Ein Jahr nach der Steingeißjagd auf der Kanisfluh: „Es war einfach zu viel, was sie getan haben“

Vorarlberg / 07.08.2023 • 17:25 Uhr
Ein Jahr nach der Steingeißjagd auf der Kanisfluh: „Es war einfach zu viel, was sie getan haben“
Jagdinfluencer Rouven Kreienmeier und die Brüder Benjamin und Marc Sebastian Frahm.

Verfahren läuft noch. Neuer Jagdaufseher hat übernommen. Film ist fertig, wird aber noch nicht veröffentlicht.

Schnepfau, Bregenz Sie jagten in einem Bereich der Kanisfluh, der bis dahin für Jäger tabu war, biwakierten im Landschaftsschutzgebiet, ließen dort Getränkeflaschen und Ausrüstungsgegenstände zurück und bestellten anschließend einen Hubschrauber, der sie mitsamt der erlegten Steingeiß wieder zurück ins Tal brachte: Vor einem Jahr haben die beiden deutschen Pächter der Eigenjagd Wirmboden in Schnepfau (das Brüderpaar Frahm aus Baden-Württemberg) sowie Jagdfilmer und -influencer Rouven Kreienmeier für Entrüstung in Vorarlberg gesorgt. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Juristisch ist die Sache allerdings noch immer nicht ausgestanden.

Die Deutschen stiegen zur felsigen Nordflanke der Kanisfluh auf.
Die Deutschen stiegen zur felsigen Nordflanke der Kanisfluh auf.

Vorarlberger Jäger bezeichnen die Aktion als „Wahnsinn“ und sprachen von „Schussgeilheit“ und „Sensationshascherei“. Landesrat Christian Gantner betonte: „Das ist nicht die Art und Weise von Jagd, wie wir sie uns wünschen, und es ist nicht die Art und Weise von Jagd, wie wir sie in Vorarlberg gewohnt sind. Hier stand die Inszenierung im Vordergrund und das sollte nicht sein.“ Die Aktion kam ans Licht, weil Kreienmeier Fotos und Videos von dem Ausflug in den sozialen Medien postete.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Der Jagdfilmer begleitete die Deutschen für seine Serie „Abenteuer Bergrevier“, die er auf der Bezahlplattform „Hunt on Demand“, einer Art Netflix für Jäger, vermarktet. In einem Video berichtete er unter anderem, dass die Geiß „unglücklich in sehr unwegsamem Gelände verendet“ ist und „etwa 50 Meter tief im Abgrund“ liegt.

Ein Jahr nach der Steingeißjagd auf der Kanisfluh: „Es war einfach zu viel, was sie getan haben“
Das Taxi ins Tal: Die Deutschen ließen sich samt Beute von einem Hubschrauber abholen.

Die Abteilung „Wirtschaft und Umweltschutz“ in der Bezirkshauptmannschaft (BH) Bregenz stellte nach einem Lokalaugenschein und umfangreichen Erhebungen Strafanträge wegen Übertretungen nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung. „Ein Verfahren wurde rechtskräftig abgeschlossen, gegen einen weiteren Bescheid wurde beim Landesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben“, informiert der zuständige Abteilungsleiter Rainer Honsig-Erlenburg über den aktuellen Stand der Dinge.

Ein Jahr nach der Steingeißjagd auf der Kanisfluh: „Es war einfach zu viel, was sie getan haben“
Dieses Foto von der Filmpräsentation wurde auf der Videoplattform veröffentlicht.

Das noch offene Verfahren dürfte auch der Grund sein, wieso der Film rund um die Steingeißjagd auf der Kanisfluh noch nicht erschienen ist. Denn fertig ist er bereits, wie Kreienmeier unlängst auf der Videoplattform verlautbarte. Die Präsentation fand demnach im Juni auf dem Vorsäß in Schnepfau statt. In Bezug auf den Veröffentlichungstermin hält sich Kreienmeier indes bedeckt: „Für den Moment heißt es erstmal noch: abwarten!“, schreibt er in der Mitteilung. Eine VN-Anfrage ließ er unbeantwortet.

Die Deutschen ließen auf dem Weg nach oben mehrere Ausrüstungsgegenstände und Getränkeflaschen in der Natur zurück.
Die Deutschen ließen auf dem Weg nach oben mehrere Ausrüstungsgegenstände und Getränkeflaschen in der Natur zurück.

In dem Revier der Frahms hat mittlerweile ein neuer Jagdaufseher die Aufsicht übernommen, nachdem sein Vorgänger unmittelbar nach der Steingeißjagd seine Kündigung eingereicht hatte.

„Ich habe gesagt, ihr dürft da nicht rauf, wenn ihr geht, dann bin ich am nächsten Tag nicht mehr Jagdaufseher und das habe ich auch getan“, blickt der ehemalige Jagdaufseher im Gespräch mit den VN zurück. „Es war einfach zu viel, was sie getan haben. Sie sind der Meinung gewesen, dass sie die ganze Welt kaufen können und das geht bei mir nicht. Wenn sie unsere Heimat und die Leute nicht schätzen, dann ist es bei mir gleich einmal erledigt. Inzwischen ist es so, dass ich komplett aufgehört habe mit der Jagd, weil sie mir so einen Dämpfer gegeben haben“, berichtet er.

<p class="caption">Die geschossene Geiß musste per Seil geborgen werden.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span></p>

Die geschossene Geiß musste per Seil geborgen werden. 

Immerhin: Die Steingeiß, die die Deutschen an der felsigen Nordflanke der Kanisfluh erlegt haben, wurde laut Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft, wie vorgesehen bei der Hegeschau vorgelegt. “Sie hatte das richtige Alter und war also laut Abschussplan frei. Von dem her war es kein jagdrechtliches Vergehen“, führt er aus.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.