Landesforstdirektor räumt mit Vorurteil über bekannten Baum auf

Vorarlberg / 25.04.2023 • 15:10 Uhr
Landesforstdirektor räumt mit Vorurteil über bekannten Baum auf
Der Wald und die Vogelbeere waren die Themen im Pressefoyer. VN

Eberesche ausgezeichnet und Förderung für Waldpflege erhöht.

Bregenz Sie bieten Schutz und Erholungsmöglichkeiten, sind gut fürs Klima und die Heimat zahlreicher Tiere und Pflanzen. Ohne die Wälder würde es auf der Erde anders aussehen. Das betonten Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrat Christian Gantner und Landesforstdirektor Andreas Amann am Dienstagvormittag im Pressefoyer. Anlass dafür war der internationale Tag des Baumes. Schließlich spielt der Wald in Vorarlberg eine wichtige Rolle.

“Der Wald ist eine natürliche Klimaanlage und wir haben den Auftrag, richtig mit ihm umzugehen”, sagte Wallner. Im Sinne des Klimaschutzes sei es daher ein Ziel, strukturreiche Mischwälder zu schaffen. Aus diesem Grund hat die Landesregierung die Fördersätze für Jungbestandspflege erhöht. “Vorsorgen ist besser als heilen”, lautet dabei das Motto. Pro Hektar gibt es nun je nach Baumhöhe zwischen 700 und 1800 Euro.

Die Eberesche wurde zum österreichischen Baum des Jahres ernannt. <span class="copyright">VN</span>
Die Eberesche wurde zum österreichischen Baum des Jahres ernannt. VN

Förderung für Waldpflege erhöht

Durch die Fördersätze soll die jährlich gepflegte Fläche gesteigert werden. Das langfristige Ziel: 150 bis 200 Hektar jedes Jahr. “Vorarlberg ist in einer vergleichsweise guten Lage, da wir reiche Niederschläge und die naturnahesten Waldstrukturen in ganz Österreich haben”, sagte Christian Gantner. Sorgsame Waldbewirtschaftung und Waldpflege sei aber unverzichtbar, um überalterte Schutzwaldbestände zu verjüngen, den Verlust bestimmter Baumarten zu verhindern und die Stabilität der Wälder zu erhalten.

Die Eberesche gilt als Pionierbaumart für den Mischwald. <span class="copyright">VN</span>
Die Eberesche gilt als Pionierbaumart für den Mischwald. VN

Mit 98.000 Hektar ist übrigens mehr als ein Drittel Vorarlbergs bewaldet. Etwa die Hälfte davon sind Schutzwälder. Und laut Landesforstdirektor Andreas Amann sind die Wälder, begünstigt durch die klimatischen Bedingungen, in einem gesünderen Zustand als in den anderen Bundesländern. Das zeigt zum Beispiel die Borkenkäfer-Schadholz-Statistik: Mit 39.000 Festmetern wies Vorarlberg 2022 den geringsten Wert auf.

Landesrat Christian Gantner, Landeshauptmann Markus Wallner und Landesforstdirektor Andreas Amann informierten. <span class="copyright">VN</span>
Landesrat Christian Gantner, Landeshauptmann Markus Wallner und Landesforstdirektor Andreas Amann informierten. VN

Eberesche ist Baum des Jahres

Als eine typische Pionierbaumart in Vorarlbergs Wäldern gilt die Eberesche, auch als Vogelbeere bekannt. Sie wurde zum österreichischen Baum des Jahres gekürt. “Das Waldökosystem ist wie eine Firma”, erklärte Amann. Dabei kann nicht jeder in der Führungsetage sitzen, es braucht auch verschiedene Dienstleister. Und die Eberesche erfüllt gleich mehrere Aufgaben. Sie verbessert den Boden, bringt den Wald in ein gutes Gleichgewicht und ihre roten Früchte dienen über 60 Vogelarten als Nahrung.

Die Vogelbeere ist entgegen ihres Rufs nicht giftig. <span class="copyright">VN</span>
Die Vogelbeere ist entgegen ihres Rufs nicht giftig. VN

Entgegen des verbreiteten Vorurteils ist sie auch für Menschen genießbar. Amann macht beispielsweise Schnaps und Marmelade daraus. Er erklärt: “Die Vogelbeere muss mehrmals gefrieren, damit der Zucker umgewandelt wird.” Dann schmeckt die Beere auch nicht mehr so bitter.