Klappe auf für 6659 neue Stühle

Die Klappstühle für die Seetribüne sind da. Die Arbeiten laufen auch abseits davon auf Hochtouren.
Bregenz Das klappt ja wunderbar! In dieser Woche wurde auf der Seetribüne der Bregenzer Festspiele mit der Montage der neuen Klappstühle begonnen. Statt auf Grün sitzt man künftig auf Grün-Grau.

Im Rahmen der dritten großen Ausbaustufe werden auch die Außentribüne und die Seebühne erneuert. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Eheim Möbel GmbH aus Öhringen in Baden-Württemberg. Mit den Stühlen der Firma wurden bereits die größten Stadien und Tribünen im Außen- und Innenbereich ausgestattet, darunter die Allianz-Arena in München oder das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro.

Bei den Festspielen haben Carlos Palma aus Barcelona und seine Kollegen den Auftrag, 6659 neue Tribünenstühle zu montieren. Das Modell habe bei der hausinternen Jury in Sachen Sitzkomfort am besten abgeschnitten, sagt Willi Muzyczyn (70), Festspiel-Vizepräsident, Mitglied des Stiftungsvorstands und Vorsitzender der Projektkommission.

Parallel zu den Arbeiten auf der Tribüne muss das Madame-Butterfly-Bühnenbild wieder fit für die Aufführungen gemacht werden. Bei der kosmetischen Spezialbehandlung werden die kleinen Risse in der Oberfläche des 1340 Quadratmeter großen Papierbildes mit Pinsel und Spachtel ausgebessert. Im Anschluss daran bekommt der Boden eine rutschfeste Beschichtung aus Quarzsand verpasst. „Wir hatte heuer Glück. Dadurch, dass wir keinen Schnee und kaum Frost hatten, gab es relativ wenig Schäden“, sagt der Festspiel-Vizepräsident.

Muzyczyn rechnet damit, dass in knapp zwei Wochen alle 6659 Klappstühle montiert sind. Bis zum Probenbeginn Mitte Juni sollen alle Arbeiten auf der Bühne und Tribüne beendet sein. Laut Plan ist dann auch der neu gestaltete Uferweg wieder öffentlich zugänglich. Der Weg, der bislang inmitten der Tribüne durchführte, wurde direkt an die Ufermauer verlegt.
Madame Butterfly feiert am 20. Juli Wiederaufnahme-Premiere. Am 20. August findet die letzte Vorführung statt. „Am 21. August fangen wir mit dem Abbruch der Bühne und dem Neubau des Betonkerns an. Dafür wird ein Kran aufgestellt und eine Straße geschüttet. Das wird dann richtig heavy“, unterstreicht Willi Muzyczyn.


Die Bauarbeiten auf dem Festspielhausareal laufen seit 10. Jänner 2022. Die Gesamtkosten wurden ursprünglich mit 60,5 Millionen Euro beziffert. Durch die Teuerung wird mit einer deutlichen Erhöhung der Kosten gerechnet. Ende Jänner war von 78,8 Millionen Euro die Rede.


Die Gemeinde Wolfurt hat für die Nachnutzung von 240 alten Klappstühlen einen künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben.