Wie Andelsbuch mit dem Seilbahnunglück vom Freitag umgeht

Vorarlberg / 13.08.2023 • 15:30 Uhr
Die Sessel der Bergbahnen Andelsbuch bleiben leer und werden wohl bald abgebaut. Das Unglück hat das Ende der Lifte besiegelt. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die Sessel der Bergbahnen Andelsbuch bleiben leer und werden wohl bald abgebaut. Das Unglück hat das Ende der Lifte besiegelt. VN/Paulitsch

Schock sitzt tief. Bei dem Unglücksopfer handelt es sich um einen 75-jährigen Deutschen.

Andelsbuch Oft führt wohl das Schicksal Regie. Die Diskussionen über Ende oder Fortbestand der Andelsbucher Bergbahnen haben kaum Fahrt angenommen, schon breitet sich ein dunkler Schatten über den Standort. Am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr kam es auf dem oberen Sessellift zu einem tragischen Unglück.

Laut dem Andelsbucher Bürgermeister Bernhard Kleber (56) löste sich circa 200 Meter vor der Talstation der Sektion II ein Sessel. Auf diesem saß, talwärts fahrend, ein 75-jähriger Mann aus Deutschland. Der ORF berichtet, dass Sitz des Mannes mit dem darunter fahrenden Sessel kollidierte und der Mann darauf unter dem Sicherheitsbügel hindurchrutschte.

Sentimentale Erinnerung an eine Sesselbahn, die für eine Region große Bedeutung hatte. Jetzt gingen in Andelsbuch die Lichter aus. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Sentimentale Erinnerung an eine Sesselbahn, die für eine Region große Bedeutung hatte. Jetzt gingen in Andelsbuch die Lichter aus. VN/Paulitsch

Nach St. Gallen gebracht

“Was da passiert ist, geht mir sehr nahe”, sagte Kleber vn.at am Sonntag. Man habe unmittelbar nach dem Unfall die Bahn noch leerlaufen lassen. “Danach wurde der Betrieb unverzüglich eingestellt. Wir haben sofort der Seilbahnbehörde Bericht erstattet. Die dort tätigen Sachverständigen untersuchen die Umstände des Unglücks. Der Bericht liegt noch nicht vor.”

Wie Kleber bekannt gab, erlitt das Unglücksopfer schwere Verletzungen. “Über die Art der Verletzungen kann ich nichts sagen. Ich kann nur berichten, dass der Notarzt entschied, die verletzte Person nach St. Gallen zu bringen.”

In die Jahre gekommen

Über die Haftung der Folgen des Unglücks müssten sich nun die Versicherungen verständigen, meinte Kleber zudem.

Der Vorfall auf dem zweiten Sessellift der Andelsbucher Bergbahnen fiel mitten in die Diskussion über die Zukunft der 52 Jahre alten Konstruktion, deren Sicherheitsprobleme offenkundig wurden. Die in die Jahre gekommene Bahn müsste grundlegend saniert werden, um einen Betrieb auch für die nächsten Jahre gewährleisten zu können.

Schwere Zeiten für Bürgermeister Bernhard Kleber. Erst das angekündigte Ende der Bergbahnen, und nun das Unglück. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Schwere Zeiten für Bürgermeister Bernhard Kleber. Erst das angekündigte Ende der Bergbahnen, und nun das Unglück. VN/Paulitsch

Weil die Seilbahngesellschaft derzeit keine Lösung für die Zukunft der Bahn hat, wäre der Betrieb ohnehin im Oktober eingestellt worden. Durch das aktuelle Unglück war diese Maßnahme bereits jetzt unvermeidlich.

Unter dem Eindruck des Unfalls will sich Bürgermeister Kleber jetzt auch nicht mit einer Zukunftsdiskussion befassen. “Es gibt derzeit andere Prioritäten.”

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