Hubert Schatz: „Bemerkenswert, dass dieser Wolf …“

Der Wolf war „Jugoslawe“. Landwirtschaftslandesrat Gantner: „Völlig inakzeptabel“
Bregenz Schon wieder Wolfsalarm in Vorarlberg. Und immer wenn das so ist, tritt der Wildbiologe des Landes, Hubert Schatz, in Aktion. Dabei geht es um eine entsprechende Einordnung des Wolfauftritts in Vorarlberg und um das Setzen geeigneter Maßnahmen.
Schatz zeigte sich vom DNA-Ergebnis überrascht. „Ich hätte geglaubt, dass das Raubtier aus Italien oder Deutschland kommt. Aber der Wolf stammt von der dinarischen Population aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das ist bemerkenswert.“

Augen offen halten
Dass der Großräuber bis ins menschliche Siedlungsgebiet vordrang, findet Schatz ebenfalls beunruhigend. „Immerhin scheint es sich um ein hier nicht sesshaftes Tier gehandelt zu haben. Es gab danach drei Wochen lang keine Risse mehr. Der Wolf ist also weiter gewandert.“
Für Schatz ist klar: „Wir müssen jetzt die Augen offen halten und gut aufpassen, welche weitere Entwicklung es gibt.“ Zu den wichtigsten Maßnahmen zähle die sofortige Meldung an die Landesveterinärabteilung im Falle eines Risses. „Beim Bartholomäberger Wolfsriss ging alles sehr lange.“

Schnell handeln
Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner die Wolfsattacke von Bartholomäberg. „Wir brauchen zusätzliche Möglichkeiten und Mittel für solche Fälle“, betont Gantner. „Leider liegt der Riss schon sehr lange zurück. Sonst hätte ich einen entsprechenden Bescheid zur Entnahme dieses Wolfes erlassen. Dieser wäre sicher auch durchgegangen. Wolfsangriffe in Siedlungsgebieten darf es nicht geben.“
Für Gantner unerlässlich: „Wir müssen im eigenen Wirkungsbereich effizient handeln können.“ In Zukunft solle jeder Riss sofort gemeldet werden. „Dann kann der Wildbiologe das gerissene Tier unverzüglich begutachten, und man muss für die Erlassung eines Bescheides bei Bedarf nicht warten, bis ein DNA-Ergebnis vorliegt.“