Sportmittelschulen als Erfolgsgeschichte

Schwerpunktmittelschulen für Musik und Sport sind heiß begehrt. Teil zwei: Sportmittelschulen.
von Melanie Fetz und Petra Milosavljevic
Schwarzach Egal, ob wegen Ballsport, Turnen, Leichtathletik oder Tanzchoreografien: Die Plätze an den acht Mittelschulen mit sportlichem Schwerpunkt im Land sind seit vielen Jahren heiß begehrt. Jedes Jahr gibt es deutlich mehr Bewerber als aufgenommen werden können, wie ein VN-Rundruf zeigt. Auch Wartelisten sind gang und gäbe. Voraussetzung für die Aufnahme sind unter anderem schulspezifische Eignungstests rund um Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer und Kraft, der sich im Jänner wieder Hunderte Kinder gestellt haben.

Bei der Mittelschule in Wolfurt sind derzeit 421 Schüler angemeldet. Auch Johanna (11) und Laura (11) gehen seit September in diese Schule und sind leidenschaftliche Turnerinnen. “Ich wollte hierherkommen, weil ich gerne Sport mache”, sagt Johanna. Ihre Mitschülerin Laura stimmt ihr zu: “Ich bin schon beim Turnverein und bewege mich gern. Deswegen wollte ich an diese Schule.”

Wie bei allen Mittelschulen mit sportlichem Schwerpunkt gibt es auch in Wolfurt in jedem Jahrgang eine Sportklasse. Die Aufnahmeprüfung für diese deckt alle Bereiche der Beweglichkeit ab. “Das ist ein ordentlicher Wettbewerb”, sagt Direktor Dieter Losert.



Nach der Aufnahme haben die Kinder in den Sportklassen gewöhnlich doppelt so viele Sportstunden wie in den regulären Klassen – bis zu acht pro Woche sind es konkret. “Wir schauen differenziert in die Sportarten hinein”, sagt der Schulleiter. Bei den Landesmeisterschaften in Volleyball und Basketball punkten die Schüler. Der Fokus liegt in Wolfurt jedoch verstärkt auf Turnen und Leichtathletik. So haben sich zwei Mannschaften der SMS Wolfurt vor Kurzem den Meistertitel bei den Bundesmeisterschaften im Geräteturnen geholt.
Tendenziell haben sich die Sportmittelschulen multisportiv entwickelt.
Conny Berchtold, Schulinspektor für Sport
Die jungen Bewegungstalente werden von Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, die selbst erfolgreiche Spitzensportler sind. Mit ihrem Fachwissen können sie die Kinder zusätzlich für Sport begeistern. Direktor Losert ist sich sicher, dass jede Sportmittelschule ihre Besonderheit hat. “Die Schwerpunkte positionieren sich überall anders”, sagt er. “Wir sind untereinander im ständigen Austausch.”

Für Conny Berchtold, den Schulinspektor für Sport, sind die Sportmittelschulen im Land insgesamt eine Erfolgsgeschichte. Nicht wegen Wettkampfergebnissen, sondern “weil viele Sportmittelschüler dann in Vereinen aktiv sind”. Nach wie vor gebe es jedes Jahr viele Interessenten für die Plätze an den Schwerpunktschulen. “Allerdings ist bei den Eignungsprüfungen im hinteren Bereich der Reihungen zu sehen, dass das sportliche Niveau zurückgegangen ist. Schon im Volksschulbereich fällt auf, dass die Kinder insgesamt deutlich weniger leistungsfähig sind”, erklärt Berchtold und führt dies auf Bewegungsmangel zurück. “Den Kindern werden inzwischen viel mehr Themen aufgedrängt und sie müssen auch in der Schule viel sitzen.”
Was die Sportmittelschulen betrifft, so hätten sich diese tendenziell multisportiv entwickelt, sagt Berchtold. Grundsätzlich seien alle Grundsportarten vertreten. Die Entwicklungen würden aber natürlich auch vom Personal und von den Vereinen vor Ort abhängen. Seit vielen Jahren gibt es bis auf den Bezirk Dornbirn in jedem Bezirk zwei Sportmittelschulen.
Besonderheit Skischwerpunkt
Ein Juwel unter den Schwerpunktschulen in Vorarlberg ist ebenfalls die Skimittelschule in Schruns, welche auch ein Internat anbietet. Dort werden den Sprösslingen im konditionellen sowie skisportlichen Bereich die Grundlagen vermittelt, damit sie später für ein Hochleistungstraining gerüstet sind.


Heuer haben 27 Kinder die Aufnahmeprüfung gemacht. Davon wurden 16 angenommen.”Beim Test müssen sie unter anderem auch Slalom fahren”, erzählt der sportliche Leiter Marcel Schoder. “Beim freien Fahren wird ebenfalls die Technik beurteilt.”

Wenn die Schule im September startet, heißt es für den Nachwuchs: tägliches Training im Freien. Im Winter haben dann die Schüler neben dem Ausdauertraining dreimal pro Woche Unterricht auf der Piste.

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Sportmittelschulen im Überblick

Skimittelschule Schruns
Besonderheit: Skisport
Bewerber für das kommende Schuljahr: 27
Aufgenommen: 16

Sportmittelschule nenzing
Besonderheit: Tanzen und Tischtennis
Bewerber für das kommende Schuljahr: 90
Aufgenommen: 27

Sportmittelschule nüziders
Besonderheit: Jonglieren und Ballsport
Bewerber für das kommende Schuljahr: 87
Aufgenommen: 25

Sportmittelschule Bregenz-Schendlingen
Besonderheit: Ballsport und Leichtathletik
Bewerber für das kommende Schuljahr: rund 90
Aufgenommen: 26

Sportmittelschule Rankweil-West
Besonderheit: Basketball und Rudern
Bewerber für das kommende Schuljahr: rund 140
Aufgenommen: 24

Sportmittelschule Wolfurt
Besonderheit: Turnen und Leichtathletik
Bewerber für das kommende Schuljahr: rund 100
Aufgenommen: 25

Sportmittelschule Satteins
Besonderheit: Mädchenfußball
Bewerber für das kommende Schuljahr: 70
Aufgenommen: 25

Sportmittelschule hohenems
Besonderheit: Vielseitigkeit
Bewerber für das kommende Schuljahr: rund 100
Aufgenommen: 26