Wie ein kleines Dorf über sich hinauswächst

Vorarlberg / 12.07.2023 • 16:16 Uhr
Wie ein kleines Dorf über sich hinauswächst

In der 500-Seelen-Gemeinde Schnepfau rüsten sich Feuerwehrleute und Musikanten gemeinsam für Nassleistungsbewerb, 100-Jahr-Jubiläum und Tausende Besucher.

Schnepfau „600 Helfer sind im Einsatz. Das sind mehr Leute, als wir Einwohner haben“, sagt Michael Natter (40) und schmunzelt. Hinter ihm ragen die Felswände der Kanisfluh in die Höhe. Neben ihm und dem Fußballplatz sind Feuerwehrleute gerade mit Bohrern damit beschäftigt, Vorbereitungen für den Bezirks-Nassleistungsbewerb am Samstag zu treffen. Vor dem Kommandanten steht bereits ein riesiges Zelt für das Fest unter dem Motto “Schneapfo fierod” inmitten einer Wiese.

Die Aufbauarbeiten für das Fest sind bereits in der Vorwoche gestartet. An zwei Abenden waren Vereinsmitglieder und ihre Helfer damit beschäftigt, den Boden zu verlegen. <span class="copyright">Schmelzinger</span>
Die Aufbauarbeiten für das Fest sind bereits in der Vorwoche gestartet. An zwei Abenden waren Vereinsmitglieder und ihre Helfer damit beschäftigt, den Boden zu verlegen. Schmelzinger
Schritt für Schritt wurde das Zelt gemeinsam errichtet. <span class="copyright">Heim</span>
Schritt für Schritt wurde das Zelt gemeinsam errichtet. Heim
Beim Aufbau hieß es anpacken. <span class="copyright">Heim</span>
Beim Aufbau hieß es anpacken. Heim
In Schnepfau ziehen alle am selben Strang. <span class="copyright">Schmelzinger</span>
In Schnepfau ziehen alle am selben Strang. Schmelzinger
4200 Quadratmeter wurden überdacht.
4200 Quadratmeter wurden überdacht.
Das Zelt liegt mitten im Grünen sowie am Radweg und bietet Platz für bis zu 4000 Gäste.
Das Zelt liegt mitten im Grünen sowie am Radweg und bietet Platz für bis zu 4000 Gäste.
Musikverein und Feuerwehr feiern am Wochenende in Schnepfau gemeinsam. <span class="copyright">Heim</span>
Musikverein und Feuerwehr feiern am Wochenende in Schnepfau gemeinsam. Heim

„Wir haben 4200 Quadratmeter Überdachung und eine 300 Quadratmeter große Terrasse“, berichtet der Schnepfauer Feuerwehrchef und deutet in Richtung Aufbau, der Platz für bis zu 4000 Besucher bietet. Das Festzelt steht mitten im Grünen. „Das ist derselbe Platz wie im Jahr 2006, als die Feuerwehr 100-Jahr-Jubiläum gefeiert und das Landesfeuerwehrfest hier stattgefunden hat“, erläutert Natter. Daher seien auch Anschlüsse für Kanal und Strom bereits vorhanden.

Ein Blick ins Festzelt. Hier steht jetzt noch der Feinschliff an. <span class="copyright">VN/MEF</span>
Ein Blick ins Festzelt. Hier steht jetzt noch der Feinschliff an. VN/MEF
Die WC-Anlagen werden auch rollstuhlgerecht gestaltet.
Die WC-Anlagen werden auch rollstuhlgerecht gestaltet.

„Mitanand lachen, feiern, tanzen“, steht auf einem Würfel geschrieben, der im Zelt von der Decke baumelt. Heuer holen die Feuerwehrleute ihr 115-Jahr-Jubiläum nach, welches vor zwei Jahren coronabedingt verschoben werden musste. Für den Musikverein des Orts steht die 100-Jahr-Feier auf dem Programm.

Ein großes Fest am Fuß der Kanisfluh mit Sonnenuntergangsterrasse: Musikant Johannes Heim und Festobmann Michael Natter haben den Überblick.<span class="copyright"> VN/MEF </span>
Ein großes Fest am Fuß der Kanisfluh mit Sonnenuntergangsterrasse: Musikant Johannes Heim und Festobmann Michael Natter haben den Überblick. VN/MEF

„Wir sind ein kleines Dorf mit 500 Einwohnern. Da kann man nicht jedes Mal für jeden Verein ein großes Fest machen. Daher tun wir das gemeinsam“, erläutert der Festobmann die Situation. Das Miteinander der Vereine spiegelt sich auch in Form von gemeinsamen Bildern auf den Getränke- und Speisekarten wider, die auf die Tische geklebt werden.

