Oberscheider zur maroden Rheinhalle: “Tragwerklösung ist hinausgeworfenes Geld”

Laut Statik-Experten entspricht der Eistempel nur noch bis Oktober 2024 den Sicherheitsstandards.
Darum geht’s:
- Statische Mängel bedrohen das historische Gebäude der Rheinhalle Lustenau.
- Eine Tragluftkonstruktion soll das Dach entlasten und das Problem beheben.
- Kritik wird laut, dass der EHC Lustenau nicht in die Planungen einbezogen wird.
Lustenau Am 8. Jänner 1972 ging die Rheinhalle Lustenau in Betrieb. Über 51 Jahre hat sie die Geschichte Lustenaus mitgeprägt, diente Weltstars der Musik (Tina Turner, Joe Cocker, Herbert Grönemeyer und vielen mehr) als Bühne, ist die Heimat des Eishockeyklubs EHC Lustenau. 16 Millionen Schilling (= 1,163 Millionen Euro) kostet das Projekt damals.
Doch jetzt scheint das Ende des historischen Gebäudes eingeläutet. Statische Mängel, verursacht durch unzulängliche Schweißnähte, haben das Dach zu einem Unsicherheitsfaktor gemacht. Nur noch bis Oktober 2024 will die mit der statischen Qualifizierung der Halle betraute Firma Gbd das Bauwerk guten Gewissens zur Nutzung empfehlen.

Gefahr durch Schnee und Wind
„Wir arbeiten mit Nachdruck an einer Lösung für eine mittelfristige Nutzung der Halle“, sagt Bürgermeister Kurt Fischer (60). „Hier geht es um die Sicherheit. Die Uhr tickt“, ergänzt der Gemeindechef.

Konkret soll das Statik-Unternehmen Gbd gemeinsam mit einer Südtiroler Firma Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Errichtung einer Tragluftkonstruktion erarbeiten, die das Dach der Halle entlastet. Denn es ist das Dach, das den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet. Zu hohe Schneelast und Wind sind die Risikofaktoren.

Gespannt wartet Hochbaugemeinderat Markus Schlachter auf das Ergebnis der statischen Prüfung für das Projekt. „Davon wird abhängen, ob wir es auch umsetzen können.“
Oberscheiders Projekt
Rund 1,5 Millionen Euro würde die Umsetzung einer das Dach entlastenden Tragwerklösung kosten. „Das ist hinausgeworfenes Geld“, glaubt Herbert Oberscheider, Präsident des EHC Lustenau. Er ist enttäuscht darüber, nicht in die laufenden Planungen eingebunden zu sein. „Man sagte mir, ich könne an allen Gesprächen teilnehmen. Das war vor fünf Monaten. Eingeladen wurde ich bisher auf nichts.“

Der EHC-Präsident bastelt an einem eigenen Projekt. Dieses sieht die Errichtung einer multifunktionellen Großhalle vor. „Ein Leuchtturmprojekt, das zu realisieren wäre. Aber was auch immer passiert: Ich würde mir wünschen, dass alle an einem Tisch sitzen und sich um die beste Lösung bemühen.“
Zwischenlösung
Kurt Fischer lässt die Kritik des Unternehmers nicht gelten. „Wir brauchen jetzt eine schnelle, mittelfristige Lösung, um einen Hallenbetrieb ohne Pause zu gewährleisten. Wir sind mit seriösen Partnern um die Lösung der Problematik bemüht. Wenn Fakten auf dem Tisch liegen, soll Heri Oberscheider bei allen weiteren Überlegungen willkommen sein. Er kann ja sein Projekt parallel zu den jetzt benötigten Sofortmaßnahmen weiterverfolgen.“

Langfristig für ein neues Eishallenprojekt will sich Sportgemeinderat Mathias Schwabegger einsetzen. „Die jetzt dringend benötigte Tragluftkonstruktion bringt uns maximal zehn Jahre. Irgendwann muss Lustenau sich entscheiden: Will man eine funktionstüchtige Eishalle, oder nicht?“
Zuerst heißt es in Lustenau aber: Warten auf das Ergebnis der Statik-Prüfung für die Tragluftkonstruktion. Dass dieses auch negativ ausfallen kann, will sich zum jetzigen Zeitpunkt niemand vorstellen.