Warum es wegen des Lärms der Schweizer bei uns laut bleibt

Die ungleich hohen Lärmschutzwände auf Schweizer bzw. österreichischer Seite stechen ins Auge. VN/Stiplovsek
Die Klagen von Anrainern der Grenze zur Schweiz wegen Belästigung reißen nicht ab. Forderungen an Politiker.
Darum geht’s:
- Belästigung Vorarlberger Anrainer durch Lärm von Schweizer Autobahn
- Kritik an ungleich hohen Lärmschutzwänden in Grenzzone
- Unterredung zwischen Verkehrslandesrat und schweizerischen Gemeindepräsidenten geplant
Gaißau, Lustenau Seit dem VN.at-Bericht über die Belästigung Vorarlberger Anrainer durch Verkehrslärm der Schweizer Autobahn melden sich immer wieder Bürger aus dem betroffenen Abschnitt, um auf diesen unerfreulichen Umstand aufmerksam zu machen.
So führt etwa Mario Gregori regelmäßig Aufzeichnungen über die Lärmbelästigung. Der 46-jährige Gaißauer beklagt dabei auch die Belastung durch Flugobjekte. Allein am 22. August hat er 16 Helikopterbewegungen am Gaißauer Himmel gezählt. „Die Politik ist gefordert, hier einzugreifen“, macht Gregori deutlich und schließt sich der Kritik an den ungleich hohen Lärmschutzwänden in der Grenzzone an.

Aufarbeitung
Der Gaißauer Bürgermeister Reinhold Eberle (61) verwehrt sich gegen ungesetzliche Flugbewegungen über Gaißauer Gemeindegebiet. „Die im Staatsvertrag festgehaltene Zahl der genehmigten Flüge wird unterschritten. Die Flüge sind in letzter Zeit sogar nachweislich weniger geworden“, hält Eberle fest.
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Anders verhalte es sich beim Lärm, verursacht durch Kraftfahrzeuge auf der Schweizer Autobahn. „Wir haben das Thema bei der jüngst abgehaltenen Rheindelta-Konferenz natürlich besprochen. Das muss mit den Schweizer Nachbarn aufgearbeitet werden“, verspricht Eberle.
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Man schließe sich diesbezüglich dem Land an und werde gemeinsam versuchen, die Situation zu klären. „Wir wissen natürlich, dass diese Angelegenheit nicht mit unseren Nachbargemeinden über der Grenze gelöst werden kann. Zu denen pflegen wir ein sehr gutes Verhältnis“, betont Eberle.

2,70 zu 1,50 Meter
Über den Autobahnlärm aus der Schweiz regen sich nicht nur Bürger aus Höchst und Gaißau auf. Der Ärger reicht diesbezüglich bis nach Lustenau. So führt der pensionierte Techniker Hans Bösch (65), der nahe der Schweizer Grenze wohnt, seit Jahren Aufzeichnungen über die Lärmsituation. „Die Lärmschutzwand auf Schweizer Seite beträgt 2,70 Meter, auf österreichischer Seite 1,50. Wobei letztere diesem Namen nicht gerecht wird. Durch diese ungleiche Bauführung wurde der Lärmpegel auch im Westen Lustenaus nochmals enorm erhöht und belastet in diesem Bereich 3000 Menschen“, ist sich Bösch sicher.

Verkehrslandesrat Marco Tittler ist alles andere als „amused“ über die Vorgangsweise der Schweizer Nachbarn. VN/DS
Bösch geht mit den Schweizern hart ins Gericht. Für ihn ist die Anbringung verschieden hoher Lärmschutzwände „eine Frechheit und ein Schildbürgerstreich“.
Gespräche kommende Woche
Nicht ganz so drastisch drückt sich Verkehrslandesrat Marco Tittler (46, ÖVP) aus. Seinen Ärger über die Schweizer Autobahngesellschaft Astra kann er dennoch nicht unterdrücken: „So geht man nicht mit einem Nachbarn um“, sagt der Landesrat. Für kommende Woche plant Tittler eine Unterredung mit den Gemeindepräsidenten der Schweizer Nachbargemeinden sowie der St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann.