Lorünser Hilferuf schlägt hohe Wellen

Vorarlberg / 27.07.2023 • 11:59 Uhr
Lorünser Hilferuf schlägt hohe Wellen
Die Grüne Landtagsabgeordnete Nadine Kasper weist die Vorwürfe von Bürgermeister Andreas Batlogg zurück. VN/Jun, Grüne

Debatte um Zuständigkeit bei Umfahrungsprojekt entbrannt. Grüne sehen die ÖVP in der Pflicht.

Lorüns Dieser Hilferuf schlägt hohe Wellen. ÖVP-Bürgermeister im Montafon haben dem grünen Mobilitätslandesrat Daniel Zadra (38) beim Umfahrungsprojekt “Lorüns-Mitte” jetzt Verzögerungstaktik vorgeworfen. Eine von Zadra beauftragte Studie zu einem zweigleisigen Bahnausbau könnte demnach das für die Bewohner lang ersehnte Entlastungsvorhaben ausbremsen, so der Lorünser Bürgermeister Andreas Batlogg und Standesrepräsentant Jürgen Kuster in den VN.

Bürgermeister Andreas Batlogg hatte im VN-Gespräch Vorwürfe gegen Landesrat Daniel Zadra erhoben. Der würde das Projekt verzögern bzw. verhindern wollen. <span class="copyright">VN/Jun</span>
Bürgermeister Andreas Batlogg hatte im VN-Gespräch Vorwürfe gegen Landesrat Daniel Zadra erhoben. Der würde das Projekt verzögern bzw. verhindern wollen. VN/Jun

Der Rundumschlag der Montafoner Lokalpolitiker könnte allerdings den Falschen getroffen haben. Die Grünen jedenfalls weisen alle Verantwortung von sich. “Ein Bürgermeister sollte wissen, wer wofür zuständig ist und ordnungsgemäß Informationen einholen”, so die Grüne Landtagsabgeordnete Nadine Kasper (42). Bei der Ortsumfahrung Lorüns liege diese eindeutig bei Verkehrslandesrat Marco Tittler (46, ÖVP). “Nachdem eine große Verunsicherung im Ort herrscht, wäre es angebracht, dass der zuständige Landesrat der Bevölkerung reinen Wein einschenkt, so Kasper weiter.

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Schwarze Bürgermeister gegen grüne Landesregierung: Statt Unterstützung zu erhalten, würden die Verantwortlichen in Bregenz das Umfahrungsprojekt verzögern wollen, ärgerte sich der Standesrepräsentant in seinem Rundumschlag gegen Landesrat Zadra. Die Grünen sehen darin wiederum ein schwarzes Ablenkungsmanöver und verweisen auf die ungeklärte Budgetierung. Im Landesbudget sei jedenfalls kein Geld für die Umfahrung, die bis zu 50 Millionen Euro kosten könnte, vorgesehen. “Ich frage mich, wie diese dann umgesetzt werden kann”, so Kasper zu den VN.

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Bei der Umfahrungsstraße, die schon seit Jahrzehnten diskutiert wird, ist jetzt auch noch eine Debatte um die Zuständigkeit entbrannt. Die Grünen fühlen sich jedenfalls zu Unrecht von den schwarzen Lokalpolitikern an den Pranger gestellt. Es müssten vielmehr alle an einem Strang ziehen, so Nadine Kasper. Parallel zur Umfahrungsstraße werde daher auch in Absprache mit dem Bürgermeister geprüft, wie und ob ein zweigleisiger Bahnausbau im Montafon Sinn macht. Dazu gäbe es einen einstimmigen Beschluss der Landesregierung. „Die Zukunft der Mobilität liegt in der Schiene. Das behindert aber in keiner Weise das Verfahren einer Umfahrungsstraße“, so die Landtagsabgeordnete weiter.

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Der Unmut im Montafon ruft unterdessen auch die Opposition auf den Plan. So schießt sich die FPÖ auf die Grünen ein. Landauf, landab würden von den Grünen straßenbauliche Entlastungsprojekte torpediert, verzögert und über Umwege blockiert. “Diesem Treiben muss der Landeshauptmann endlich ein Ende setzen”, so FPÖ-Verkehrssprecher Daniel Allgäuer in einer Aussendung.

Mitarbeit: Julia Böcken

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