Warum die Sommerrodelbahn in Schetteregg in der Warteschleife ist

Zustimmung für touristisches Vorhaben fehlt: Agrargemeinschaft bremst Projekt in Egg-Schetteregg aus.
Egg Kein Schnee, kein Geschäft: Der letzte Winter hat bei der Liftgesellschaft in Schetteregg im Bregenzerwald Spuren hinterlassen. Betrieb war nur an der Hälfte der 90 Saisontage möglich. „Finanziell hat es uns getroffen wie noch nie zuvor“, sagt Liftechef Hannes Waldner.

Schneearme Winter machen den kleinen Skigebieten in mittleren Lagen allerdings schon länger zu schaffen. Seit Jahren wälzt der Touristiker deshalb bereits Pläne für die Umstellung auf einen Ganzjahresbetrieb. Eine Sommerrodelbahn sollte als wirtschaftliche „Lebensversicherung“ die Zukunft absichern. Die 154 Gesellschafter des Liftunternehmens hatten mit einem Mehrheitsbeschluss Anfang Jahr bereits die Weichen gestellt.

Die Liftgesellschaft wartet seither auf grünes Licht der Grundstückseigentümer. Vergeblich. „Uns sind die Hände gebunden. Wir hängen völlig in der Luft“, sagt Hannes Waldner. Die Agrargemeinschaft Alpe Brongen bremst das Vorhaben seit Monaten aus. Während das Projekt im Vorstand der Agrargemeinschaft auf Wohlwollen stößt, hat sich bei einzelnen Mitgliedern Widerstand formiert.

Das bestätigt deren Obmann Klaus Waldner im Gespräch mit den VN. Für eine Abstimmung bei der Generalversammlung brauche es eine Zweidrittelmehrheit. Es gebe derzeit Unstimmigkeiten zwischen Mitgliedern der Agrargemeinschaft und der Liftgesellschaft. Deshalb wolle man jetzt erst lieber noch abwarten. „Am Ende wollen wir ein Miteinander. Es braucht hier jeder den anderen“, so der Agrargemeinschafts-Obmann.

Die Liftgesellschaft braucht jedenfalls die Zustimmung der Grundstücksbesitzer. Am Bekenntnis zu einem Sommerbetrieb hat sich nichts geändert. Auf lange Sicht sei das Projekt alternativlos. Es entscheide über das wirtschaftliche Überleben, so Liftechef Hannes Waldner.
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Wäre sich die Agrargemeinschaft einig gewesen und hätte dem Vorhaben zugestimmt, würden die Lifte bereits laufen. Die Detailplanung ist längst abgeschlossen. Für die Rodelbahn selbst brauche es keine Geländeeingriffe, auch keine Fundamente. Es würden lediglich einen Meter lange Nägel in den Untergrund geschlagen. Es gebe keine baulichen Maßnahmen. Die Anlage würde auf- und dann wieder abgebaut, beschreibt Waldner.

Die Sommerrodelbahn ist jedenfalls in der Warteschleife. „Wir hoffen jetzt, dass wir zumindest im nächsten Sommer Klarheit haben.“ Ansonsten müsste über Alternativen nachgedacht werden, so der Liftechef.

Es ist ruhig in Schetteregg. Sehr ruhig sogar, wie ein Lokalaugenschein zeigt. Etwas Belebung würde dem beliebten Familienwandergebiet aus touristischer Sicht jedenfalls guttun.