Start in die Kürbissaison: “Klein, aber oho”

Vorarlberg / 22.09.2023 • 17:40 Uhr
„Es ist eine anstrengende, aber sehr schöne Zeit“, sagt Theresia Winder über die Kürbissaison. <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
„Es ist eine anstrengende, aber sehr schöne Zeit“, sagt Theresia Winder über die Kürbissaison. VN/Paulitsch

Am Winder Hofgeht es in diesen Tagen ordentlich rund, auch wenn das Wetter heuer nicht ideal war.

Dornbirn Der Kürbis hat eine lange Tradition, schon lange bevor Halloween auch hierzulande Einzug gehalten hat. „Früher hat man Kürbisse angebaut, um sie an die Schweine zu verfüttern. Heute ist er aus den meisten Küchen nicht mehr wegzudenken“, erzählt Theresia Winder (54) vom Winder Hof in Dornbirn.

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Seit 30 Jahren dreht sich bei Familie Winder alles um Beeren, dazu zählt auch der Kürbis, der botanisch gesehen eine Beere ist. Rund 40 verschiedene Sorten werden auf rund drei Hektar angebaut, darunter Speise-, Zier- und Halloweenkürbisse in allen Formen, Farben und Größen. Die Bedingungen für den Kürbisanbau waren in diesem Jahr allerdings durchwachsen, sagt Theresia Winder. Aufgrund des zu nassen und kalten Wetters im Frühjahr sei die Auspflanzung später als üblich erfolgt. Dadurch fallen die Kürbisse heuer kleiner als sonst aus. Einige Pflanzen haben das nasskalte Wetter zudem nicht überstanden. „Es ist nicht das beste Kürbisjahr. Aber wir sind zufrieden und glücklich, dass wir überhaupt ernten können.“

Rund 40 Sorten in allen Formen, Farben und Größen werden bei Beeren Winder verkauft. Stella aus Dornbirn hat einen Gefallen an den runden Riesen gefunden.
Rund 40 Sorten in allen Formen, Farben und Größen werden bei Beeren Winder verkauft. Stella aus Dornbirn hat einen Gefallen an den runden Riesen gefunden.

Vor zwei Wochen wurden die ersten Kürbisse vom Feld geholt. Inzwischen ist ein Großteil bereit für den Verkauf. Jeder einzelne Kürbis wird dabei von einem der 15 Erntehelfer per Hand geerntet und sorgfältig gewaschen. Geerntet wird erst, wenn die Blätter der Kürbisse abgestorben sind. „Erst dann sind sie reif und halten dadurch länger“, erklärt Theresia Winder. Heuer wird am Winder Hof mit einer Ernte von 15 bis 20 Tonnen gerechnet.

Die kleinsten Kürbisse wiegen gerade einmal ein paar Gramm.  <span class="copyright">VN/TAS</span>
Die kleinsten Kürbisse wiegen gerade einmal ein paar Gramm. VN/TAS

Die meisten Kürbisse, die der Winder Hof anbaut, sind Hokkaido-Kürbisse. „Beliebt sind auch der Muskat, der Lange von Neapel oder der Butternusskürbis“, zählt die Landwirtin auf. Die Nachfrage nach Speisekürbissen steige von Jahr zu Jahr. „Es gibt immer mehr Menschen, die sich vegan oder fleischlos ernähren. Diesen Trend spüren wir enorm.“ Auch Halloween kurbelt das Geschäft noch einmal ordentlich. Den runden Riesen ein gruseliges Gesicht zu verpassen, ist nämlich auch hierzulande eine liebgewonnene Tradition. „Seit der Pandemie hat dieser Trend noch einmal zugenommen. Wir könnten mehr Halloween-Kürbisse verkaufen, als wir haben“, schmunzelt die 54-Jährige.

Den Flaschenkürbis hat Winder heuer zum ersten Mal im Sortiment. „Wir probieren immer etwas Neues aus.<span class="copyright"> VN/TAS</span>“
Den Flaschenkürbis hat Winder heuer zum ersten Mal im Sortiment. „Wir probieren immer etwas Neues aus. VN/TAS
Die liebevolle Dekoration bei Beeren Winder ist ein begehrtes Fotomotiv.  <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Die liebevolle Dekoration bei Beeren Winder ist ein begehrtes Fotomotiv. VN/Paulitsch

Um das Angebot für die Kunden attraktiv zu halten, kommen jedes Jahr ein paar neue Sorten dazu. Neu im Sortiment ist etwa die Kalebasse, die ihrer Form entsprechend auch Flaschenkürbis genannt wird. „Es macht Spaß, immer wieder etwas Neues auszuprobieren und zu sehen, welche Freude die Kunden haben.“

Stella aus Dornbirn fühlt sich im Meer aus Kürbissen rundum wohl.
Stella aus Dornbirn fühlt sich im Meer aus Kürbissen rundum wohl.

Und manchmal packt Familie Winder auch das Wettbewerbsfieber, aber nur dann, wenn das Wetter mitspielt. „Der größte Kürbis, den wir je gezüchtet haben, wog 300 Kilogramm.“ Allein der Samen kostet laut Theresia Winder 50 Euro. „Riesenkürbisse zu züchten ist das große Hobby meines Schwagers Martin. Wir messen uns dann mit Kürbisbauer Andreas Kalb in der Frage, wer den größten Kürbis gezüchtet hat. Am Ende zählt aber nur der Spaß, einen Konkurrenzgedanken gibt es zwischen uns nicht.“

Am Winder Hof geht es in diesen Tagen ordentlich rund. <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Am Winder Hof geht es in diesen Tagen ordentlich rund. VN/Paulitsch