Kirche gibt es keine Schülerlotsen. Es gibt für die Kinder mit dem Schulhof eine Ausweichroute rund um die Baustelle immerhin.

Lisa geht hier zur Schule. Sie fühlt sich nicht unsicher, doch die Bedenken wegen den Verkehrsverhältnissen sind groß. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Lisa geht hier zur Schule. Sie fühlt sich nicht unsicher, doch die Bedenken wegen den Verkehrsverhältnissen sind groß. VN/Rauch

Peter Jaglo begleitet seine Töchter oft zur Schule oder holt sie wieder ab. “Sogar als Erwachsener mit Warnweste fühlt man sich manchmal unsicher”, erklärt der 39-Jährige. Bei den meisten Autofahrern klappe es recht gut, viele bremsen frühzeitig oder zumindest am Zebrastreifen und fahren mit angemessener Geschwindigkeit. “Es gibt aber auch solche, die sehen auf 100 Meter, dass ein Kind sich kenntlich macht und rast an ihm vorbei und hupt”, betont Jaglo. Es sei nicht so, dass niemand was tue, die Polizei sei oft präsent. “Was ich aber vermisse, sind Temposchwellen, etwa zwischen den beiden Zebrastreifen.”

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Ein 26-jähriger Pkw-Fahrer, der von Dornbirn kommend unterwegs war, übersah am Freitag die Frau, die gerade den künstlich beleuchteten Schutzweg auf Höhe der Volksschule Haselstauden überquerte. Der Zusammenstoß war derart heftig, dass die Fußgängerin gegen die Windschutzscheibe und über das Fahrzeug hinweg geschleudert wurde, bevor sie etwa zehn Meter entfernt auf der Straße aufkam.

Der besagte Zebrastreifen vor der neuen Volksschule. Hier geschah am Wochenende der schwere Unfall. Unter der Woche sind hier die Schülerlotsen im Einsatz.<span class="copyright"> VN/Rauch</span>
Der besagte Zebrastreifen vor der neuen Volksschule. Hier geschah am Wochenende der schwere Unfall. Unter der Woche sind hier die Schülerlotsen im Einsatz. VN/Rauch

Die 76-Jährige erlitt durch den Unfall schwerste Verletzungen und wurde umgehend ins LKH Feldkirch eingeliefert, wo sie trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals später verstarb.

Um den genauen Unfallhergang zu klären, wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Polizei Dornbirn bittet Zeugen, die Angaben zum Unfallgeschehen machen können, sich unter der Telefonnummer 059 133 8140 zu melden.