So gefährlich kann die Tigermücke auch bei uns werden

Die asiatische Tigermücke ist im Vormarsch. Für Vorarlberg wünscht sich Klaus Zimmermann eine Wiederaufnahme des Monitorings. apa
Biologe Klaus Zimmermann sorgt sich: „Wir müssen dieses Insekt bei uns genau beobachten.“
Schwarzach Es sind düstere Szenarien, die Experten entwerfen. Die Tigermücke, ein aus Asien eingeschlepptes Insekt, könnte uns künftig die Sommer vermiesen. Nur drei bis acht Millimeter ist sie klein, doch ihr Bedrohungspotenzial ist groß. Ihre Stiche können tropische Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Zika-Virus auslösen, was zum Beispiel das Risiko von Fötenmissbildung in sich birgt.

Einzelfunde
„Im Osten Österreichs ist die Tigermücke bereits ein Problem. Besonders in Schrebergärten. Dort sticht sie Menschen unentwegt. Im Gegensatz zu anderen Mücken auch am Tag“, berichtet Klaus Zimmermann (64), wissenschaftlicher Sprecher der Inatura Dornbirn. 2020 bis 2022 lief in Vorarlberg ein Monitoringprojekt für Tigermücken. Doch das ist nun abgelaufen. Entdeckt wurden Eier der Tigermücke zum ersten Mal vor zwei Jahren bei der Autobahnraststätte in Hörbranz. Noch einmal später kam es zum Fund von Spuren des gefährlichen Insekts. „Man hat das als Einzelfunde kategorisiert. Doch wir müssen weiter genau beobachten“, ist Zimmermann überzeugt.

Er selbst hat die Lizenz zur Bekämpfung der Tigermücke in der Schweiz erworben und ein Monitoring auch heuer angeboten. Doch vom Land gab es dafür keinen Auftrag.
Tigermückenfallen
Vermutet wird das bedrohliche Insekt vor allem an Mobilitätsknotenpunkten, wohin die Tigermücke am ehesten verschleppt wird. „Wir haben während des Monitorings Fallen an mehreren solchen Stellen positioniert. Überall dort, wo viele Menschen und Waren zusammentreffen, ist ihr Auftreten am wahrscheinlichsten“, weiß Zimmermann.
Für die bundesweite Überwachung der Tigermücke ist die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zuständig. In Vorarlberg übernahmen diese Aufgabe während der Projektzeit von 2020 bis 2022 heimische Experten. Die Bestimmung der gefundenen Mückeneier wurde dann wieder von der AGES vorgenommen. „Dort gibt es die dafür notwendige Infrastruktur, die wir nicht haben“, erklärt Zimmermann.

Die Biologinnen Lisa Klocker und Nadja Bereuter legten vor einem Jahr Fallen aus und sammelten Mückeneier. CDC, Zimmermann
Paarung ohne Folgen
Zur Bekämpfung der Tigermücke werden laut Zimmermann speziell zwei Methoden angewandt. „Die eine Methode geschieht durch ein naturverträgliches Mittel, das die Därme der Insekten zerstört. Die andere Methode besteht in der Züchtung von sterilen Tigermückenmännchen, die danach ausgesetzt werden. Die Paarung mit den Weibchen bleibt dann ohne Folgen, es gibt keinen Nachwuchs. Der Bestand geht zurück.“