Taifun-Warnung: Vorarlberger verlassen weltgrößtes Pfadfindercamp

Vorarlberg / 07.08.2023 • 16:00 Uhr
Taifun-Warnung: Vorarlberger verlassen weltgrößtes Pfadfindercamp
Nach der Hitze kommt der Sturm: Rita Krainer begleitet die Vorarlberger Jugendlichen in Südkorea. PPÖ

Auf die große Hitze folgt der Sturm. Für die Österreicher heißt es nun, sich in Sicherheit zu bringen.

Seoul Eine Unwetterwarnung beendet das größte Pfadfindercamp der Welt: Die Vorfreude auf das alle vier Jahre stattfindende Treffen war riesig, umso größer ist nun die Enttäuschung, dass es vorzeitig abgebrochen werden muss. Über 43.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der ganzen Welt waren an der Westküste Südkoreas zusammengekommen. Darunter auch über 100 Vorarlberger. Doch das Wetter spielt einfach nicht mit.

“Die Vorhersage ist, dass starke Winde entstehen. Es ist sogar von einem Taifun die Rede”, berichtet Rita Krainer (47). Sie ist in Vorarlberg für die Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes der Pfadfinder zuständig und derzeit Teil der österreichischen Delegation in Südkorea. “Die Eltern haben uns ihre Kinder anvertraut, also werden wir überhaupt kein Risiko eingehen.”

Nach Seoul ins Hotel

Der Plan ist, dass die etwa 500 österreichischen Pfadfinder (alle zwischen 14 und 18 Jahren alt) am Dienstagmorgen mit Bussen nach Seoul gefahren und in Hotels untergebracht werden. Ein Nachprogramm sei ohnehin dort geplant gewesen. Nun geht es halt früher in die Hauptstadt. Zwischen 12. und 16. August stehen dann die Heimflüge für die Österreicher an.

Bei der Eröffnungsfeier herrschte sehr gute Stimmung. <span class="copyright">PPÖ/Krainer</span>
Bei der Eröffnungsfeier herrschte sehr gute Stimmung. PPÖ/Krainer
Rita Krainer begleitet die Jugendlichen nach Südkorea.
Rita Krainer begleitet die Jugendlichen nach Südkorea.

Das “World Scout Jamboree” an der Westküste Südkoreas sollte ursprünglich bis zum 12. August dauern. Die mehr als 43.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 158 Ländern waren in über 20.000 Zelten untergebracht. Das Areal am Meer bietet aber ebenso wenig Schatten wie Schutz vor Wind. Der Weltverband rief die Regierung auf, die Pfadfinder bis zur Rückreise in ihre Heimatländer nach Kräften zu unterstützen.

Eine andauernde Hitzewelle in Südkorea hatte das Pfadfindertreffen in Saemangeum bereits seit dem Beginn am 1. August geplagt. Der Weltverband hatte sich deshalb schon Ende der vergangenen Woche für eine vorzeitige Beendigung ausgesprochen. Die meisten Landesverbände – darunter das österreichische Kontingent – entschieden jedoch, zu bleiben. Tausende von Teilnehmern aus Großbritannien, den USA und Singapur verließen dagegen das Camp.

Trinken, trinken, trinken: eine wichtige Maßnahme bei der Hitze. <span class="copyright">PPÖ</span>
Trinken, trinken, trinken: eine wichtige Maßnahme bei der Hitze. PPÖ
Sonnenschirme spendeten Schatten auf dem weitläufigen Areal. <span class="copyright">PPÖ/Lechner</span>
Sonnenschirme spendeten Schatten auf dem weitläufigen Areal. PPÖ/Lechner

“Es ist nicht optimal gestartet, mit sehr viel Regen, der Lagerplatz war sehr feucht und gatschig. Dann kam die Hitzewelle, das ist leider so, und jetzt die Taifun-Warnung”, sagt die Kontingentärztin Lisa Prior. Die medizinische Situation sei aber eindeutig beherrschbar, sagt die Ärztin, die selbst zwei Söhne auf dem Lager hat. „Als Hauptbeschwerden beobachten wir, neben den üblichen Lagerverletzungen wie Verstauchungen und Schnittwunden, etwas vermehrt Hitzeausschläge und leichte Sonnenbrände.“

Busse gegen die Hitze

Die Kinder und Jugendlichen hätten aber immer Spaß gehabt und auch bis zuletzt Ausflüge, etwa ans Meer, unternehmen können. Die Verantwortlichen hätten auch viele klimatisierte Busse oder Zelte zur Verfügung gestellt und Wasser verteilt. “Die Organisatoren haben schnell Maßnahmen ergriffen und die Situation war jetzt gut”, sagt Rita Krainer. Bis eben die Taifun-Warnung aufschlug.

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Bis hierhin hätten die Jugendlichen dennoch eine tolle Woche gehabt. Bevor es zum Zeltlager ging, hatten die Vorarlberger bereits Gelegenheit, die koreanische Kultur näher kennenzulernen. Und das Camp selbst sei ein riesiges Fest mit großem interkulturellem Austausch. Krainer ist daher auch davon überzeugt, dass die Jugendlichen von dem Treffen profitieren. Trotz aller Widrigkeiten.

Nach Angaben des Wetteramts in Südkorea bewegt sich derzeit der starke Taifun nordwärts in Richtung der koreanischen Halbinsel und könnte dort am Donnerstag im Südosten auf Land treffen. Es wird mit heftigen Winden und starken Regenfällen gerechnet.

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