Gemeinsame Schule in Lustenau. Noch nicht mehr als …

Vorstoß von der Bildungsdirektion für Modell Gemeinsame Schule in Lustenau mit Skepsis aufgenommen.
Lustenau Nein. Die neue Direktorin Carmen Timmerer vom BG Lustenau will zum jüngsten Vorstoß Richtung Modellschulversuch Lustenau nichts sagen. “Wir waren ja früher der Buhmann bei ähnlichen Vorstößen. Deswegen werden Sie von mir jetzt keinen Kommentar hören. Nur so viel: Wir werden uns weiteren Gesprächen nicht verweigern”, sagt die Schulleiterin. Dass die Neuauflage der Diskussion über einen Modellversuch in einem so begrenzten Raum wie Lustenau keine Euphorie bei Timmerer auslöst, ist jedoch unschwer zu erkennen.

Info-Abend am BG Lustenau. Das Gymnsium konkurrenziert sich mit den drei Mittelschulen in der Gemeinde. Das könnte anders werden. VN/Hämmerle
Konkurrenz AHS-MS
An der Mittelschule Kirchdorf bezieht Christine Klose anstelle der an diesem Tag abwesenden Direktorin Sabine Müller ebenfalls recht karg zum Thema Stellung. “Klar ist die gemeinsame Schule immer ein Thema. Aber aktuell hat sich die Kollegenschaft nicht damit befasst. Meine persönliche Meinung: Es müssen dazu einfach die Rahmenbedingungen passen.”
Lustenau hat sich an dem Thema Gemeinsame Schule schon länger abgearbeitet. Herausgekommen ist dabei nichts. Die Konkurrenz des Gymnasiums zu den Mittelschulen war dabei immer ein Reibungspunkt. Wann immer die AHS eine zustätzliche erste Klasse eröffnen wollte, traf das auf Widerstand der drei Mittelschulen. Und dann gibt es zum Thema auch Expertenmeinungen. Fast einhelliger Tenor: Eine gemeinsame Schule macht nur dann Sinn, wenn sie alternativlos ist. Sonst schicken viele Eltern ihre Kinder einfach in die umliegenden Gymnasien und lassen Lustenau ein bisschen Gemeinsame Schule praktizieren.

Acht Abstimmungen
Gerd Neururer, Direktor der MS Lustenau-Rheindorf, hält den neuerlichen Versuch der Implementierung einer örtlich beschränkten Gemeinsamen Schule ebenfalls für wenig zielführend. “Ich bin ein glühender Anhänger eines solchen Modells. Schon um Kindern und Eltern von Volksschulen das Trennungsdrama und den Stress mit neuneinhalbjährigen Kindern zu ersparen. Aber es hat alles keinen Sinn, wenn nicht einmal von der Politik ein starkes Bekenntnis zur Gemeinsamen Schule kommt.” Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sei das Projekt auch gar nicht umsetzbar. Man muss sich ja Folgendes vorstellen: An den drei Lustenauer Mittelschulen und dem Gymnasium wären acht Abstimmungen bei Lehrern und Eltern notwendig. Geht nur eine davon negativ aus, wäre das gesamte Vorhaben gestorben.”

Weitere Gespräche
Etwas zuversichtlicher gibt sich Kollege Gerald Fröhle von der MS Hasenfeld. Natürlich war das schon öfters Thema. So wie eben jetzt. “Mich hat Schullandesrätin Schöbi-Fink anlässlich eines Besuchs bei uns von den Plänen erzählt. Ich begrüße diesen Vorstoß. Man sollte ihn weiterentwickeln.” Klar ist für Fröhle: “Man muss alles gut vorbereiten und würde dafür mindestens zwei Jahre brauchen.” Ein Gespräch in der Bildungsdirektion mit Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani, dem pädagogischen Leiter Andreas Kappaurer und Schulqualitätsmanagerin Monika Steurer mit den Lustenauer Schulleitern sei sehr positiv verlaufen. “Es soll weitere geben, wurde uns gesagt.”
