Superhelden findet man zwischen zwei Buchdeckeln

1100 Kinder und Jugendliche besuchten am Donnerstag die VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach.
Götzis Schwüle dominiert die Wetterlage. Die Temperaturen entwickeln sich ambivalent zu den Büchern in Vorarlbergs größter Pop-up-Buchhandlung in Götzis: Hitze kommt, Bücher gehen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Buchhändler Günter Wohlgenannt, der die Messebuchhandlung auf der Kulturbühne Ambach organisiert. „Wir verkaufen mehr Bücher als im letzen Jahr“, ist er hoch erfreut und fügt hinzu: „Mangas sind ganz hoch im Kurs.“ Generell geht der Verkauf der japanischen Comics weltweit durch die Decke. Der Inhalt dreht sich meist um Liebe und Eifersucht, durchaus mit voyeuristischen erotischen Akzenten. Und es geht um die Befriedigung von Träumen und Allmachtsfantasien, für die allerlei magische und märchenhafte Wesen sorgen, die oft mit Superhelden-Qualitäten ausgestattet sind.
Mutige Zwerge

Superhelden gibt es auch bei Kinder-und Jugendbuchautor, Illustrator und Puppenspieler Stefan Karch. Dumm nur, dass Pirat Socke wegen seiner geringen Körpergröße nicht erstgenommen wird. Zwerg wird er genannt, worauf unmittelbar ein heftiger Wutanfall folgt. „Ich hasse es, wenn man mich Zwerg nennt“, brüllt er bis zur Bewusstlosigkeit. Mit Hilfe eines besonderen Zaubersalzes, das Pirat Socke von El Karotte stibitzt, zaubert er einen Mutanfall herbei und rettet die ausgebüxte Prinzessin Mira Mare. Will heißen: Superhelden können auch anders Größe beweisen.
Puppen basteln

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Karch, der mit seinen Puppen wahrlich die Bühne rockt, reißt die Kinder buchstäblich vom Hocker. Auch bei ernsten Themen wie beispielsweise im Buch „Vincent und ich“. Der Ich-Erzähler der Geschichte und sein neuer Freund sind von Grund auf verschieden. Und dann macht Vincent auch noch Dinge, die sein bester Freund nicht vertreten kann. Er kommt ins Dilemma: Wie loyal muss ich sein, wenn es um Freundschaft geht? Mit Figuren, die die Schülerinnen und Schüler selbst basteln durften, erweckte Karch die Geschichte zum Leben. Fast so, als wären sie alle ein Teil davon.
Vorab-Lesung

Einen exklusiven Einblick in ihr neues Buch gab die Vorarlberger Autorin Sabine Schoder. Exklusiv deshalb, weil ihr Buch „The Romeo and Juliet Society“ Anfang September erhältlich ist. In ihrem erstem Buch der dreiteiligen Romantasy geht es um die Familien Montague und Capulet. Allerdings in die heutige Zeit und mit Fantasyelementen versetzt. In ihrem ersten Teil liegt auf Romeo Montague und Julia Capulet ein Fluch: Alle siebzehn Jahre muss sich ein Liebespaar aus ihren beiden Häusern opfern. Sabine Schoder las vorab einige Zeilen aus dem siebten Kapitel und endete mit einem Cliffhanger: Schafft es die Protagonistin, den Fluch, der auf den Jugendlichen lastet, abzuwenden? Die Schülerinnen und Schüler erfuhren in ihrer Lesung nicht nur von der Geschichte von Romeo und Julia und dem Drama, das sich damals in Verona abspielte. Sabine Schoder beantwortete auch die Fragen ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer geduldig. Dabei ging es darum, wie lange sie für ein Buch braucht, oder wie sie Autorin wurde. Schoder verriet dabei, dass sie über Umwege Autorin geworden ist und gab auch Tipps, wie ein Buch aufgebaut ist. Mit dem Einblick in das Berufsbild einer Autorin hielt auch der „Ich geh mit-Tag“ bei der Buch am Bach Einzug.


31 Veranstaltungen wie Lesungen, Workshops, Poetry Slam oder Theater lockten am Donnerstag 1100 Kinder und Jugendliche auf die Buch am Bach. Der Tummelplatz für Bücherfans verbuchte damit den bestbesuchten Messetag. Und weil Essen und Lesen wunderbar zusammenpassen, haben die Kinder 40 Portionen Pommes mit Chicken-Nuggets verputzt. Das tat der Lust auf Eis keinen Abbruch: 350 Kugeln wurden geschleckt – bevorzugt Mango. CRO, VN-PAG




