Bahnhof Dornbirn: Unsicherheitsgefühl trotz Polizeipräsenz

Nach einer Streitigkeit mit Messer am Bahnhof berichten Unternehmer vom allgemeiner Verunsicherung trotz aller Anstrengungen.
Dornbirn Es ist wieder etwas passiert am Dornbirner Bahnhof. Erst Anfang April gab es den letzten Zwischenfall am Bahnhof, bei dem ein Messer im Spiel war. Unternehmer rund um der Verkehrsdrehscheibe des Rheintaler Unterlands zeichnen ein Bild von Angst und Unwohlsein, gegen das Polizeipräsenz allein nicht hilft.
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“Sie sind die ganze Zeit am Bahnhof, dann schaukelt es sich hoch und einer explodiert”, bringt Mohammad Rupak das Problem mit gewissen Dauergästen am Bahnhofsareal auf den Punkt. Ihm gehört der Chang Pai Asia Shop am Bahnhof, der gebürtige Bangladescher hat freie Sicht auf den Busbahnhof. “Der Bahnhof ist ein Ort, an dem man zehn Minuten auf den Bus oder Zug warten sollte, nicht den ganzen Tag verbringen”, ist er überzeugt. Es fehle offensichtlich ein alternativer Anlaufpunkt für jene, die sonst nicht wissen, wohin mit sich.

Viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger fühlen sich unsicher aufgrund des Publikums am Bahnhof. Dies merkt auch Rupak. Immer wieder würden ihn Eltern fragen, ob ihr Kind nach der Musikschule, die eine Zweigstelle im Postgebäude hat, in seinem Geschäft auf den Bus warten kann. Die Polizei sei zwar sehr präsent, aber auch das habe seine Grenzen.
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Andere Unternehmer am Bahnhof sind vorsichtig, wollen ihren Namen und Gesicht nicht in der Zeitung sehen. Schließlich sind sie direkt am Brennpunkt. Der Bahnhof Dornbirn ist einmalig in Vorarlberg: Über 25.000 Ein- und Ausstiege verzeichnet man hier täglich, Zahlen wie man sie sonst von der Wiener Mariahilfer Straße kennt. Und der Bahnhof ist ein Treffpunkt für Menschen aller Ethnien aufgrund scheinbar fehlender Alternativen.
Frage der Gewohnheit
“Man ist das einfach nicht gewohnt in Vorarlberg, dass es einen solchen Ort gibt”, erklärt eine Unternehmerin aus der Bahnhofstraße. Die Sprachvielfalt, die meist vielen jungen Dauergäste rund um den Bahnhof, das kenne man so einfach nicht in Vorarlberg. Die meisten Menschen wären problemlos, man lasse einen in Ruhe. Aber man habe einfach schnell einmal ein mulmiges Gefühl.
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Eine weitere Unternehmerin betont ebenfalls, dass die Polizei sehr präsent und sichtbar ist. Die tatsächlichen Probleme hätten zuletzt eher abgenommen. Dies zeige sich allein schon daran, dass der nahe Supermarkt inzwischen auf einen eigenen Sicherheitsdienst wieder verzichten würde, dies war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Und auch mit den meisten Dauergästen am Bahnhof könne man reden und diese notfalls problemlos verschicken. Es habe sich dementsprechend insgesamt die Situation verbessert.