Quereinsteiger gibt anderen Menschen Halt

Thomas Willam hat sich für einen Berufswechsel entschieden und ist nun seit knapp zehn Jahren als Bestatter tätig.
Dornbirn Thomas Willam ist Quereinsteiger und hat sich einen Beruf ausgesucht, den er als Berufung bezeichnet. Der gebürtige Wälder ist seit 2014 Bestatter und hat sich vor vier Jahren selbstständig gemacht. Von Dornbirn aus betreut und unterstützt er auch in den Bezirken Feldkirch und Bregenz Hinterbliebene bei einem Trauerfall, indem er und sein Team Bestattungen vorbereiten, Grabstellen besorgen und vieles mehr …

Schon vor seiner zweiten Berufswahl hatte der 54-Jährige in einer Versicherungsagentur mit Menschen zu tun, und das gefiel ihm. „Mir fiel auf, dass viele Menschen, vor allem Frauen, an der Regelung der letzten Dinge interessiert sind“, erinnert sich Thomas Willam zurück, und so fiel seine Wahl auf den Beruf des Bestatters. Denn es sollte weiterhin eine Arbeit sein, in der Menschen im Mittelpunkt stehen. „Ich möchte Menschen unabhängig von Herkunft, Religion und finanziellen Möglichkeiten in einer schwierigen Lebenssituation helfen und begleiten. Mein Anspruch ist es dabei, einen Verstorbenen auf seinem gesamten Weg so zu behandeln, als wäre es der eigene Vater oder die eigene Mutter“, bringt Willam seine Motivation zum Ausdruck.

Zeitgemäße Friedhofsgestaltung
Den Friedhof sieht der Bestatter als seinen Arbeitsplatz an. „Ich erlebe täglich, wie wichtig ein Ort des Trauerns für Menschen ist, die jemanden verloren haben.“ Daher hat er im Rahmen seiner Vereinstätigkeit bei Profrieda die 1. Vorarlberger Friedhofsausstellung am Friedhof Dornbirn-Haselstauden mitorganisiert. In der Friedhofskapelle der Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung bekommen Grabbesitzer, Trauernde, friedhofsbetreuende Personen Anregungen und Informationen, wie eine zeitgemäße, auch naturnahe Friedhofsgestaltung aussehen kann.


Mit dem Thema Nachhaltigkeit hat der Bestatter auch in seinen Beratungen zu tun. „Vor allem bei der Sargauswahl kommt öfter die Sprache darauf“, schildert Willam. Für ihn ein Anlass, gemeinsam mit einem Tischler aus dem Bregenzerwald naturbelassene Urnen und Särge, gefertigt aus heimischer Tanne, anzubieten.


Direkte Rückmeldungen
Thomas Willam räumt nach nicht ganz zehn Jahren in seinem Beruf ein, dass seine Tätigkeit herausfordernd ist. Aber er relativiert, dass der Bestatterberuf auch abwechslungsreich sei. Außerdem bekommt man in kaum einem anderen Beruf mehr direkte Rückmeldungen mittels eines „Danke“ oder durch liebe Worte. „Es tut auch gut, wenn man sieht, dass man einem anderen Halt geben und die Wünsche des Verstorbenen umsetzen konnte“, erklärt Willam, der sein Geschäftshandy immer dabeihat und so durchgängig erreichbar ist. Seine freie Zeit verbringt er am liebsten mit der Familie. Kurze Ausflüge nach Südtirol unternimmt er ebenfalls gerne. „Falls es einen Notfall gibt, bin ich aus Südtirol schnell wieder im Land“, nimmt der Quereinsteiger seine Berufung ernst.

Zur Person
Thomas Willam
Beruf: Bestatter
Geburtstag: 26. September 1968
Ausbildung: HTL für Elektrotechnik
Berufsweg: In einer Versicherungsagentur tätig
Wohnort: Dornbirn
Familie: verheiratet, eine Tochter
Hobbys: Radfahren, Skifahren, Kurzurlaube