Kinder mit Darminfekt auf Intensivstation

Vorarlberg / 05.06.2023 • 22:56 Uhr
Im Landeskrankenhaus Feldkirch müssen derzeit einige Kinder und Jugendliche mit schweren Darminfektionen behandelt werden. <span class="copyright"> vol.at/mayer</span>
Im Landeskrankenhaus Feldkirch müssen derzeit einige Kinder und Jugendliche mit schweren Darminfektionen behandelt werden.  vol.at/mayer

Fünf von elf Kindern aus dem Raum Frastanz erlitten zusätzlich eine Komplikation und müssen im Krankenhaus behandelt werden.

frastanz In den vergangenen zehn Tagen sind elf Kinder und Jugendliche teils aus drei Kinderbetreuungseinrichtungen aus dem Raum Frastanz an Darminfektionen mit Durchfällen, hervorgerufen durch ein Bakterium der Art STEC erkrankt.

Fünf von ihnen erlitten durch dieses hochansteckende Coli-Bakterium zusätzlich eine Komplikation und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Kinder sind mit einer Komplikation, dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) stationär am LKH Feldkirch in Behandlung, drei weitere an der Uniklinik Innsbruck, teilt die Landessanitätsdirektion mit.

Mehrere Kinder kamen demnach mit blutigen Durchfällen in die Ambulanz in Feldkirch. HUS kann zu einem akuten Nierenversagen führen. Da das Toxin die Niere angegriffen hat, werden zwei Kinder intensivmedizinisch behandelt und bekommen eine Nierenersatz­therapie, drei Kinder werden in Innsbruck betreut. Eines von den drei Kindern in Innsbruck konnte wieder auf die Normalstation verlegt werden.

Hoch infektiös

Darminfektionen durch verschiedene Bakterien oder Viren können immer wieder auftreten. Die Infektion des Menschen kann über den Verzehr von rohen, nicht erhitzten Lebensmitteln, wie nicht-pasteurisierte Milch, nicht durchgegartes Fleisch, kontaminiertes Gemüse oder Früchte erfolgen. Die Infektion wird von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektionen übertragen. Der Erreger ist hoch infektiös, weshalb oft mehrere Personen in einer Einrichtung oder Familie erkranken. „Wenn normale Hygienemaßnahmen eingehalten werden, wie Händewaschen und Händedesinfizieren, kann einer Infektion vorbeugt werden“, erklärt Kinderarzt Bernhard Jochum.

Von Komplikationen dieser Durchfallerkrankung sind 5-9 Prozent der Kleinkinder und Kinder bis fünf Jahre betroffen, ab dem 5. Lebensjahr tritt diese Komplikation seltener auf. „Normalerweise heilt die Erkrankung folgenlos aus. Eine derartige Häufung ist nicht alltäglich“, weiß der Bludenzer Kinderarzt.

Brief an Eltern

An den Kinderbetreuungseinrichtungen haben Hygienevisiten durch den Amtsarzt der BH stattgefunden. Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion wurden ausgesprochen, das Umweltinstitut hat Lebensmittelproben gezogen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Derzeit ist noch nicht klar, ob diese Erkrankungen in Zusammenhang mit den Kinderbetreuungseinrichtungen in Frastanz stehen. Nach Bekanntwerden des ersten Falles hat die Gemeinde Frastanz die Eltern der betroffenen Einrichtung via KidsFox informiert. Nachdem weitere Fälle in Frastanz aufgetreten sind, wurden letzte Woche Briefe über KidsFox an die Eltern versendet. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder haben für uns oberste Priorität. Daher arbeiten wir eng mit den zuständigen Gesundheitsbehörden zusammen. Unsere Teams führen seit dem Auftreten der ersten Fälle zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durch“, erklären der Frastanzer Bürgermeister Walter Gohm und Vizebürgermeisterin Michaela Gort auf VN-Anfrage.