Madame Butterfly kann sich schmecken lassen

Lasset die Festspiele beginnen, in Bregenz ist angerichtet.
Bregenz Bregenz wirft sich in Schale für das Ereignis des Jahres. Die Festspiel-Fahnen in der Innenstadt wehen. Viele Schaufenster sind mit den offiziellen Werbematerialien dekoriert. Madame Butterfly lässt nicht nur auf der Seebühne grüßen.


Einige Geschäfte haben sich besonders viel Mühe gegeben. Die Schokoladenmanufaktur Xocolat in der Kirchstraße zum Beispiel. „Wir beschäftigen uns eigentlich schon lange im Vorfeld mit dem Thema, recherchieren, mein Mann, der super Italienisch kann, studiert die Oper“, erzählt Martina Homann-Dellantonio, die die Manufaktur 2016 eröffnet hat. Das Ergebnis kann man sich auch heuer schmecken lassen. Japanischer Gin, japanischer Whiskey, Matcha-Tee, japanische Minze, Yuzu-Zitrone oder Shoyu-Sojasoße. Die Zutaten in den acht Pralinen und fünf Schokoladetafeln aus der Madame-Butterfly-Sonderedition kommen nicht von ungefähr. Die Oper spielt bei Nagasaki in Japan. Titelfigur ist die Geisha Cio-Cio-San, die alle nur Butterfly nennen.

Die Kreationen finden laut Martina Homann-Dellantonio sowohl bei den Gästen als auch bei den Einheimischen Anklang. „Manche kaufen sich auch eine Schachtel und essen die Pralinen, während sie sich die Aufführung anschauen. Auf Instagram habe ich auch schon Fotos gesehen, auf denen man die Schachtel mit der Bühne von Madame Butterfly im Hintergrund sieht“, ergänzt sie mit einem Schmunzeln.


Auch weiter unten sind die Festspiele vielerorts präsent. In der Auslage des Modegeschäfts Sagmeister stehen Stühle von der alten Tribüne. Beim Juwelier Huber wird man am Eingang von einem Bonsai empfangen, auf dem Balkon sind blühende Kirschzweige und das Bild einer Geisha mit Schirm zu sehen.

Gegenüber, im GWL, ist Gregor Koller am Montag mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Der Galerist und Kunstvermittler hat die Adlerwarte verlassen und bespielt nun während der Festspiele das kleine Lokal am Eingang des Kaufhauses. Zu sehen gibt es neue Arbeiten von Josef Wurm und vier Koller-Bilder von Lech. “Damit wir den Leerstand etwas nutzen. Ich bin der Meinung, dass man während der Festspiele etwas machen muss. Unter den Gästen sind auch viele Kunstinteressierte”, sagt Koller.



In der Buchhandlung Brunner verkauft Sheila M. Jaro Madame-Butterfly-Hörspiele und Opernführer für Kinder. Die Bilder im Schaufenster stammen aus einem Buch von Illustrator Benjamin Lacombe, das ebenfalls im Geschäft erhältlich ist. “Die haben wir extra drucken lassen”, erzählt die Jungbuchhändlerin. In der Eisdiele Kolibri am Kornmarktplatz kommt die Titelfigur der Festspieloper als Heidelbeere, Limette und weiße Schokolade daher und im Hotel Messmer wird neben einem Festspielmenü auch ein Madame-Butterfly-Aperitif serviert. Was da reinkommt? “4 cl Roku Gin, 100 ml Tonicwater, Litschis und Rosenblüten”, verrät Barkeeper Thomas Wendlandt.
