Noch hat es die SJ mit ihrer Sicht auf den Gaza-Krieg nicht in die Schulklassen geschafft

BHS-Landesschulsprecher Felix Studer plädiert für die Behandlung brisanter Politik-Themen im Unterricht.
Darum geht’s:
- Schüler plädiert für professionelle Thematisierung des Nahostkonflikts in Schulen.
- Wunsch nach Guide-Lines für Lehrer zur Einbindung aktueller Themen.
- Landesschulsprecher möchte sich für Talentförderung und mehr Wirtschaftskompetenz einsetzen.
Schwarzach Es kann nicht immer nur um Schule im engeren Sinn gehen. Das weiß Felix Studer (17), Landesschulsprecher der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Daher plädiert der Bludenzer für eine professionelle Thematisierung des Nahostkonflikts in den Klassenzimmern. Bei schulischen Themen möchte Studer auf Kompetenz und Glaubwürdigkeit setzen. Weil „dir dann die Schulverantwortlichen auf Augenhöhe begegnen müssen.”

Das Thema drängt sich vor allen anderen auf. Wie haben die schrecklichen Vorgänge in Nahost Einlass in die Klassenzimmer gefunden?
Ganz unterschiedlich. Manche Schüler interessiert das Thema sehr, einige andere nicht. An meiner Schule, der HAK Bludenz, hat man das Thema Nahost im Fach Recht behandelt. Ich muss sagen, dass das unsere Lehrerin gut gemacht hat. Sie informierte uns kompetent. Grundsätzlich wünschte ich mir Guide-Lines für Lehrer, wie sie aktuelle Themen in den Unterricht einbauen.

Wie ist diese Gewalteskalation in Nahost zu dem Landesschulsprecher durchgedrungen?
Ich wurde damit noch nicht konfrontiert. Sollte ich das noch werden, würde ich mich entsprechend darauf einstellen. Auf alle Fälle plädiere ich dafür, diesen Konflikt in der Schule zu behandeln.
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Hat die Sozialistische Jugend mit ihrer unsäglichen Stellungnahme zum Hamas-Terror an den Schulen irgendwelche Resonanz gefunden?
Nein, hat sie nicht. Zumindest habe ich in diese Richtung nichts wahrgenommen. Und ich hoffe, das bleibt auch so.
Welche Herausforderungen für das kommende Jahr siehst du?
Da gibt es einige. Ich werde mich nach Absprache mit Kolleginnen und Kollegen vor allem für Talenteförderung, der Aufwertung des Englischunterrichts an Berufsschulen, für mehr Inklusion an Schulen und für die Vermittlung von mehr Wirtschafts-und Finanzkompetenz einsetzen. Letzteres soll so praxisnah wie möglich erfolgen.

Ist der Lehrermangel für euch Schüler auch Thema?
Selbstverständlich. Ich habe in meiner Klasse einen pensionierten Mathe-Lehrer. Insgesamt unterrichten an unserer Schule drei pensionierte Lehrer und eine Lehrerin, die noch studiert. Wir müssen alles daran setzen, den Lehrberuf wieder wirklich attraktiv zu machen.
Die Landesschulsprecherinnen und Landesschulsprecher wechseln praktisch jährlich. Die Ansprechpersonen im Schulsystem bleiben die gleichen. Was für ein Nachteil ist das für euch Schüler?
Das muss doch nicht zwingend ein Nachteil sein. Neue Landesschulsprecherinnen und Landesschulsprecher bringen immer wieder eine frische, unverbrauchte Sicht der Dinge mit. Das kann doch nicht schaden.
Gibt’s wenigstens einen guten Übergang von einer Person zur nächsten?
Natürlich gibt es das. Ich hatte das Glück, dass mein Vorgänger Lukas Dünser im selben Schulgebäude war wie ich. Er hat mich sehr gut für mein Amt vorbereitet.
Deine Vorgänger haben beklagt, dass sie oft von den verschiedenen Systemrepräsentanten im Bildungswesen nicht wirklich ernst genommen wurden. Wie willst du diesem Umstand begegnen?
Ich will dieser Gefahr durch gute Arbeit und Kompetenz entgegenwirken. Von daher bin ich zuversichtlich, dass ich sehr wohl ernst genommen werde. Diesen Eindruck habe ich nach den ersten Wochen in meinem Amt eigentlich auch.
Du bist von der Schülerunion. Da gibt es aber auch die andere Fraktion, die Aktion kritischer Schüler. Wie gut kommt ihr miteinander aus?
Wahlen sind die eine Sache, die konkrete Vertretungsarbeit eine andere. Im Sinne der Schule gibt es eine sehr gute Kooperation mit der AHS-Kollegin. Es ist wie letztes Jahr. Der Vertreter der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen wird von der Schülerunion gestellt, die AHS-Vertreterin kommt von der AKS. Das Forderungspapier für dieses Schuljahr war eine Gemeinschaftsarbeit.
Was sagst du zum derzeitigen Bildungsminister Polaschek?
Dazu möchte ich mich nicht äußern. Ich finde es gut, dass es mehr Autonomie für die einzelnen Schulstandorte gibt. Ich habe den Minister persönlich noch nicht getroffen, hoffe aber, dass das während meiner Vertretungszeit noch passiert.
Wie ist dein Draht zu Schullandesrätin Schöbi-Fink?
Barbara Schöbi-Fink habe ich schon getroffen. Ich war froh, dass sie mir einige wichtige Informationen gegeben hat. In dem Sinne, dass sie mir mitteilte, wer für was im Schulsystem zuständig ist. Das war einfach sehr praktisch.

Was, glaubst du, qualifiziert dich für das Amt eines Landesschulsprechers?
Ich habe Engagement, ich nehme Schule sehr wichtig, ich hole mir gerne mehrere Meinungen zu einem Thema ein. Ich freue mich auf dieses Jahr.