„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“

Etwa 700 Personen haben am Freitagvormittag am weltweit organisierten Klimastreik der „Fridays For Future“- Umweltbewegung teilgenommen.
Darum geht’s:
- Etwa 700 Personen nehmen in Vorarlberg am Klimastreik teil.
- Jugendliche, Eltern, Pensionisten und Lehrkräfte protestieren für eine klimagerechte Zukunft.
- Demonstration verläuft friedlich, Forderungen werden an Politiker gerichtet.
Von Lena Gruber
Bregenz „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“, rief eine Menge Protestierender durch die Vorarlberger Landeshauptstadt. Laut Schätzungen der Polizei demonstrierten am Freitagvormittag rund 700 Personen in der Innenstadt. Neben zahlreichen Jugendlichen und Kindern beteiligten sich auch besorgte Eltern, Pensionistinnen und Pensionisten sowie Lehrkräfte am Klimaprotest durch die Bregenzer Straßen.

Wie bereits bei den vergangenen Demonstrationen verdeutlichten die Rufe und Transparente der Aktivistinnen und Aktivisten die Dringlichkeit einer klimagerechten Zukunft: „Wir haben ein Recht auf eine lebenswerte Zukunft“ oder „Klimagerechtigkeit in alle Gemeinden“ war auf den Plakaten der Jugendlichen zu sehen. Neben der lautstarken Forderung einer Klimagerechtigkeit richteten die Aktivistinnen und Aktivisten ihre Appelle an die verantwortlichen politischen Akteurinnen und Akteure. Rund eine Stunde dauerte die Demonstration vom Parkplatz Seestadt bis zum Vorarlberger Landhaus. Die Demonstration verlief friedlich.
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Versammlung vor dem Landhaus
Johannes Hartmann von „Fridays For Future“-Vorarlberg bedankte sich auf dem Landhausplatz für die Treue. „Es ist wahnsinnig, dass auch nach fünf Jahren noch so viele Menschen gekommen sind“, freut sich der Sprecher der Umweltschutzbewegung. Hartmann ist sich aber sicher, dass die Slogans noch nicht jene Menschen erreicht haben, für die sie eigentlich gedacht sind, nämlich für die Landespolitikerinnen und Landespolitiker. Mit tosendem Applaus wurden deshalb die Forderungen noch einmal lautstark wiederholt. Die Kundgebung wurde durch weitere Redebeiträge und viel Musik abgerundet.

Umweltkatastrophen
Vereinzelt waren auch kritische Stimmen von Passantinnen und Passanten zu hören. So murmelte ein älterer Herr, der anonym bleiben möchte, dass die jungen Aktivistinnen und Aktivisten besser in die Schule gehen sollten. Dennoch sorgten die aktuellen Umweltkatastrophen für reichlich Gesprächsstoff. So waren sich alle einig, dass Überflutungen und die heißen Temperaturen auch vor Österreich nicht mehr Halt machen. Der Sprecher von „Fridays For Future“-Vorarlberg forderte deshalb Landeshauptmann Markus Wallner auf, einen eigenen Klimakatastrophengipfel in Vorarlberg einzuberufen.

Breite Unterstützung
Neben der Demonstration in Vorarlberg gingen heute auch in anderen Bundeshauptstädten Menschen auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Österreichweit fanden elf Kundgebungen statt, wobei die größte in Wien erwartet wurde.

Der Protest am Freitag wurde von zahlreichen Organisationen, Kunstschaffenden und Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern unterstützt. Neben Demonstrierenden aller Generationen schenkten auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker den Rufen der Aktivistinnen und Aktivisten Gehör. Vor dem Landhaus waren unter anderem die Klubobfrau der Grünen, Eva Hammerer, sowie weitere Landtagsabgeordnete, unter anderem von den NEOS, zu sehen.
Unterstützung bekamen die Demonstrierenden aber auch vom ehemaligen Gesundheitsminister Rudi Anschober. „Wir müssen endlich die Notbremse ziehen und das tun, was gefordert wird. Und die, die es am ehesten schaffen können, sind die Jungen. Es braucht diese Veränderung. Ich glaube, dass die Österreicher einen engagierten Klimaschutz wollen“, sagte er in einem Interview mit der APA.

