Ran an die Beere! Die Erdbeersaison ist angelaufen

Wolfgang Karg bewirtschaftet die größte Fläche in Vorarlberg. Das Wetter meinte es bislang aber nicht gut mit ihm.
Gaißau “Die Bedingungen waren bisher katastrophal”, bringt es Wolfgang Karg (60) von Karg Erdbeerenbau in Gaißau auf den Punkt. Auf rund vier Hektarn Fläche baut er sechs verschiedene Sorten Erdbeeren an. Aus 30-jähriger Erfahrung weiß er, wie schnell das Wetter vom Freund zum Feind werden kann. “Erdbeeren mögen es wechselhaft, bisher gab es aber nur einseitiges Wetter. Wenn es nach uns geht, brauchen wir bis Mitte Juli keinen Regen mehr”, fasst der Erdbeerbauer die Situation zusammen.

Wie sich das feuchte Wetter auf den Ertrag auswirken wird, kann Wolfgang Karg noch nicht beurteilen. “Es war einfach zu kalt und zu nass. Weil kein Bienen- und Insektenflug da war und dadurch die Bestäubung nicht ideal war, könnte sich das vor allem auf den Ertrag der Spätsorte auswirken”, erklärt Karg. Insgesamt rechnet er heuer mit rund 50 bis 60 Tonnen Erdbeeren. “Wir stehen jetzt aber noch am Anfang der Ernte. Abgerechnet wird zum Schluss.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
In ganz Vorarlberg bauen fünf Betriebe auf insgesamt sechs Hektarn Erdbeeren an. Wolfgang Karg bewirtschaftet die größte Fläche, dahinter folgt der Winderhof in Dornbirn. Weitere Anbauer gibt es in Mäder, Götzis und Sulzberg. Während die süßen Früchtchen unter Folientunnel und Vlies bereits seit zwei Wochen erhältlich sind, ist in diesen Tagen auch die Freilandsaison angelaufen. Über 30 Erntehelfer aus Bulgarien und Polen tummeln sich derzeit auf den Äckern im Gaißauer Naturschutzgebiet. “Letztes Jahr haben wir die erste Erdbeere bereits Ende April gepflückt, heuer sind wir 16 Tage später dran.” Der Blick auf den Wetterbericht stimmt Wolfgang Karg aber optimistisch. “Es ist wechselhaftes Wetter mit wenig Nässe und milde Temperaturen angesagt, das mögen die Erdbeeren. Würde es eine extreme Hitze oder Föhnstürme geben, wäre das genauso katastrophal.”


Die heimische Erdbeerernte dauert traditionell von Mai bis Ende Juni. Da es heuer kühler war, wird die Erntezeit bei Erdbeer Karg wohl bis Mittel Juli ausgedehnt. Obwohl es im Land immer weniger Erdbeerproduzenten gibt und die Anbauflächen stetig kleiner werden, ist die Nachfrage nach den regional angebauten Vitaminbomben groß. “Noch sind die Kunden angesichts der Temperaturen etwas verhalten, aber sobald die Sonne rauskommt, wird sich das ändern”, weiß Karg aus Erfahrung. Die Preise hat er in diesem Jahr trotz Teuerung bewusst nicht erhöht: “Wir spüren die gestiegenen Preise schon sehr. Aber irgendwann ist für uns die Schmerzgrenze erreicht.”
Erdbeerproduzenten in Vorarlberg
– Dietmar Fechtig – Mäder (0,5 ha)
– Maryina und Oswald Fink – Sulzberg (0,20 ha)
– Elmar Ströhle – Götzis (0,27 ha)
– Winderhof – Dornbirn (1,50 ha)
– Wolfgang Karg – Gaißau (4 ha)

Zahlen und Fakten zum Roten Früchtchen
-100 Tonnen Erdbeeren werden heuer laut Prognosen der Landwirtschaftskammer geerntet
-5 Betriebe bauen in Vorarlberg Erdbeeren auf insgesamt sechs Hektarn Erdbeeren an
-1000 verschiedene Sorten Erdbeeren gibt es auf der Welt, etwa 20 Arten sind heutzutage erhältlich
-3,5 Kilogramm Erdbeeren werden pro Kopf in Österreich pro Kopf und Jahr verspeist


