“Mein Andersopa” – wie Kinder den Umgang mit Demenz lernen

Eine Geschichte über Nele, die ihren neuen Opa kennenlernt.
Von Elisabeth Achammer
Götzis Wenn Oma oder Opa sich plötzlich nicht mehr an Namen von Familienmitgliedern erinnern können oder nicht mehr wissen, wo sie wohnen, dann kann das überfordernd sein – vor allem für Kinder. Um ihnen dabei zu helfen, die Krankheit besser zu verstehen und einen Umgang damit zu finden, thematisiert Rolf Barth die Demenz in seinem Buch „Mein Andersopa“.
Eine Lesung mit Zauberei
Wer vor dem Jakob-Jonas-Saal im Jonas Schlössle stand, konnte Kindergelächter und jubelnde Rufe durch die Wände hallen hören. Wer mit im Raum saß, sah auch die grinsenden Gesichter, frechen Kinderzungen und ausgestreckten Arme. Mit Zaubertricks und witzigen Wortneuschöpfungen führte der Autor die Besucherinnen und Besucher langsam an sein Buch heran. Er zauberte Bücher größer und bunter, ließ Tücher verschwinden und hatte sogar ein Lesemonster mit im Koffer. Solch eine fröhliche Stimmung würde man zuerst gar nicht mit dem Thema Demenz in Verbindung bringen. Doch es bekräftigt die Art und Weise, wie Rolf Barth den Kindern die Krankheit näherbringt. Und zwar mit viel Liebe und Verständnis.
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Genauso liebevoll und tief ist die Großvater-Enkel-Beziehung zwischen seiner Buchfigur Nele und ihrem Opa. Opa und Andersopa sind eigentlich die gleiche Person. Den einen von beiden sieht Nele aber immer seltener und wundert sich über das merkwürdige Verhalten von Andersopa. So kennt sie ihn eigentlich gar nicht. Doch ihre Verbundenheit verschwindet nicht, als die Demenz Kontrolle über sein Leben übernimmt. Im Gegenteil. Die Liebe, die Nele zuvor durch ihren Opa erfahren hat, gibt sie ihm jetzt zurück und lernt damit umzugehen, dass ihr Opa jetzt eben anders ist.
Frühe Annäherung
Rolf Barth ist es wichtig, dass Kinder sich früh mit diesem Thema auseinandersetzen: “Ich hoffe, das Buch hilft ihnen, einen anderen Umgang damit zu finden.” Dabei merkt er immer wieder, wie aufmerksam und berührt die Kleinen bereits zu der Krankheit in Verbindung stehen. Ganz gleich, ob sie schon Erfahrungen damit gemacht haben oder nicht.