Für die Weinlaube wurden extra Sitzgarnituren geschreinert. <span class="copyright">VN/MEF</span>
Für die Weinlaube wurden extra Sitzgarnituren geschreinert. VN/MEF

Und auch beim Festumzug am Sonntag wird gemeinsame Sache gemacht. Dort werden nämlich sowohl Musik- als auch Feuerwehrgruppen mit dabei sein. Begleitet werden diese von rund 100 Festdamen und 50 sogenannten Täfeleträgern aus Schnepfau und den umliegenden Gemeinden.

Um genügend Festdamen und Täfeleträger zu bekommen, haben wir einen Social-Media-Aufruf gestartet.

Johannes Heim, Musikverein Schnepfau

„Um genügend Festdamen und Täfeleträger zu bekommen, haben wir einen Social-Media-Aufruf gestartet. Das hat gut funktioniert“, berichtet Johannes Heim vom Musikverein. Der junge Bregenzerwälder hilft ebenfalls mit, wo es geht, und schwingt auch gleich die Werbetrommel für die Musikanten-Dirndl-Präsentation des Vereins am Sonntag. Und auch für den Auftritt der bekannten „Troglauer Buam“ zum Auftakt am Freitagabend, die Volksmusikelemente mit Rockklängen verbinden.

Der Busfahrplan ist unter https://fest2023.at/busfahrplan/ abrufbar.

„Zwei Abende hat es gedauert, den Boden aufzubauen“, erzählt Johannes Heim, während er auf die Holzdielen am Boden deutet, „das Zelt wurde dann mit einem Kran aufgestellt.“

Revierinspektorin Johanna Kaufmann verschaffte sich einen ersten Überblick. <span class="copyright">VN/MEF</span>
Revierinspektorin Johanna Kaufmann verschaffte sich einen ersten Überblick. VN/MEF

Während Mitglieder des Musikvereins und der Feuerwehr mit den letzten Aufbauarbeiten beschäftigt sind, rückt auch die Polizei in Vertretung von Bezaus Dienstellenleiter Markus Engelhardt und Revierinspektorin Johanna Kaufmann mit dem Dienstwagen an. „Uns ist die Zusammenarbeit mit den Festverantwortlichen sehr wichtig und wir möchten Sicherheit garantieren“, sagt Engelhardt. Gemeinsam mit Security-Mitarbeitern werde die Polizei am Wochenende mit Zusatzkräften im Einsatz sein.

Gallus Beer, Ademar Nagel und Toni Steiner kümmern sich um die hungrigen Gäste. <span class="copyright">VN/MEF</span>
Gallus Beer, Ademar Nagel und Toni Steiner kümmern sich um die hungrigen Gäste. VN/MEF

Zahlen zum Event in Schnepfau

4200 Quadratmeter Überdachung wurden errichtet

300 Quadratmeter groß ist die Sonnenuntergangsterrasse

1,5 Tonnen Pommes, 1000 Hennele und 800 Kilo Steak stehen für das Wochenende bereit

13.000 Liter Bier werden angeliefert

120 Kuchen haben Helferinnen für das Fest gebacken

Nachdem sich die Beamten nach einer kurzen Besprechung mit dem Festobmann wieder verabschiedet haben, geht es für diesen wieder in Richtung Wettbewerbs- bzw. Übungsplatz. Auch hier muss alles seine Ordnung haben, gibt es doch klare Regeln für den Nassleistungsbewerb. „78 Gruppen aus dem Bezirk Bregenz sind mit dabei. Das ist rekordverdächtig“, erläutert Bewerbsleiter Gallus Beer die Ausgangslage für das Rittern um das sogenannte “Goldene Strahlrohr”.

Michael Natter und seine Feuerwehrkollegen treffen die letzten Vorbereitungen für den Nassleistungswettbewerb, bei dem es auch um Zielgenauigkeit geht. <span class="copyright">VN/MEF</span>
Michael Natter und seine Feuerwehrkollegen treffen die letzten Vorbereitungen für den Nassleistungswettbewerb, bei dem es auch um Zielgenauigkeit geht. VN/MEF

Auch die Schnepfauer werden am Start sein. Die Lokalmatadoren sehen sich aber nicht im Spitzenfeld. „Wir müssen diesmal ja schließlich auch arbeiten“, sagt Natter im Hinblick auf die Wettbewerbs- und Festvorbereitungen. Schließlich gibt es ja für die Vereinsmitglieder und ihre Helfer am Wochenende über 1000 Dienste zu verrichten.

Christian Moosbrugger und seine Feuerwehrkollegen kümmern sich um den Aufbau für den Bewerb am Samstag. <span class="copyright">VN/MEF </span>
Christian Moosbrugger und seine Feuerwehrkollegen kümmern sich um den Aufbau für den Bewerb am Samstag. VN/MEF

Das Programm ist unter https://fest2023.at/programm/ zu finden.