Teuerung trifft Festivals: Besucher müssen tiefer in die Tasche greifen

Vorarlberg / 25.05.2023 • 18:00 Uhr
Die grüne Wiese am Alten Rhein in Lustenau verwandelt sich bald in ein Paradies für Festival-besucher. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Die grüne Wiese am Alten Rhein in Lustenau verwandelt sich bald in ein Paradies für Festival-besucher. VN/Steurer

Die gestiegenen Preise machen auch vor den Musikveranstaltern keinen Halt. Was auf dem Open-Air-Gelände teurer geworden ist.

Lustenau, Feldkirch Die Festivalsaison steht in den Startlöchern. Ob beim Szene Openair in Lustenau oder beim Poolbar-Festival in Feldkirch. In wenigen Wochen kommen Musikfans in Vorarlberg wieder voll auf ihre Kosten. Festivalgänger müssen heuer jedoch tiefer in die Tasche greifen, denn die Teuerung macht auch vor Musikveranstaltungen keinen Halt. “Es betrifft alle, da sind wir nicht ausgenommen”, sagt Szene-Openair-Veranstalter Hannes Hagen.

Die Produktionskosten für das gesamte Szene Openair inklusive der Künstlergagen haben sich laut Hagen um 15 bis 20 Prozent erhöht.
Die Produktionskosten für das gesamte Szene Openair inklusive der Künstlergagen haben sich laut Hagen um 15 bis 20 Prozent erhöht.

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Den Festivalbesuch versuche man aber so leistbar wie möglich zu gestalten. In der Gastronomie profitiere man beispielsweise von langjährigen Partnerschaften mit den regionalen Lieferanten. “Dadurch können wir die Teuerung ein bisschen abdämpfen. Ganz ist das aber sicherlich nicht möglich.” Eine prozentuelle Anpassung der Ticketpreise an die erhöhten Preise sei nicht möglich, betont Hagen. “Das würde der Festivalbesucher nicht akzeptieren. Diesen Moment möchten wir nicht ausreizen.” Die Ticketpreise habe man seit vergangenem Jahr um acht Prozent erhöht. Ein Tagesticket ist für 60,05 Euro erhältlich. “Das wäre aber auch ohne Teuerung, alleine durch das Programm, der Fall gewesen”, erklärt Hagen.

Auch in der Gastronomie sind die Preise gestiegen. Inwiefern sich das auf die Besucher auswirken wird, wird kurzfristig entschieden. “Unser Ziel ist es, lediglich eine moderate Anpassung der Preise vorzunehmen. Ich bin persönlich der Meinung, dass man diese Spirale nicht eskalieren lassen sollte.”

Das Thema Sicherheit wird beim Szene Openair großgeschrieben. "Hier können wir keinesfalls den Sparstift ansetzen."
Das Thema Sicherheit wird beim Szene Openair großgeschrieben. "Hier können wir keinesfalls den Sparstift ansetzen."

Die Produktionskosten für das gesamte Szene Openair inklusive der Künstlergagen haben sich laut Hagen um 15 bis 20 Prozent erhöht. Einsparungspotenzial sieht Hannes Hagen unter anderem im Transport- und Energiebereich. Den Sparstift könne man aber nicht in allen Bereichen ansetzen. “Wir haben rote Zonen definiert, bei denen wir keinesfalls einsparen. Das betrifft das Programm, die Sicherheit und die Themen Ökologie und Umweltschutz.”

Das Szene Openair lockt jedes Jahr über 20.000 Besucher an den Alten Rhein.
Das Szene Openair lockt jedes Jahr über 20.000 Besucher an den Alten Rhein.

Das Szene Openair verfügt heuer über ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro. “Wir können am Ende nur hoffen, dass es sich finanziell ausgeht und wir vielleicht kleinere Rücklagen bilden können. Es bleibt bis zum Schluss eine Zitterpartie.” Der Blick auf den Kartenvorverkauf stimmt Hannes Hagen aber optimistisch. “Wir haben das beste Jahr seit Bestehen des Festivals.” Der Donnerstag ist bereits restlos ausverkauft. “Für Freitag sind bereits 99 Prozent und für Samstag 96 Prozent der Karten verkauft.”

"Es wird alles teurer, auch für die Künstler", erklärt Poolbar-Chef Herwig Bauer.
"Es wird alles teurer, auch für die Künstler", erklärt Poolbar-Chef Herwig Bauer.

“Die Teuerung treibt auch uns Sorgenfalten ins Gesicht. Die gestiegenen Preise sind eine riesengroße Herausforderung für uns”, hält Herwig Bauer, Leiter des Poolbar-Festivals, nicht hinterm Berg. Die Teuerung spüre man in vielen Bereichen, zum Beispiel bei den Künstlergagen. “Es wird alles teurer, auch für die Künstler. Die höheren Sprit- und Transportkosten werden natürlich an uns weitergegeben.”

"Das Festival soll ein fixer Treffpunkt für alle werden, mit oder ohne Geld", sagt Herwig Bauer.
"Das Festival soll ein fixer Treffpunkt für alle werden, mit oder ohne Geld", sagt Herwig Bauer.

Man versuche etwa, zusätzliche Sponsoren mit ins Boot zu holen, um der Teuerung entgegenzuwirken. Zudem setzte man beim Poolbar-Festival, das über ein Budget von 1,2 Millionen Euro verfügt, auf “die Offensivtaktik”. “Je besser das Programm ist, desto mehr Besucher werden kommen und mithelfen, das Festival zu finanzieren. Der Vorverkauf stimmt uns sehr positiv”, freut sich Bauer. Die Ticketpreise orientieren sich an den Künstlergagen, erklärt der Festivalchef. “Für ein Konzert von Gentleman, der in einer anderen Liga spielt, als kleinere Bands, muss natürlich tiefer in die Tasche gegriffen werden.” Die Preise für den Festivalpass hat man seit vergangenem Jahr nicht erhöht. Dieser ist für 289 Euro zu haben.

Zum 30-Jahr-Jubiläum des Festivals soll es auch Abende geben, die bei freiem Eintritt besucht werden können. “Das Poolbar-Festival soll ein fixer Treffpunkt für alle werden, mit oder ohne Geld.”

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