Für Offenheit und Toleranz

Vorarlberg / 30.07.2023 • 16:00 Uhr
Daniel Furxer, Stephan Ammann, Cassandra Prugger, Rita Krainer und David Rupnik (v.l.) betreuen die Vorarlberger Pfadis in Südkorea.<span class="copyright"> VN/Steurer</span>
Daniel Furxer, Stephan Ammann, Cassandra Prugger, Rita Krainer und David Rupnik (v.l.) betreuen die Vorarlberger Pfadis in Südkorea. VN/Steurer

Rita Krainer ist begeisterte Pfadfinderin und beim „Jamboree“ in Südkorea dabei.

Dornbirn Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder? Rita Krainer (47) schmunzelt und erzählt von einem 75-Jährigen, der sich nach wie vor mit viel Freude in dieser Jugendbewegung engagiert. „Für manche ist es tatsächlich eine Lebensaufgabe“, fügt sie an.

Rita Krainer als Jung-Pfadfinderin. Sie ist in der Jugendbewegung bis heute fest verankert.
Rita Krainer als Jung-Pfadfinderin. Sie ist in der Jugendbewegung bis heute fest verankert.

Ihre Karriere bei den Pfadfindern begann mit sieben, und schon mit 16 leitete sie selbst Gruppen, bis es nach dem Abitur zum Studium ins Ausland ging. Rita Krainer schwärmt noch heute von dieser intensiven Zeit und rückt gleich ein Klischee zurecht: „Pfadi sein heißt nicht nur Zelten, Lagerfeuer und Würstchen grillen. Man lernt viel fürs Leben und wird offener für alles Fremde.“ Das manifestiert sich auch in ihrer großen Leidenschaft fürs Reisen.

Rita Krainer lebt für die Idee der Pfadfinderbewegung.
Rita Krainer lebt für die Idee der Pfadfinderbewegung.

Derzeit ist Rita Krainer als Teil der österreichischen Delegation beim Weltpfadfindertreffen in Südkorea dabei. Rund 50.000 junge Menschen aus über 170 Ländern kommen zusammen, und: „Ich bin stolz darauf, ein Teil von ihnen sein zu dürfen.“

Rita Krainer begleitete auch das "Jamboree" vor vier Jahren im US-Bundesstaat Virginia.
Rita Krainer begleitete auch das "Jamboree" vor vier Jahren im US-Bundesstaat Virginia.

Rita Krainer stammt aus Rheinland-Pfalz. Sie studierte in Frankreich, lebte anschließend 12 Jahre in der Schweiz, wo sie auch ihren Mann, einen Vorarlberger kennenlernte, und wo die vier Kinder zur Welt kamen. Als der älteste Sohn schulpflichtig wurde, entschloss sich die Familie zum Umzug nach Dornbirn. „Meinen Mann zog es ebenfalls zurück“, bemerkt Rita Krainer lächelnd.

Auch das Wandern ist ein gemeinsames Hobby der Familie Krainer.
Auch das Wandern ist ein gemeinsames Hobby der Familie Krainer.

Bei den Dornbirner Pfadfindern, mit rund 300 Mitgliedern die größte Gruppe im Land, knüpfte sie wieder an die eigene Pfadfinder-Vergangenheit an. Zwölf Jahre zogen seitdem ins Land, zehn davon investierte Rita Krainer in die Führung von Wölflingen, den Jüngsten in der Pfadfinderbewegung. Vor zwei Jahren übernahm die Hochschulpädagogin schließlich für den Landesverband die Öffentlichkeitsarbeit inklusive sozialer Medien. Sie wird auch vom „Jamboree“ in Südkorea berichten, an dem unter anderem 105 Pfadfinder aus Vorarlberg teilnehmen.

Rita Krainer in Amerika: Die reiselustige Pfadfindern war schon in vielen Ländern der Welt unterwegs. 
Rita Krainer in Amerika: Die reiselustige Pfadfindern war schon in vielen Ländern der Welt unterwegs. 

Krainer betreute in dieser Funktion bereits das Treffen im US-Bundesstaat Virginia. Sie zeigt sich noch immer ganz beseelt von den „wunderbaren Erfahrungen“, die sie mit den vielen Jugendlichen gemacht hat. „Es war einfach ergreifend zu sehen, was da in zwei Wochen an besonderen Begegnungen passierte.“

Ferne Länder ziehen Rita Krainer beinahe magisch an.
Ferne Länder ziehen Rita Krainer beinahe magisch an.

Rita Krainer weiß, es klingt pathetisch, aber in dieser Sache trägt sie ihr Herz gerne auf der Zunge. Sie hofft, dass die jungen Menschen nach diesem Treffen weiterhin mit wachem Blick für andere und anderes durch die Welt gehen, so, wie es die Pfadfinderbewegung eben zu vermitteln versucht. „Auch in meinen Reiseerfahrungen stecken viele Erlebnisse, die ich ohne die Pfadfinder so nicht gemacht hätte“, offenbart Rita Krainer.

Nicht ohne meine Familie: Das Bild zeigt die Krainers in der Wüste von Namibia.
Nicht ohne meine Familie: Das Bild zeigt die Krainers in der Wüste von Namibia.

Nach dem „Jamboree“ bleiben sie und ihre Familie für ein Jahr in Malaysia. Die jüngeren Kinder besuchen dort eine deutsche Schule. Daneben will sie ihnen das Land abseits ausgetretener Pfade zeigen, denn: „Jeder Neubeginn ist mit Anpassungsfähigkeit, Offenheit und Toleranz verbunden. Dinge, die man wunderbar beim Reisen und definitiv bei den Pfadfindern lernt.“ Rita Krainer lebt die Idee von Robert Baden-Powell mit viel Herz.

ZUR PERSON

Rita Krainer

Alter 47

Wohnort Dornbirn

Familienstand verheiratet, vier Kinder (18, 16, 14 und 9 Jahre)

Beruf Pädagogin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen

Hobbys Reisen und Segeln am Bodensee, aber auch im Ausland und immer mit allen Kindern