Eine weitere Welle der Zerstörung

Vorarlberg / 30.07.2023 • 17:13 Uhr
Dieses Stallgebäude stürzte am Sonntag kurz vor Mittag plötzlich ein. <span class="copyright">vn/gs</span>
Dieses Stallgebäude stürzte am Sonntag kurz vor Mittag plötzlich ein. vn/gs

Hang in Hörbranz bewegte sich in den vergangenen drei Tagen in Rekordgeschwindigkeit.

Hörbranz „Kurz vor Mittag hat es plötzlich gekracht. Und das war’s dann mit dem Stall“, berichtete am Sonntagnachmittag ein Anrainer, der nicht genannt werden will, den VN. Er sprach von einem Stallgebäude, das wenige Stunden vorher nahe dem Hangrutsch eingestürzt war. „Und diese Zufahrtstraße war gestern auch noch intakt,“ schilderte er weiter und zeigt auf einen durch Risse zerfurchten Asphaltweg. Direkt vor seinem Wohnhaus. Muss er befürchten, dass es evakuiert wird? „Ich weiß nicht, was kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Hangbewegung an uns vorbeischrammt.“

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Ende April war der Hang ins Rutschen geraten. Drei unmittelbar betroffene Häuser mussten evakuiert und abgerissen werden. Ein Haus steht noch in der kritischen Zone.

Zehn Meter in drei Tagen

Doch der Hang ist immer noch in Bewegung. Und das in Rekordgeschwindigkeit seit vergangenem Freitag, wie der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser den VN bestätigte: „Zu Beginn bewegten sich die Erdmassen noch durchschnittlich eineinhalb Meter pro Tag. In den vergangenen drei Tagen waren es zehn Meter. Am Freitag einen, am Samstag fünf und heute vier Meter.“

Der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser weist auf den Hang, der Ende April in Bewegung geriet. <span class="copyright">Vn/rhomberg</span>
Der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser weist auf den Hang, der Ende April in Bewegung geriet. Vn/rhomberg

Die Feuerwehr und Lawinen- und Wildbachverbauung reagierten sofort. Am Sonntagvormittag wurde ein Objektschutz errichtet, um die Gebäude vor oberflächlichen Hangmuren zu schützen.

Weiters ist ein Auffangdamm errichtet worden, der laut dem Bürgermeister schon sehr wertvolle Dienste geleistet hat. „Er wurde gerade noch rechtzeitig angelegt, ansonsten wäre eine Schlammlawine auf die Häuser zugerollt“, sagt Kresser.

In den vergangenen Tagen rutschte der Hang weiter vor und zerstörte Zufahrtswege.<span class="copyright"> vlach</span>
In den vergangenen Tagen rutschte der Hang weiter vor und zerstörte Zufahrtswege. vlach

Einsatzbesprechung am Montag

Mit der am Sonntag zerstörten Zufahrtsstraße habe sich jedoch ein weiterer Problemfaktor ergeben, denn dadurch wird den Einsatzkräften der Zugang zur Risikozone erheblich erschwert. „Auch das wird unter anderem Thema einer weiteren Einsatzbesprechung am Montag sein“, kündigte der Bürgermeister an. Jedenfalls ist die Lage vor Ort dramatisch und könnte sich weiter zuspitzen. Schließlich sind für die kommenden Tage weitere Niederschläge zu erwarten.

Die Einsatzkräfte errichteten am Sonntagvormittag einen Objektschutz. <span class="copyright">Vlach</span>
Die Einsatzkräfte errichteten am Sonntagvormittag einen Objektschutz. Vlach

Keine akute Gefahr für Bewohner

Auch wenn sich der Hang bedrohlich nahe auf weitere Häuser zubewegt, soll für die Objekte und ihre Bewohner laut Kresser keine akute Gefahr herrschen. „So wie es aussieht, setzt sich der Hang in Richtung Bach fort, wo nur ein unbewohntes Haus steht“, so der Bürgermeister. Allerdings können die Entwicklungen derzeit nicht abgeschätzt werden.

Der Hang im Bereich Hochreute war im April auf ungefähr 150 Metern Breite in Bewegung geraten. Bäume wurden geknickt und Geröll durch den Wald geschoben. Wegen des Erdrutsches waren 39 Personen aus ihren Häusern zunächst vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

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