Grünes Licht für Dornbirns 30-Millionen-Euro-Volksschule

Vorarlberg / 14.07.2023 • 12:00 Uhr
So soll die Volksschule Forach einmal ausehen. <span class="copyright">Jonas Bloch</span>
So soll die Volksschule Forach einmal ausehen. Jonas Bloch

Trotz hoher Kosten und zweifelhaftem Standort: Baubeschluss fand eine Mehrheit in der Stadtvertretung.

Dornbirn Die Volksschule Forach ist auf Schiene. Mit 26: 10 Stimmen (VP, SP und FP waren dafür, Grüne und Neos dagegen) gab die Stadtvertretung den Auftrag, an der Ecke Forachstraße/Bartle-Zumtobel-Straße ein fünfstöckiges Volksschulgebäude für 13 Schulklassen zu bauen. Rund 30 Millionen Euro soll dies kosten, abzüglich Förderungen werden 18,5 Millionen Euro das Stadtsäckel belasten. Baubeginn soll Anfang des kommenden Jahres sein, zum Schuljahresbeginn 2026/27 sollen die Forachschüler von der Ausweichschule in das neue Schulhaus umziehen.

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Eine gute Stunde diskutierten die Dornbirner Stadtvertreter, bevor es an die Abstimmung über den Baubeschluss zur Volksschule Forach ging. Die vorgebrachten Argumente für und gegen das geplante Schulgebäude im Nordwesten der Messestadt, die schon in den vergangenen Jahren ausgetauscht wurden, blieben dieselben. Gegner auf Seiten der Grünen und Neos bemängelten die immensen Kosten und den schlechten Standort auf weichem Untergrund.

Befürworter hatten vor allem ein Argument: Das Schulgebäude wird schleunigst benötigt, denn der Schulsprengel Forach besteht schon seit zwei Jahren. In der gerade fertiggestellten Ausweichschule Fischbach werden über 100 zukünftige Forach-Schüler bereits unterrichtet, bis 2026 werden es jährlich mehr.

Außen Holz, innen viel Beton.
Außen Holz, innen viel Beton.

„Wir brauchen die Schule nicht unter diesen Kostenbedingungen, eine Überarbeitung ist notwendig“, erklärte im Gegensatz dazu Wolfgang Fässler, Fraktionsvorsitzender der Neos. „Auch das geologische Risiko nicht abzuschätzen. Wir können bei dieser Summe nicht zustimmen“, gab er an.

Risse im Asphalt eines Gehwegs gegenüber dem Schulgelände. Der Untergrund gilt als problematisch. <span class="copyright">VN/PES </span>
Risse im Asphalt eines Gehwegs gegenüber dem Schulgelände. Der Untergrund gilt als problematisch. VN/PES 

Wolfgang Juen von den Grünen verglich den bisherigen Entscheidungsprozess um die Forach-Schule mit einer Wanderung, bei der man erst kurz vor dem vermeintlichen Ziel merkt, dass man sich verlaufen hat. „Wir müssen zurück an den Punkt, an dem wir uns verirrt haben“, forderte er. Juen bemängelte, dass die Turnhalle zwei Stockwerke tief in den Boden gebaut werden müsse und nur durch massiven Einsatz von Beton man dem weichen Untergrund an dem Standort Herr werden könne.

“Untergrund ist überall nicht gut”

„Der Untergrund ist überall im Forach nicht gut“, verteidigte Tiefbaustadtrat Markus Fäßler (SP) den gewählten Standort und Hochbaureferent Christoph Waibel (FP) erklärte: „Ich war schon glücklicher damit, etwas zu bauen, aber ich nehme zur Kenntnis, dass die Schule dort zu bauen ist“.

Verteidiger des Standorts blieben die Stadtvertreter der VP, wie Vizebürgermeister Julian Fässler deutlich machte. „Die Planungen sind weit fortgeschritten, es ist ein sehr attraktives Projekt. Die Flächen werden optimal ausgenutzt“, gab er an. Um den Betonkern werde zudem mit viel Holz gebaut.

Das größte Hindernis für den engen Zeitplan sind nun noch die zu erwartenden Einsprüche von Anrainern. Im August soll die Baueingabe erfolgen.