Keine Lust auf Eis, Gemüse ertrinkt. Und alle fragen sich …

Der Dauerregen wird langsam für viele zum Ärgernis. Doch jetzt wächst die Hoffnung auf Sonne.
Dornbirn, Lustenau, Höchst Regen wünschten sich Landwirtschaft und viele Hobbygärtner noch am Ende des Winters sehnlichst. Der schneearme Winter gepaart mit langer Trockenheit hatte die Alarmglocken schrillen lassen.
Nun, der Regen kam. Vor langer Zeit. Und jetzt hört er nicht mehr auf. Die Hangrutschung in Hörbranz wird durch die sich nicht schließenden Schleusen immer schlimmer, Landwirtschaft, Eisdielen, Freiluftgastronomie oder auch Schwimmbäder lechzen nach Sonne und Wärme. Ebenso das Gemüt.

Einsame Eisdiele
In der Dornbirner Innenstadt wartet Tino (24) wieder einmal auf Kundschaft. Um 10 Uhr hat er die Eisdiele “Portofino” aufgesperrt. “Jetzt bin ich eine Stunde im Dienst, und noch niemand wollte ein Eis.” Kein Wunder: Am Himmel braut sich schon wieder ein düsteres Wolkenknäuel zusammen, es ist kühl. “Dabei hätte ich heute eine neue Eissorte. Troll nennt sie sich. Weiße Schokolade und Spirulina. Noch niemand hat sie heute probiert”, meint Tino achselzuckend.
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Verzagt gibt sich Tino noch nicht. “Es ist halt schade, wenn es nicht und nicht heiter wird. Wir produzieren derzeit natürlich weniger Eis.” Trotzdem sind es aktuell 16 Sorten. “Die Qualität hält 48 Stunden. Danach können wir das Eis nicht mehr verkaufen.”
Hoffnung für Kartoffelernte
Im knapp zehn Kilometer entfernten Lustenau stapft Rudolf Hämmerle (87) in seinem Garten herum. Er geht zu seinem Gemüsebeet und begutachtet die Kartoffelpflanzen. “Die ersten zwei Reihen habe ich Anfang April gesetzt, die anderen später. Natürlich ist dieser Regen langsam zu viel. Aber ich möchte jetzt nicht behaupten, dass es heuer keine Kartoffeln gibt und alles absäuft. Dafür ist es noch zu früh”, sagt der erfahrene Hobby-Landwirt, der seit vielen Jahrzehnten auch im Ried verschiedenste Sorten Gemüse anbaut.

Immerhin müsse er derzeit nicht netzen. “Aber natürlich: Was es jetzt langsam bräuchte, wäre Sonne”, sagt der rüstige Pensionist und macht sich mit Regenschirm wieder auf den Weg zurück zum Wohnhaus.
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Erdbeeren drohen zu verfaulen
Bei “Erdbeeren Karg” im Gaißauer Naturschutzgebiet nahe des Rohrspitz sitzt Meredith Stäheli (20) allein hinter ihrem Stand, der mit dutzenden Schalen Erdbeeren belegt ist. “Ich kriege jeden Tag Erdbeeren von den Pflückern. Ich kann nicht klagen”, sagt die fröhliche junge Dame. Schon kommt eine Kundschaft hergefahren. Ein Schweizer, der zwei Schalen der köstlichen Früchte kauft.

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Vorarbeiter Radek aus Polen blickt zum Himmel und seufzt. “Du musst pflücken, ob es regnet oder nicht. Was reif ist, muss raus aus dem Boden. Aber es reicht jetzt mit dem Regen.”

Dem kann auch Wolfgang Karg, Eigentümer der großen Anbaufläche, nur zustimmen. “Das Problem ist nicht die Sorten, die wir jetzt verkaufen können, sondern spätere. Du kannst ja bei diesem Boden nicht aufs Feld und alles bearbeiten. Und wenn du das nicht tust, verfault vieles. Wir bräuchten jetzt mindestens sechs Tage trockenes Wetter.”