„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“

Vorarlberg / 15.09.2023 • 16:05 Uhr
Weltweit wurde an mehr als 770 Orten gestreikt. In Bregenz nahmen etwa 700 Menschen teil.<span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Weltweit wurde an mehr als 770 Orten gestreikt. In Bregenz nahmen etwa 700 Menschen teil.VN/Roland Paulitsch

Etwa 700 Personen haben am Freitagvormittag am weltweit organisierten Klimastreik der „Fridays For Future“- Umweltbewegung teilgenommen.

Darum geht’s:

  • Etwa 700 Personen nehmen in Vorarlberg am Klimastreik teil.
  • Jugendliche, Eltern, Pensionisten und Lehrkräfte protestieren für eine klimagerechte Zukunft.
  • Demonstration verläuft friedlich, Forderungen werden an Politiker gerichtet.

Von Lena Gruber

Bregenz „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“, rief eine Menge Protestierender durch die Vorarlberger Landeshauptstadt. Laut Schätzungen der Polizei demonstrierten am Freitagvormittag rund 700 Personen in der Innenstadt. Neben zahlreichen Jugendlichen und Kindern beteiligten sich auch besorgte Eltern, Pensionistinnen und Pensionisten sowie Lehrkräfte am Klimaprotest durch die Bregenzer Straßen.

Mit bunten Transparenten marschierten die Klimaaktivisten durch die Bregenzer Straßen. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Mit bunten Transparenten marschierten die Klimaaktivisten durch die Bregenzer Straßen. VN/Roland Paulitsch

Wie bereits bei den vergangenen Demonstrationen verdeutlichten die Rufe und Transparente der Aktivistinnen und Aktivisten die Dringlichkeit einer klimagerechten Zukunft: „Wir haben ein Recht auf eine lebenswerte Zukunft“ oder „Klimagerechtigkeit in alle Gemeinden“ war auf den Plakaten der Jugendlichen zu sehen. Neben der lautstarken Forderung einer Klimagerechtigkeit richteten die Aktivistinnen und Aktivisten ihre Appelle an die verantwortlichen politischen Akteurinnen und Akteure. Rund eine Stunde dauerte die Demonstration vom Parkplatz Seestadt bis zum Vorarlberger Landhaus. Die Demonstration verlief friedlich.

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Mehr Klimagerechtigkeit! So lautete das Motto der Demonstrierenden. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Mehr Klimagerechtigkeit! So lautete das Motto der Demonstrierenden. VN/Roland Paulitsch

Versammlung vor dem Landhaus

Johannes Hartmann von „Fridays For Future“-Vorarlberg bedankte sich auf dem Landhausplatz für die Treue. „Es ist wahnsinnig, dass auch nach fünf Jahren noch so viele Menschen gekommen sind“, freut sich der Sprecher der Umweltschutzbewegung. Hartmann ist sich aber sicher, dass die Slogans noch nicht jene Menschen erreicht haben, für die sie eigentlich gedacht sind, nämlich für die Landespolitikerinnen und Landespolitiker. Mit tosendem Applaus wurden deshalb die Forderungen noch einmal lautstark wiederholt. Die Kundgebung wurde durch weitere Redebeiträge und viel Musik abgerundet.

Nicht nur Jugendliche forderten die Politiker zum Handeln auf. Auch Lehrkräfte, Pensionisten und Eltern waren Teil der Kundgebung. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Nicht nur Jugendliche forderten die Politiker zum Handeln auf. Auch Lehrkräfte, Pensionisten und Eltern waren Teil der Kundgebung. VN/Roland Paulitsch

Umweltkatastrophen

Vereinzelt waren auch kritische Stimmen von Passantinnen und Passanten zu hören. So murmelte ein älterer Herr, der anonym bleiben möchte, dass die jungen Aktivistinnen und Aktivisten besser in die Schule gehen sollten. Dennoch sorgten die aktuellen Umweltkatastrophen für reichlich Gesprächsstoff. So waren sich alle einig, dass Überflutungen und die heißen Temperaturen auch vor Österreich nicht mehr Halt machen. Der Sprecher von „Fridays For Future“-Vorarlberg forderte deshalb Landeshauptmann Markus Wallner auf, einen eigenen Klimakatastrophengipfel in Vorarlberg einzuberufen.

Umweltkatastrophen, wie unter anderem die Überschwemmungen Ende August, bereiten vielen Menschen Sorgen. <span class="copyright">VN/Philipp Steurer</span>
Umweltkatastrophen, wie unter anderem die Überschwemmungen Ende August, bereiten vielen Menschen Sorgen. VN/Philipp Steurer

Breite Unterstützung

Neben der Demonstration in Vorarlberg gingen heute auch in anderen Bundeshauptstädten Menschen auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Österreichweit fanden elf Kundgebungen statt, wobei die größte in Wien erwartet wurde.

„Liebe Politik, worauf wartest du?“ Spruchreife Slogans zierten die Transparente. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
„Liebe Politik, worauf wartest du?“ Spruchreife Slogans zierten die Transparente. VN/Roland Paulitsch

Der Protest am Freitag wurde von zahlreichen Organisationen, Kunstschaffenden und Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern unterstützt. Neben Demonstrierenden aller Generationen schenkten auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker den Rufen der Aktivistinnen und Aktivisten Gehör. Vor dem Landhaus waren unter anderem die Klubobfrau der Grünen, Eva Hammerer, sowie weitere Landtagsabgeordnete, unter anderem von den NEOS, zu sehen.

Unterstützung bekamen die Demonstrierenden aber auch vom ehemaligen Gesundheitsminister Rudi Anschober. „Wir müssen endlich die Notbremse ziehen und das tun, was gefordert wird. Und die, die es am ehesten schaffen können, sind die Jungen. Es braucht diese Veränderung. Ich glaube, dass die Österreicher einen engagierten Klimaschutz wollen“, sagte er in einem Interview mit der APA.

Hunderte Menschen begleiteten die Jugendlichen auf dem Protestmarsch. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Hunderte Menschen begleiteten die Jugendlichen auf dem Protestmarsch. VN/Roland Paulitsch
Die Umweltschutzbewegung „Fridays For Future“ kann auf eine fünfjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.<span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Die Umweltschutzbewegung „Fridays For Future“ kann auf eine fünfjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.VN/Roland Paulitsch