Ingrid Benedikt gibt wertvollen Lebensmitteln eine zweite Chance

Das Projekt “Offener Kühlschrank – Lebensmittel sind kostbar” feiert Fünf-Jahr-Jubiläum.
Dornbirn Über eine Million Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfälle landen in Österreich alljährlich im Müll. Ingrid Benedikt aus Dornbirn packte das Problem an der Hand und rief vor fünf Jahren das Projekt „Offener Kühlschrank” ins Leben.

Mit dem Thema Umweltschutz beschäftigt sich Ingrid Benedikt schon lange. „Wir hatten einen tollen Professor im Gymnasium, der sozusagen damals den Samen eingepflanzt hat.” In den Folgejahren unterstützte Benedikt zahlreiche Umweltprojekte im Land. So initiierte sie 2009 unter anderem die erste „WeltumWeltWoche“ in Dornbirn, aus der schließlich die Vorarlberger Umweltwoche wurde.
Immer wieder sei sie in den vergangenen Jahren auf das Thema der Lebensmittelverschwendung gestoßen, erzählt die Umweltaktivistin. „Es schmerzte mich, wenn ich in den Medien las, wie viel Lebensmittel weggeschmissen werden. Das Traurige ist, dass gerade in den Haushalten der meiste Teil der weggeschmissenen Lebensmittel anfällt, und zwar über 50 Prozent.” In vielen europäischen Großstädten wird das Konzept Foodsharing schon seit Jahren praktiziert. „Irgendwann erfuhr ich von einem offenen Kühlschrank in Bern, den ich besichtigte und mit den Studierenden, die ihn organisierten, Kontakt aufnahm.” Mit Unterstützung der Dornbirner Projektwerkstatt und des Zukunftsbüros wurde die Initiative schließlich auch in Vorarlberg realisiert.

„Das Interesse für einen offenen Kühlschrank war von Anfang an sehr groß”, erzählt Benedikt und betont, dass es sich dabei nicht um ein Sozialprojekt, sondern um ein Umweltprojekt handelt. „Wir wollten auf keinen Fall Tischlein deck dich in die Quere kommen.” Vielmehr gibt es inzwischen eine Kooperation mit dem Verein. „Es geht es uns darum, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden. Dabei ist es unerheblich, wer sie holt.”
Das Konzept ist simpel: Unter dem Motto „Bring und nimm“ können abgelaufene Lebensmittel, die noch zum Verzehr geeignet sind, Ernteüberschüsse, zu viel Gekochtes sowie kulinarische Geschenke, die man selber nicht mag, abgegeben werden. „Der Hit sind selbst gemachte Lebensmittel, wie zum Beispiel Marmeladen. Angebrochene Packungen, frisches Fleisch oder frischer Fisch, sowie schon verdorbene Waren dürfen nicht in den Kühlschrank gegeben werden”, unterstreicht Benedikt, die 2020 für ihr Projekt mit dem VN-Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde.

Den ersten offenen Kühlschrank gab es in der Stadtbücherei Dornbirn. Heute, fünf Jahre später, gibt es insgesamt 13 Standorte im ganzen Land. Weitere Standorte sind bereits im Gespräch.
In Vorarlberg habe man mit dem Projekt schon sehr viel erreicht: „Wir konnten immerhin 45.000 Kilogramm Lebensmittel retten. Das ist ein Turm von Lebensmittelboxen von der Karren-Talstation bis zur Staufenspitze.”
Feier “Fünf Jahre Offener Kühlschrank”: Dienstag, 10. Oktober, 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek Dornbirn, Anmeldung: dornbirn@offener-kuehlschrank.at
Standorte Offener Kühlschrank
Feldkirch: Bekleidungsgeschäft Levendl
Götzis: KAB Götzis
Lochau: Brockenhaus
Bregenz: Miles Diner Bregenz
Hard: Uferstraße 18,
Mäder: Betreubares Wohnen
Egg: Ärztehaus “Praxis in der Gerbe”
Bürs: Dorfplatz 5, beim Gemeindeamt
Schlins: Eichengasse 25
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