Deshalb ließ die Hospizbegleitung für Kinder in Dornbirn Seifenblasen fliegen

HOKI informierte am Marktplatz darüber, dass nicht nur Senioren in Vorarlberg palliativ betreut werden.
Dornbirn Der österreichweit dritte Kinderhospiz- und Palliativtag stand kürzlich unter dem Motto „Raum und Zeit für Leben und Sterben“. HOKI (Hospizbegleitung für Kinder und Jugendliche) Vorarlberg setzte ein Zeichen für die Themen „Sterben, Tod und Trauer“ und informierte und sensibilisierte auf dem Dornbirner Marktplatz Menschen für ihre Anliegen.
Riesige Seifenblasen, die im Sonnenlicht in Regenbogenfarben funkeln, fliegen hoch in die Luft und zerplatzen. Der Kinderhospiz- und Palliativtag stand heuer ganz im Zeichen der bunten, schillernden und auch zerbrechlichen Welt von Seifenblasen. Die HOKI-Koordinatorinnen Gisela Rauscher und Sabine Mangeng stellten ihren Infostand auf dem Dornbirner Marktplatz auf, mit dabei waren heuer die Jugendbotschafterinnen und -botschafter der Caritas Auslandshilfe.

Sie verzauberten mit ihren selbstgemachten Seifenblasen Kinder, während sich die Erwachsenen über das Angebot von Hospiz für Kinder und Jugendliche in Vorarlberg informieren konnten. Miriam Jaeneke packte auch ihre Drehorgel aus und spielte das von ihr eigens dafür verfasste Seifenblasen-Lied. „Ihre Musik steht dabei für die Leichtigkeit, die gerade bei diesem Thema so wichtig ist“, sagt Gisela Rauscher.

„Nicht nur Erwachsene werden in Österreich palliativ gepflegt, allein in Österreich leben 5000 Kinder mit einer unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheit“, macht Gisela Raucher deutlich. „Um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, stehen wir hier und möchten mit den Menschen ins Gespräch kommen und Barrieren abbauen. Es geht uns darum, dass Kinder Bewusstsein, Raum und Zeit brauchen, um sich zu entwickeln, auch wenn sie krank sind.“
Ständiger Balanceakt
Das Leben von Familien mit unheilbar kranken Kindern ist ein ständiger Balanceakt – zwischen Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung, Freud und Leid. „Und fast immer kommen Familien an einen Punkt, an dem sie keine Kraft mehr haben und Hilfe von außen gut tut,“ sagen die HOKI-Koordinatorinnen Sabine Mangeng und Gisela Rauscher übereinstimmend. Sie nehmen dann den Erstkontakt auf, klären ab, was die Familie braucht, und vermitteln ehrenamtliche Hospiz-Begleiter. „Die Begleitung erfolgt meist über einen längeren Zeitraum, in wenigen Fällen sind es einige Wochen, meist sind es mehrere Monate oder sogar mehrere Jahre“, so Gisela Rauscher, für die diese Einsätze Lebensbegleitungen darstellen, die den gesamten Familienverband entlasten. Eltern können sich eine kleine Auszeit gönnen oder sich um Geschwisterkinder kümmern und wissen gleichzeitig, dass ihr erkranktes Kind gut versorgt ist.