Windräder am Arlberg: Das sagen Landesrat Zadra und Naturschutzanwältin Lins

Vorarlberg / 23.06.2023 • 15:40 Uhr
Windräder und Natur: Wie verträglich das ist, gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Werden Windräder wie diese bald auf der Alpe Rauz stehen? <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Windräder und Natur: Wie verträglich das ist, gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Werden Windräder wie diese bald auf der Alpe Rauz stehen? VN/Stiplovsek

Beide stehen dem Projekt prinzipiell positiv gegenüber. Doch es müsse alles genau geprüft werden.

Schwarzach Jetzt kommt Wind in Zeiten von Flaute. Das von der Liechtensteiner Gemeinde Gamprin angedachte Projekt eines Windparks mit bis zu zehn Anlagen auf der Alpe Rauz sorgt für reichlich Diskussionen. Hat ein solches Vorhaben eine Chance auf Verwirklichung? Ohne genauen Prüfungen vorzugreifen stehen Umweltlandesrat Daniel Zadra (38, Grüne) und Naturschutzanwältin Katharina Lins (56) dem Projekt nicht negativ gegenüber.

Die Winterlücke

„30 Jahre war das Thema Windkraft in Vorarlberg tabu. Das ist jetzt vorbei. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Windkraft ihren Beitrag zur Energieautonomie Vorarlbergs leisten kann“, freut sich Daniel Zadra über die Diskussion zum Thema. Der Standort Alpe Rauz gehöre genau geprüft. „Er ist insofern interessant, als es sich dabei nicht um eine unberührte Naturlandschaft handelt. Es gibt in diesem Gebiet bereits einiges an Infrastruktur: Straßen, Liftanlagen, ein Umspannwerk. Ein großer Vorteil für diesen Standort wäre auch die Tatsache, dass die vorgesehene Fläche nur einen Eigentümer hat“, listet Zadra einige Vorzüge der Region Alpe Rauz auf.

Umweltlandesrat Daniel Zadra könnte sich Windräder auf der Alpe Rauz grundsätzlich gut vorstellen. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Umweltlandesrat Daniel Zadra könnte sich Windräder auf der Alpe Rauz grundsätzlich gut vorstellen. VN/Hartinger

Ihm habe gefallen, wie die potenziellen Betreiber der Liechtensteiner Gemeinde Gamprin betont hätten, die örtliche Bevölkerung würde von dem Projekt profitieren. Es müsse jedoch alles genau geprüft werden. „Fest steht, Windenergie könnte die Versorgungslücke im Winter ausfüllen, während wir im Sommer ja Photovoltaik und Wasserkraft haben“, so Zadra.

Gefahr für Vögel?

Etwas vorsichtiger äußert sich Naturschutzanwältin Katharina Lins zum diskutierten Projekt. „Es muss auf alle Fälle ökologisch verträglich sein. Ich denke da an mögliche Gefahren für Vögel. Keinesfalls darf auch nur eine Art in ihrem Bestand gefährdet sein“, stellt Lins klar.

Katharina Lins sorgt sich bei einem möglichen Windradprojekt am Arlberg vor allem um die Vögel. „Für und wider müssen da sehr gut abgewogen werden“, sagt sie. <span class="copyright">VN/Schuster</span>
Katharina Lins sorgt sich bei einem möglichen Windradprojekt am Arlberg vor allem um die Vögel. „Für und wider müssen da sehr gut abgewogen werden“, sagt sie. VN/Schuster

Sie verlangt eine genaue Prüfung des angedachten Vorhabens. „Es müssen alle Fakten auf den Tisch, um dann Vor- und Nachteile genau und ehrlich zu analysieren.“ Mit Zadra stimmt sie überein, dass das Landschaftsbild aufgrund der dort schon vorhandenen Infrastruktur wohl nicht wirklich beeinträchtigt würde.