
Kapfschlucht-Aufweitung in Feldkirch: Baufortschritt im Zeitplan
Die Heilig-Kreuz-Brücke wird im Herbst abgerissen. Bauarbeiten liegen im Zeitplan.
Feldkirch Anfang des Jahres rollten in der Feldkircher Kapfschlucht die Bagger an. Seither hat sich viel getan: Im März wurde die hölzerne Behelfsbrücke in den Stadtteil Kehr eröffnet, die erste Sprengung ging im April über die Bühne.

Mit dem Bauprojekt wird das Flussbett der Ill um bis zu acht Meter aufgeweitet. Im Zuge des ersten Bauabschnitts wird eine Länge von etwa 100 Metern der unteren Ardetzenbergstraße abgetragen und das Ill-Profil über einen etwa 190 Meter langen Abschnitt erweitert. Dies erfordert den Abbau von etwa 15.000 Kubikmetern Fels. Das Projekt soll die mittelalterliche Feldkircher Innenstadt vor den Auswirkungen seltener, aber zerstörerischer Hochwasserereignisse schützen.


Im Zeitplan
“Wie liegen im Zeitplan”, zeigt sich Projektleiter Wolfgang Errath bei einem VN-Lokalaugenschein zufrieden mit dem Baufortschritt. Mittlerweile existieren die Ardetzenbergstraße und die Kapfstraße quasi nicht mehr. Die Sprengungen laufen derzeit weiter, um den Fels abzutragen. “Wir graben uns so tief vor, wie es die derzeitige Hochwasserperiode zulässt”, erklärt Errath, der sich täglich ein Bild vor Ort macht. Acht Arbeiter sind derzeit täglich an der Baustelle beschäftigt.

Die Anwohner müssen seither angesichts des Baulärms durch die Schremm- und Sprengarbeiten einiges an Geduld aufbringen. Errath räumt ein, dass die Belastung nach wie vor hoch ist, obwohl sich die Situation mittlerweile etwas beruhigt hat. “Die Menschen scheinen sich an die Bauarbeiten gewöhnt zu haben”, sagt er.

Heilig-Kreuz-Brücke wird abgetragen
In der sogenannten Niedrigwasserperiode ab Oktober wird auch die Heilig-Kreuz-Brücke abgetragen. Für den Abbruch des Brückenbogens kommt ein Bagger zum Einsatz. Dieser wird dabei in drei Tranchen geteilt, der mittlere Teil soll zusammenbrechen und in den Fluss fallen. Die neu gebaute Rundbogenbrücke wird sich optisch kaum vom ursprünglichen Bauwerk unterscheiden, wie es die Vorgaben des Bundesdenkmalamts vorsehen. Ab November beginnen die Arbeiten an einer 90 Meter langen Galerie, gestaltet vom Architekturbüro Marte.Marte, durch die zukünftig die Busse fahren werden. „Das Vergabeverfahren läuft bereits“, so Errath.

In der zweiten Bauphase ab Mitte 2025 wird die Montfortbrücke neu errichtet, um den Abstand von einem Meter zum Illwasser zu gewährleisten. So werden bei einem Hochwasser ein Wasser-Verschluss unter der Brücke und eine Überschwemmung verhindert. Die neue Brücke wird dann auch breiter sein.
“Während der gesamten Bauphase wird der Verkehr über eine provisorische Brücke neben der Montfortbrücke geführt”, gibt Projektleiter Errath einen Ausblick. Nach aktuellem Plan ist die Fertigstellung des Projekts für 2026 vorgesehen.
