Corona meldet sich zurück

Vorarlberg / 25.08.2023 • 19:00 Uhr
Das Virus ist nicht ausgestorben: Für den kommenden Winter könnte unter Umständen auch die Maske wieder ratsam sein, so Gesundheitsexperte Armin Fidler. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Das Virus ist nicht ausgestorben: Für den kommenden Winter könnte unter Umständen auch die Maske wieder ratsam sein, so Gesundheitsexperte Armin Fidler. Foto: APA

Auch in Vorarlberg gibt es wieder mehr Infektionen. Experte drängt auf Impfempfehlung.

SCHWARZACH. Corona ist keine meldepflichtige Krankheit mehr, und es wird auch kaum noch getestet. Ausgestorben ist das Virus jedoch nicht. Von Anfang Juni bis Mitte Juli hat es zwar so gut wie kein Infektionsgeschehen mehr im Land gegeben, seither nimmt es jedoch wieder zu. Überraschend früh, wie der Gesundheitsexperte Armin Fidler im Gespräch mit den VN erklärt. Erwartet worden wäre das für Herbst. Damit, dass es schon im Hochsommer losgeht, habe man nicht gerechnet. Konsequenz aus seiner Sicht: Eine neue Impfempfehlung wäre umso dringlicher.

Corona meldet sich zurück

Wie sich die Pandemie entwickelt, kam in den vergangenen drei Jahren durch die Anzahl der bestätigten Infektionen zum Ausdruck. Doch dazu werden mittlerweile nicht einmal mehr Statistiken geführt. Was es noch immer gibt, sind zwei Hinweise, die ohnehin aussagekräftiger sind: Zum einen ist das die Zahl der Spitalspatientinnen und -patienten mit Corona. In den ersten Sommerwochen gab es hierzulande keine mehr, dann plötzlich wieder mehrere. Allein in der ersten Augustwoche handelte es sich um sieben Personen.

„Ich kenne zufällig eine Radlergruppe, zwölf Personen, sechs haben sich jüngst angesteckt“, hat Fidler auch persönlich erfahren, dass Corona wieder zurück ist.  <span class="copyright">VN/Stiplovsek  </span>
„Ich kenne zufällig eine Radlergruppe, zwölf Personen, sechs haben sich jüngst angesteckt“, hat Fidler auch persönlich erfahren, dass Corona wieder zurück ist. VN/Stiplovsek

Der andere Hinweis auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens geht auf die Kläranlagen zurück. Dort werden Abwasserproben entnommen, die in Labors ausgewertet werden. Das Ergebnis laut Christoph Scheffknecht, dem Leiter des Umweltinstituts des Landes: „Die Virenlast steigt wieder.“ Zuletzt erreichte sie alles in allem ein Niveau, das sie bei damals sinkender Tendenz im April hatte. Ein Vergleich damit ist laut Scheffknecht jedoch nur eingeschränkt möglich, weil das Niveau seinerzeit regional sehr unterschiedlich gewesen sei.

Neue Variante

Was coronamäßig in Vorarlberg gerade läuft, ist keine Ausnahme. In anderen Bundesländern oder auch in der Schweiz ist es ähnlich. Und zwar auch im Hinblick auf Folgendes: Es gibt eine neue Virusvariante, die das Infektionsgeschehen antreibt. Sie trägt den Namen „Eris“ und steht bei der Weltgesundheitsorganisation unter erhöhter Beobachtung. Im Land dominiert sie bereits, nach zuerst 82 Prozent beliefe sich ihr Anteil der im Abwasser festgestellten Werte zuletzt auf 65 Prozent, wie Scheffknecht berichtet. Immerhin: Zu schwereren Erkrankungsverläufen als bisherige Varianten dürfte „Eris“ nicht führen.

In den USA und in Deutschland gibt es bereits eine aktualisierte Impfempfehlung. In Österreich ist das nicht der Fall.  <span class="copyright">Foto: APA</span>
In den USA und in Deutschland gibt es bereits eine aktualisierte Impfempfehlung. In Österreich ist das nicht der Fall. Foto: APA

Wichtig wäre es nach Ansicht des Gesundheitsexperten, dass das Nationale Impfgremium (NIG) nun endlich zu einer Impfempfehlung schreitet. Seit Monaten dränge er vergeblich darauf, dies rechtzeitig vor der kälteren Jahreszeit zu tun. In den USA, aber auch in Deutschland habe man dies längst getan. Naheliegend wäre laut Fidler, dass sich Menschen mit Vorerkrankungen und Gefährdungen impfen lassen.

Dass Corona wieder da ist, hat Experte Fidler auch privat erfahren: „Ich kenne zufällig eine Radlergruppe, zwölf Personen, sechs haben sich jüngst angesteckt.“ Schlimm seien die Folgen für niemanden, aber lästig und zum Teil hartnäckig.

Maske wieder gefragt

Im Übrigen empfiehlt Fiedler, sich wieder auf Grundregeln wie Lüften und Händewaschen zu besinnen sowie im Winter in geschlossenen Räumen, in denen es zu größeren Ansammlungen kommt, durchaus auch die Maske zu tragen. Dadurch werde unter anderem auch die Ausbreitung der herkömmlichen Grippe eingedämmt – und das sei nicht nur mit Blick auf die Gesundheit wichtig, sondern auch darauf, Krankenstände und Personalausfälle gerade in Zeiten eines zunehmenden Arbeitskräftemangels zu begrenzen.