Unterwegs im kleinen Grenzverkehr

Vorarlberg / 23.06.2023 • 16:08 Uhr
Über den Panoramaweg geht’s von Riezlern nach Oberstdorf.<span class="copyright"> VN/GER</span>
Über den Panoramaweg geht’s von Riezlern nach Oberstdorf. VN/GER

Mit dem Fahrrad führen mehrere Wege ins Kleinwalsertal. Diese Tour startet in Sibratsgfäll.

Sibratsgfäll, Riezlern Das Kleinwalsertal ist außergewöhnlich. Es gehört zu Vorarlberg, ist aber nur von Deutschland aus über eine einzige Straße erreichbar, zumindest dann, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Mit dem Fahrrad ist das anders. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist wohl die Route über das Rohrmoostal und den Hörnlepass. Der Startpunkt ist in Sibratsgfäll (930 Meter).

Kaum auf dem Rad passiert man in der Parzelle Rindberg bereits die erste Sehenswürdigkeit. Der Rindberg gilt als eine der größten Rutschungen Europas. Am 18. Mai 1999 setzten sich dort die Berghänge auf einer Fläche von rund
250 Fußballfeldern unaufhaltsam in Bewegung. Die Gebäude rutschten innerhalb eines halben Jahres bis zu 180 Meter in Richtung Tal, 20 Gebäude wurden völlig zerstört. „Felbers schiefes Haus“ ist ein begehbarer Zeitzeuge und von der Straße aus gut zu sehen. Die Straße durch das Rohrmoostal ist durchgehend asphaltiert, bis auf eine knapp 800 Meter lange Steigung und kürzere Anstiege mehr oder weniger flach und ab der Staatsgrenze autofrei.

Ab der Staatsgrenze ist die Straße durch das Rohrmoostal autofrei.
Ab der Staatsgrenze ist die Straße durch das Rohrmoostal autofrei.
Weil die Rohrmoosstraße durchgehend asphaltiert ist, ist sie auch bei Rennradfahrern äußerst beliebt.
Weil die Rohrmoosstraße durchgehend asphaltiert ist, ist sie auch bei Rennradfahrern äußerst beliebt.

Vorbei an den Gottesackerwänden geht es durch ein Naturschutzgebiet weiter zur Alpe Aibele. Zwei Kilometer danach passiert man die Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und kurz darauf Rohrmoos mit der ältesten Holzkapelle Süddeutschlands. Von Sibratsgfäll nach Rohrmoos sind es knapp
13 Kilometer. Nach weiteren sechs Kilometern erreicht man Tiefenbach bei Oberstdorf im Allgäu. Bei der Pizzeria Alpenrose hält man sich rechts und folgt ab der Kreuzung in Weidach der offiziellen Mountainbike-Tour „Kleiner Grenzverkehr“ (11). Der Rundkurs (28 Kilometer, 970 Höhenmeter) ist wiederum sehr aussichtsreich und bis auf ein paar wenige Ausnahmen gut beschildert.

Grenzpass

Nach rund 1,5 Kilometern, die man auf der Klammstraße entlang der Breitach radelt, geht es kurz vor dem Parkplatz der Breitachklamm rechts rauf in Richtung Sesselalpe, Alpe Hinter der Enge und Hörnlepass. Der Hörnlepass (1165 Meter) liegt inmitten einer Hochmoorlandschaft und ist ein Grenzpass zwischen dem Kleinwalsertal und Deutschland. Von dort folgt die Abfahrt in Richtung Schwende bzw. Riezlern, wo wir die große Brücke über die Breitach überqueren und links fahren.

Der Hörnlepass (1165 Meter) ist ein Grenzpass zwischen dem Kleinwalsertal und Deutschland.
Der Hörnlepass (1165 Meter) ist ein Grenzpass zwischen dem Kleinwalsertal und Deutschland.
Die Fahrt über die Schwendebrücke.
Die Fahrt über die Schwendebrücke.
Über den Schwandweg gelangt man zum Panoramaweg.
Über den Schwandweg gelangt man zum Panoramaweg.

Ein paar hundert Meter muss man mit der Landesstraße vorliebnehmen, dann biegt man rechts ab und radelt über den Panoramaweg nach Oberstdorf. Wegpunkte davor sind das Bergstüble, die Mittelalp und die Alpe Schrattenwang. Anschließend ist Vorsicht angesagt: Die Abfahrt von der Bergstation der Söllereckbahn ist auf Abschnitten wirklich sehr steil! Unten angekommen, folgt man den Radwegzeichen nach Kornau, Reute und Jauchen. Am Ende von Jauchen fährt man links in den Wiesenweg und anschließend durch ein Waldstück zur Breitachbrücke. Zum Abschluss geht es auf dem Radweg entlang der Breitach zurück nach Tiefbach und durch das Rohrmoostal nach Sibratsgfäll. Fazit: Die Radtour ist nicht sehr anspruchsvoll und sehr sehenswert.

Herzig: Butterbrotjause auf der Alpe Schrattenwang.
Herzig: Butterbrotjause auf der Alpe Schrattenwang.
Auf dem Weg von Kornau nach Reute und Jauchen genießt man einen direkten Blick auf die Schanzen in Oberstdorf.
Auf dem Weg von Kornau nach Reute und Jauchen genießt man einen direkten Blick auf die Schanzen in Oberstdorf.
Der Blick auf die Gottesackerwände bei der Rückfahrt durch das Rohrmoostal.
Der Blick auf die Gottesackerwände bei der Rückfahrt durch das Rohrmoostal.

Kleiner Tipp am Rande: Radfahrerinnen und Radfahrer, die gerne und gut Trails fahren, können kurz nach der Alpe Aibele auch den roten Wanderweg auf den Hörnlepass nehmen. Die Fahrt hinauf führt über einen gut ausgebauten Weg. Runter geht es über teils große Wurzeln, rund ein Kilometer des Weges ist mit Holzbrettern ausgelegt, links und rechts davon ist es meist ziemlich sumpfig.

Unterwegs im kleinen Grenzverkehr
Hinauf über den roten Wanderweg ist es kein Problem …
Unterwegs im kleinen Grenzverkehr
… runter nicht für jedermann geeignet.

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