Lustenauer Sackgasse quillt über vor Verkehr – das sagen die Anrainer

Anrainer vom Schlatt bemängeln fehlendes Verkehrskonzept.
Darum geht’s:
- Zu viel Verkehr und enge Straße im Lustenauer Birkenweg
- Anwohner sorgen sich um Sicherheit der Kinder im Verkehr
- Anrainer fühlen sich von Behörden nicht gehört und fordern Lösungen
Lustenau Im Lustenauer Birkenweg rumort es weiter: In der Sackgasse im Lustenauer Norden liegt der Kindergarten am Schlatt, wo derzeit zusätzlich die Kinder des Kindergartens Rotkreuz unterkommen. Entsprechend viele Eltern rücken Tag für Tag an, um ihr Kleinen zu bringen und wieder abzuholen, oft mit dem Auto. Gegenüber des Kindergartens ist zudem die Ausweichschule Am Schlatt im Bau. Ist sie einmal fertig, wird zwar die von den Anrainern lang ersehnte Schulstraße umgesetzt, mit der sogenannte Elterntaxis aus der Sackgasse ausgesperrt werden können (die VN berichteten), bis dahin kommen aber große Baustellenfahrzeuge in den Birkenweg. Zu viel Verkehr, eine viel zu schmale Straße und große Projekte in einer kleinen Sackgasse, in der die Stimmung der Anrainer angespannt ist.

Brenzlige Situationen
“Es ist nicht die Aufgabe der kleinen Kinder, die ihren Kindergartenweg bestreiten, auf all diese Hindernisse zu achten. Es ist schlichtweg unmöglich”, sagt Anrainer Martin Schnetzer. Kinder in diesem Alter beobachten Schnecken am Wegesrand, tauschen sich mit Freunden aus und machen erste Erfahrungen mit dem Straßenverkehr.

Doch am Schlatt ist das nicht möglich. Hier drängen sich Fußgänger, Fahrradfahrer mit und ohne Kiki-Anhänger, Scooter-Fahrer, Autos, die parken und wieder ausparkieren, Anrainer, die zur Arbeit fahren und bald auch Baustellenfahrzeuge durch. “Das Problem ist, dass dies eine Sackgasse ist. Dort wo man reinfährt, muss man auch wieder raus”, sagt er. “Und genau so entstehen brenzlige Situationen”, sagt Anrainer Helmut Fitz. Ihm sei man im Zuge des Umkehrens schon oft in den Zaun gefahren. “Der Zaun ist mir egal. Den kann ich reparieren. Mir geht es hier um die Sicherheit der vielen Kinder”, so Fitz.

Er und die restlichen rund 30 Haushalte, die hier wohnen, meiden mittlerweile die Bring- und Abholzeiten. “Ich musste letzthin warten, bis ein Elternteil sein Kind im Kindergarten abgegeben hat, ehe ich mit dem Auto zur Arbeit vorbeifahren konnte”, fügte Alexandra Felder hinzu.

Autoverzicht keine Lösung
“Es ist nicht realistisch den Eltern zu sagen, sie sollen mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen. Manche Leute haben keine Zeit, müssen direkt zur Arbeit und nehmen dann das Auto. Die Autofahrer können eigentlich nichts dafür. Hier fehlt ein Konzept”, so Schnetzer.
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Dazu kommt, dass in dieser Straße 40 km/h rechtlich zugelassen sind. “Ich mag mir nicht ausmalen, wenn nur einer so schnell fährt und ein Kind dazu kommt”, sagt Fitz. Der Obmann des Mobilitätsausschusses Mathias Blaser betont, dass Tempo 30 bei dieser Straße in der Ausarbeitung sei.

Die Anrainer fühlen sich nicht gehört, haben sie doch schon mehrfach in den vergangenen Jahren Kontakt mit den Verantwortlichen aufgenommen. Ideen hätten sie einige, wie die Situationen am Schlatt entschärft werden können. “Wir wohnen hier, sind die Experten dieser Straße. Weshalb man nicht mit uns redet, verstehen wir nicht”, so Fitz.

Aufklärung greift
Kürzlich wurden die Eltern seitens der Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich Elterntaxis im Birkenweg sind. Die Situation sei seitdem besser geworden. Dazu kommt, dass seit vergangenem Freitag ein Polizist in der Früh die Sicherheit der Kinder überwacht. “Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist ruhiger geworden. Doch das Problem der Sackgasse wird nicht gelöst”, so Anrainerin Julia Riedmann. Sie gibt zu bedenken, dass in der nun kommenden dunkleren Jahreszeit die Situation verschärft wird. BVS