Wo eine Maske wieder ratsam ist

Vorarlberg / 14.09.2023 • 12:00 Uhr
Wer verschnupft ist oder sich krank fühlt, kann mit einer Maske Mitmenschen vor einer Infektion bewahren.<span class="copyright"> VN/Steurer</span>
Wer verschnupft ist oder sich krank fühlt, kann mit einer Maske Mitmenschen vor einer Infektion bewahren. VN/Steurer

Corona: Gesundheitsexperten empfehlen Vorsichtsmaßnahmen mit „Hausverstand“.

SCHWARZACH. Man kann nur noch sehr vage erahnen, wie sich Corona entwickelt. Infektionen sind nicht mehr meldepflichtig und Erkrankungen verlaufen oft so mild, dass sie unbemerkt bleiben. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass es wieder zu mehr und mehr Fällen kommt in Vorarlberg, wie Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher bestätigt: Die Virenlast, die im Abwasser festgestellt wird, sowie die Zahl der Spitalspatienten, die noch getestet werden und bei denen das Ergebnis positiv ist – beides steigt.

Wo eine Maske wieder ratsam ist

Ein Problem? Politik vermittelt den Eindruck, dass es keines ist. Sie steht nach Einschätzung des Gesundheitsexperten Thomas Czypionka vom „Institut für Höhere Studien“ (IHS) im Eindruck „unglücklicher Entscheidungen“, die sie in der Pandemie getroffen hat und die insbesondere die Stimmung gegen Regierende kippen ließen. Czypionka verweist auf den Lockdown für Ungeimpfte sowie die beschlossene, aber dann nicht umgesetzte Impfpflicht. All das habe dazu geführt, dass das Thema Corona vom Kanzler abwärts gemieden werde.

"Wir sollten an den Hausverstand appellieren", spricht sich Landessanitätsdirektor Grabher für einen neuen Umgang mit Corona aus.<span class="copyright">. Foto: VN/Mayer</span>
"Wir sollten an den Hausverstand appellieren", spricht sich Landessanitätsdirektor Grabher für einen neuen Umgang mit Corona aus.. Foto: VN/Mayer

Czypionka sieht das kritisch: „Wir hätten die Chance gehabt, aus der Pandemie zu lernen und Infektionskrankheiten ernster zu nehmen. Wir haben die Chance nicht genützt.“ Corona mag an Bedrohlichkeit verloren haben, sollte nach Ansicht des Experten aber nicht unterschätzt werden. Und zwar aus gesundheitlichen Gründen, weil mit einer Erkrankung zum Beispiel noch immer Langzeitfolgen verbunden sein könnten, bei denen es „keine wirklich gute Therapie“ gebe (Stichwort „Long Covid“). Sowie aus wirtschaftlichen Gründen, weil es in Zeiten vieler Erkrankungen zu einem spürbaren Arbeitskräfteausfall komme. „Die Folgen davon sollten einmal berechnet werden, damit es klarer wird“, so Czypionka.

Was tun? „Ich war gerade in Japan und dort gibt es in jedem Hotelzimmer einen Luftreiniger“, beginnt er auszuführen: „Warum es bei uns nicht möglich ist, ein Luftkonzept für alle Schulen und Kindergärten zu haben, ist mir nicht verständlich.“ Wahrscheinlich liege es daran, dass man das Thema eben grundsätzlich meide. Darüber hinaus wäre es wieder ratsam, in geschlossenen Räumen, in denen viel gesprochen werde und geschwächte Personen seien, Maske zu tragen.

Besonders bei Besuchen im Krankenhaus oder im Pflegeheim kann es wieder ratsam sein, eine Maske zu tragen. <span class="copyright">Foto: Reuters</span>
Besonders bei Besuchen im Krankenhaus oder im Pflegeheim kann es wieder ratsam sein, eine Maske zu tragen. Foto: Reuters

Von einer Maskenpflicht redet Czypionka nicht. Das tut auch Landessanitätsdirektor Grabher nicht: „Wir sollten an den Hausverstand appellieren“, betont er vielmehr. Beispiel: „Wenn man einen Schnupfen hat oder sich krank fühlt, solle man sich schon überlegen, ob man ins Spital oder ins Pflegeheim geht, um jemanden zu besuchen“, so Grabher: „Wenn man es tut, sollte man eine Maske tragen.“ Damit schütze man andere. Und zwar vor allem Menschen mit einer Vorerkrankung oder im höheren Alter. Das sind nach Ansicht von Grabher auch diejenigen, für die jetzt, auf eine kühlere Jahreszeit hin, eine Auffrischungsimpfung empfehlenswert wäre: „Eine Coronaimpfung sollte als Vorsichtsmaßnahmen gesehen werden wie eine Influenzaimpfung“, sagt der Sanitätsdirektor: „Sie bietet einen guten Schutz.“