Radgipfel und ein bemerkenswerter Vorzugsschüler

Vorarlberg / 11.09.2023 • 17:05 Uhr
Das Plädoyer fürs Radfahren kennt keine Parteigrenzen. LR-Zadra, Ministerin Gewessler, der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann und der Emser Bürgermeister Egger. VN/Paulitsch
Das Plädoyer fürs Radfahren kennt keine Parteigrenzen. LR-Zadra, Ministerin Gewessler, der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann und der Emser Bürgermeister Egger. VN/Paulitsch

68 Millionen Euro fließen heuer bundesweit in Radprojekte. Bund, Kommunen und Unternehmen fördern Radkulturen.

Darum geht’s:

  • 68 Millionen Euro fließen in Radprojekte bundesweit.
  • Die Ministerin möchte den Anteil der Radfahrer erhöhen.
  • Jobräder sind ein Meilenstein für den Radverkehr.

Hohenems Vorarlberg hat einen Anteil von Radfahrern am Straßenverkehr von 16 Prozent. Das ist österreichweit herausragend. Und es sollen noch mehr werden. Genau das wünscht sich auch Mobilitätsministerin Leonore Gewessler (45, Grüne) für ganz Österreich. Beim österreichischen Radgipfel mit Beteiligung des deutschen Bundeslandes Baden Württemberg in Hohenems verwies die Ministerin auf die Tatsache, dass immer noch mehr als 60 Prozent aller Autofahrten in Österreich weniger als zehn Kilometer betragen. “Das Potenzial für den Radverkehr ist noch groß”, glaubt die grüne Ressortchefin für Mobilität, Klima und Umwelt. 2,7 Millionen Österreicher fahren derzeit regelmäßig Rad. Noch lange nicht genug, sind die Verantwortlichen überzeugt.

Fleißig und mit großer Begeisterung wurde schon vor der Präsentation des Radgipfels in Hohenems geradelt. <span class="copyright">VLK</span>
Fleißig und mit großer Begeisterung wurde schon vor der Präsentation des Radgipfels in Hohenems geradelt. VLK

Hochattraktive Jobräder

Gerne schließt sich da der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann den ambitionierten Zielen an. “Wir wollen, dass bis 2030 unsere Bürger jeden zweiten Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen”, wünscht sich der allemannische Nachbar. Dafür notwendig, so sind sich alle einig, sind entsprechende Rahmenbedingungen. Konkret: gut ausgebaute Radwege, Bike-&-Ride-Stationen an Bahnhöfen und erschwingliche Räder. Ein Meilenstein für letzteres sind die Jobräder, die Unternehmen für ihre Mitarbeiter kaufen und von ihnen bis zur Eigentümerschaft geleast werden. Knapp 4500 Jobräder sind laut Auskunft von Mobilitätslandesrat Daniel Zadra (38, Grüne) in Vorarlberg bereits registriert. Gerne spricht Zadra in diesem Zusammenhang von einem neuen Bewusstsein fürs Radfahren, als Ergänzung zum Freizeit- und Ganztagsrad.

Auf einem altertümlichen Fahrrad versuchte sich Umweltlandesrat Daniel Zadra. Höchste Konzentration war gefragt.<span class="copyright"> VLK</span>
Auf einem altertümlichen Fahrrad versuchte sich Umweltlandesrat Daniel Zadra. Höchste Konzentration war gefragt. VLK

Die Emser “Haltung”

“Haltung” nennt es Bürgermeister Dieter Egger (55, FPÖ), wie seine 15.000- Einwohner-Stadt mittlerweile zum Radfahren steht. Zahlreiche Maßnahmen und spezielle Förderungen gibt es in der Grafenstadt für die Radfahrer. All diese Maßnahmen haben die grünen Verantwortungsträger von Bund und Land so sehr beeindruckt, um den nationalen Radgipfel in der blau regierten Vorarlberger Kleinstadt abzuhalten.